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Geschäfte beklagen leere Bahnhofstraße

Geschäfte klagen über geringe Besucherfrequenz in Bahnhofstraße

Gähnende Leere: Dieses Bild kennen die Geschäfte in der Bahnhofstraße nur zu gut. Immer weniger Kunden „verlaufen“ sich in den oberen Teil der Amberger Altstadt. Foto: Sonntag

Immer noch nichts Neues in Sachen Forum. Aber nicht nur die Amberger Kundschaft ist genervt von dem seit Jahren leeren Kaufhaus. Auch die Inhaber der Geschäfte im Umkreis drängen auf eine baldige Veränderung.

Von Angela Sonntag

Amberg. „Es muss etwas passieren – und zwar so schnell wie möglich“, sagt Therese Eckert, Inhaberin des Modehauses Eckert. Seit das Kaufhaus Forum geschlossen ist, sei die Besucherfrequenz in der Bahnhofstraße enorm zurückgegangen.

Bereits seit der Versteigerung im Dezember 2005 gibt es Versprechungen von Investor Manfred Reichholf, bald ein neues City Center in Amberg zu eröffnen. Doch außer ein paar Baumaßnahmen und Verschiebungen von Eröffnungsfristen ist nichts weiter passiert. Die Amberger Bürger scheinen auch immer weniger an ein neues Kaufhaus zu glauben. Zumindest ist die Gegend um das ehemalige Forum zunehmend geringer besucht. Und das betrifft die umliegenden Geschäfte ganz gewaltig. „Man kann jetzt nicht sagen, dass unsere Umsatzzahlen im Keller sind“, sagt Alexander Uschald, Filialleiter von Optik Matt, „aber das Forum war einfach ein Kundenmagnet und man merkt, dass jetzt viel weniger Laufkundschaft da ist.“ Die meisten Leute gehen jetzt vom Marktplatz aus Richtung Georgenstraße, die Bahnhofstraße ist wie ausgestorben. Ebenso geht es Therese Eckert. „Bei mir waren auch schon Kunden, die sich beklagt haben, dass in Amberg ein Kaufhaus fehlt, sie fahren dann lieber nach Weiden. Was das für uns heißt, ist klar.“ Das Bildstudio Fischer ist vor zwei Jahren von der Marienstraße in die Bahnhofstraße gezogen, in der Hoffnung, dass das ehemalige Kaufhaus Forum wieder eröffnet. „Gerade Samstag merkt man, dass die Bahnhofstraße sehr wenig besucht ist. Wir haben uns durch den Umzug eigentlich mehr Besucherfrequenz erhofft“, so Michael Berend, zweiter Filialleiter des Bildstudios Fischer.

Josef Winkler von der Apotheke Auf der Wart erklärt seine Position: „Wir sind jetzt mehr oder weniger abhängig von den Öffnungszeiten der Ärzte, wenn die geschlossen haben, ist auch bei uns wenig los, weil sonst keiner in der Bahnhofstraße vorbei kommt.“ Eine Umsatzsteigerung, die die Apotheke sonst eigentlich erreicht hätte, konnte deshalb nicht verbucht werden. Josef Winkler sieht deshalb auch ein wenig ein Versagen auf kommunaler Ebene: „Vielleicht hätte man den vorherigen Besitzer Joachim Treutler mehr unterstützen sollen, anstatt das Gebäude an einen Investor zu verlieren, der wohl eher spekuliert, als Lösungen sucht.“

Auch Andreas Raab, Chef der Park- und Werbegemeinschaft, ist weiter bemüht um eine Neueröffnung im ehemaligen Forum. „Im Moment gibt es nichts Neues, die Angelegenheit scheint still zu liegen. Man müsste den Investor weiter unter Druck setzen.“ Bis jetzt sei in der Richtung zu wenig geschehen. Seine Meinung ist ähnlich, wie die von Josef Winkler und anderen Geschäftsleuten. Demnach warte Reichholf nur ab, bis die Stadt das Objekt wieder zurückkauft und zwar zu den Bedingungen des Investors. Bis dahin bliebe die Bahnhofstraße allerdings ein „Schandfleck“, was der Amberger Altstadt ganz schön schade.

Viel Informationen, wie es weitergehen soll, bekommen die Geschäftsleute nicht. „Ich als kleine Geschäftsfrau könnte wahrscheinlich sowieso nichts ausrichten“, sagt Therese Eckert. PWG-Chef Andreas Raab hatte deshalb die Idee, vielleicht gemeinsam etwas zu erreichen. Er würde sich wünschen , dass man sich zusammen setzt. Denn den umliegenden Geschäften und der PWG liegt die Bahnhofstraße und die Tatsache, dass es in Amberg endlich wieder ein Kaufhaus gibt, sehr am Herzen. „Vielleicht kann man etwas erreichen, wenn man gemeinsam mit allen betroffenen Geschäften gegen diesen Missstand vorgeht“, so Andreas Raab.

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