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Klums Imperium

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Von Christine Hegen, MZ

Was Heidi Klum anfasst, wird zu Gold. Mit 33 Jahren gehört sie nicht mehr zu den Jüngsten im Modelgeschäft. Der Ausblick auf die Laufsteg-Rente lässt sie aber kalt. 2005 wurde ihr Marktwert mit 28,3Millionen Euro beziffert. Längst hat sie neue Geschäftszweige entdeckt. Die Business-Frau hat sich ein Imperium aufgebaut: die Heidi Klum GmbH. Ein kleiner Einblick in die Klum’sche Geschäftstüchtigkeit: Neben dem Douglas-Werbevertrag gibt es eine eigene Parfum-Linie „Me by Heidi Klum“, ein Buch „Natürlich schön“, und seit 2003 eine patent-geschützte „Heidi Klum“-Rose. Dazu kommen Werbeverträge, eine US-Schmuckkollektion, Birkenstock-Schuhe „styled by Heidi Klum“ und eine Weihnachts-CD.

Bewundernswert, wie sie ihr Einkommen für die Post-Victoria’s-Secret-Ära gesichert hat. Dem Auftritt in Glitzer-Flügeln musste sie nach drei Kindern ade sagen. Dafür suchte sie bei „Project Runway“ in den USA per Casting-Show einen Nachwuchs-Designer. In der Heimat sichert sich „Germany’s Next Topmodel“ Traum-Einschaltquoten.

Und was sagt Ehemann Seal dazu? Wenig. Sein Lied läuft regelmäßig in der Sendung, wenn eine Kandidatin eine Runde weiter ist. Ab und an ein kleines Konzert. Ach ja, 2005 strahlte er auf dem Rheinländischen Karneval. Das große Geld bringt derzeit die Ehefrau nach Hause. Der Untertitel „by Heidi Klum“ meint „for Heidi Klum“. Neben der Suche nach einer Nachfolgerin scheint die Show der Selbstvermarktung der Blondine zu dienen: Alle Beteiligten gehören zum System „Heidi Klum“ und schmachten regelmäßig in die Kamera: „Oh ja, es war eine Ehre für mich, mit Heidi zu arbeiten. Sie ist so inspirierend.“

Die echte Arbeit leisten andere: Jury-Bösewicht Peyman Amin verdingt sich als Männermodel – das Geld für eine Extra-Buchung wird gespart. Am härtesten schuftet Bruce Darnell, das eigentliche „Germany’s Next Topmodel“. Sexy in Highheels, mit Hüftschwung und den Tränen nahe, beeinflusst er den neudeutschen Wortschatz, wie es Heidis Lieblingswort „Fotoshoot“ nie könnte: „Die Handetasche muss lebendisch sain.“ Und trotzdem bleiben sie alle Handlanger. Denn wo „by Heidi Klum“ draufsteht, ist vor allem eines drin: Geld für die Klum.

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