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Enge Bindung aufbauen

Das Schicksal der Pflegefamilie, deren kleine Tochter unvorbereitet aus ihrem Umfeld gerissen wurde, hat uns zutiefst erschüttert und empört. Werden Kinder in Pflegefamilien untergebracht, geschieht dieses zum Wohle der Kinder. Erlaubt es die Lebenssituation der leiblichen Eltern, ist eine Rückführung möglich. Diese wird langfristig geplant und muss gerichtlich bestimmt werden.

Von einer geregelten Rückführung kann man in diesem Fall wohl kaum sprechen. Wir können die Empörung und Enttäuschung der Pflegefamilie verstehen.

Kinder bekommen in Pflegefamilien weit mehr als nur eine Grundversorgung. Eine intakte Familie gibt ihnen Sicherheit, Geborgenheit und elterliche Liebe. Pflegeeltern, die für die ihnen anvertrauten Kinder sorgen wie für ihre eigenen, als Dienstleister zu bezeichnen, ist eine Degradierung dessen, was diese leisten.

Wenn Pflegeeltern ein Kind in die Familie aufnehmen, hat dieses einen „Rucksack“ an Erfahrungen und Erlebtem dabei. Sie begegnen ihnen mit vorbehaltloser Liebe und versuchen ihnen alles zu geben, damit sie später mit beiden Beinen im Leben stehen. Zudem haben Pflegeeltern die Aufgabe, den leiblichen Eltern Raum im Leben der Kinder zu geben. Für die Kinder ist es wichtig, einen positiven Bezug zu der Herkunftsfamilie zu pflegen. Bei Interesse der leiblichen Eltern finden regelmäßige Treffen statt. Auch dafür tragen Pflegeeltern Sorge.

Pflegeeltern bieten Kindern ein geschütztes, sicheres und liebevolles Umfeld. Es ist existenziell wichtig, dass sich zwischen Kind und Pflegeeltern eine enge Bindung aufbaut. Die Familie wächst zusammen. Kinder kann man nicht nach zwei Jahren einfach zurückgeben. Diese Form der Familie bedarf des Schutzes und darf nicht einfach auseinandergerissen werden. Der Leitsatz der Jugendfürsorge ist: „Auf der Seite junger Menschen – ein Leben lang“. Die Verantwortlichen müssen sich die Frage stellen, ob danach gehandelt wurde.

Es ist eine kaltherzige und berechnende Aussage von Herrn Eibl, dass elterliche Fürsorge und Liebe von Pflegeeltern eine Dienstleistung sei und das hat uns tief getroffen. Wir Pflegeeltern sehen uns nicht als Dienstleister! Liebe ist nicht bezahlbar.

Alice und Carsten Liebschner-Rödl,

Zeitlarn

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