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Jede Trennung schmerzt

Fassungslos mussten Pflegeeltern lesen, dass es für den Direktor der Katholischen Jugendfürsorge, Michael Eibl, keinen Unterschied zwischen einer behutsamen, gut vorbereiteten Rückführung und einer gewaltsamen, völlig unvorhergesehenen Entführung ins Ausland zu geben scheint. Selbst wenn man die strafrechtlichen Konsequenzen außer Acht lässt: Das brutale Vorgehen der leiblichen Mutter ist für das betroffene Kind und dessen Pflegeeltern ein schwerer physischer und vor allem psychische Gewaltakt! Pflegeeltern sind keineswegs reine „Dienstleister“, die völlig emotionslos und mit innerer Distanz ihre wichtige Arbeit leisten.

Im Gegenteil: Von Pflegeeltern wird erwartet, dass sie dem aufgenommenen Kind ein Gefühl der Sicherheit, Geborgenheit und des Vertrauens geben, insbesondere, wenn es sich um Säuglinge oder sehr kleine Kinder handelt. Säuglinge sind ohne stete zugewandte Bindungsperson völlig hilflos, nicht überlebensfähig. Um den Kindern einen guten Start ins Leben zu geben, sind verlässliche, fürsorgende Beziehungen unabdingbar! Pflegeeltern leisten eben nicht nur einen „Job“, sondern bringen sich selbst emotional ein, um den Kindern größtmögliche Chancen zu einer gesunden Entwicklung zu geben. Jede Trennungserfahrung stellt einen Risikofaktor für die gelingende kindliche Entwicklung dar! Deshalb ist es unbedingt notwendig – und fachlich unumstritten – Übergänge im Leben der Kinder so behutsam wie möglich zu gestalten.

Katharina Weber, Neustadt a.d. Donau

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