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Infektion: Gefahr für Neugeborene

Neu-und Frühgeborene sind vor allem in den ersten Lebenswochen gefährdet, an Infektionen zu erkranken

Als Quirin und Max fünf Tage nach der Geburt nach Hause entlassen wurden, freute sich die ganze Familie über die munteren Zwillinge. Am nächsten Morgen wurde Quirin früh wach, er war sehr hungrig und trank kräftig an der Brust. Max war noch ganz verschlafen und wollte auch nicht trinken.

Mittags beginnen die Eltern sich Sorgen zu machen, weil Max immer noch schlapp und müde ist. Als er ein wenig trinkt, beruhigt das die Mutter zunächst, doch als sie 30 Minuten später wieder nach Max schaut stellt sie fest, dass er viel erbrochen hat.

Max ist viel blasser als sein Bruder, stöhnt etwas und atmet schnell. Daraufhin fahren die Eltern in die Kinderklinik. Als die Eltern dort eintreffen, hat sich der Zustand von Max weiter verschlechtert. Er hat jetzt eine blass-graue Hautfarbe. Nach der Blutentnahme erhält er umgehend eine Infusionsbehandlung, und es wird mit Antibiotika begonnen. Wegen der rapiden Verschlechterung kommt Max auf die Intensivstation. Als die Laborwerte vorliegen, zeigt sich, dass eine Infektion vorliegt. Eine Hirnhautentzündung (Meningitis) kann ausgeschlossen werden.

In der ersten Nacht ist Max noch sehr schwach. Er trinkt nicht und braucht etwas Sauerstoffvorlage. Am folgenden Tag bessert sich der Zustand von Max deutlich. Er kann auf die Normalstation verlegt werden, wo ihn die Mutter bald weitgehend selbst versorgen kann. Auch das Stillen klappt jetzt wieder gut. Nachdem sich das Kind erholt hat und die Infektwerte im Blut normalisiert sind, kann Max nach einer Woche gesund entlassen werden.

Der beschriebene Verlauf ist typisch für eine Neugeboreneninfektion. Grundsätzlich sind Neu- und Frühgeborene vor allem in den ersten Wochen gefährdet, an lebensgefährlichen bakteriellen Infektionen zu erkranken. Meist kommt das Kind unter der Geburt mit diesen Erregern in Kontakt. Erhöht ist das Risiko bei vorzeitigem Blasensprung und bei Infektionen der Mutter.

Wichtig ist es, auf verdächtige Symptome beim Kind zu achten: Das Kind sieht „schlecht aus“, atmet schwer oder beschleunigt, trinkt wenig, erbricht, ist auffällig müde oder apathisch.

Neugeborene haben meist kein Fieber bei Infektionen. Schrilles Schreien und Berührungsempfindlichkeit können Hinweise für eine Meningitis sein. Bei solchen Auffälligkeiten muss das Kind umgehend beim Kinderarzt vorgestellt werden. (mz)

Dr. Fritz SchnebleOberarzt in der Kinderklinik St. Hedwig

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