Neu auf Netflix und Co.
Streamingtipps der Woche: Mein neues Leben mit „Sunny“, dem Roboter

09.07.2024 | Stand 12.07.2024, 13:03 Uhr |

Suzie (Rashida Jones) richtet sich mit dem Roboter Sunny ein neues Leben ein. Aber ist der drollig wirkenden Maschine in der neuen Apple-Serie zu trauen? − Foto: Apple, teleschau

In der neuen Apple-Serie „Sunny“ bekommt eine Trauernde zum Trost einen drolligen Roboter geschenkt. Ist ihm zu trauen? Was läuft sonst noch diese Woche auf den Streamingdiensten? Hier ist unsere Übersicht.

Sunny





Die zehnteilige Apple-Serie „Sunny“ (zwei Episoden zum Start am Mittwoch, 10. Juli, danach gibt es jeden Mittwoch eine neue Folge bis zum 4. September) erzählt von der Amerikanerin Suzie (Rashida Jones), die gerade Ehemann Masa (Hidetoshi Nishijima) und ihren kleinen Sohn verloren hat. Beide gelten seit einem Flugzeugabsturz als vermisst. Zum Trost bekommt die Trauernde den drolligen Haushaltsroboter Sunny geschenkt. Angeblich wurde die Maschine von ihrem Mann, eigentlich Kühlschrank-Entwickler, konstruiert. Suzie lehnt den schneeweißen Mitbewohner mit dem aufgeschalteten Smiley-Gesicht anfangs ab – und traut ihm nicht über den Weg. Dennoch hilft der Roboter ihr gegen die Einsamkeit. Weil einiges, was Suzie über ihren Mann zu wissen glaubte, plötzlich nicht mehr so recht zu stimmen scheint, recherchiert sie in Begleitung ihres Roboters im Leben Masas und in dessen arbeitgebenden Konzern herum. Dabei trifft sie auf allerhand Wunderliches und Gefährliches, das am Ende einer jeden Folge oft als Cliffhanger fungiert.

„Sunny“ entstand unter den Fittichen von Showrunnerin Katie Robbins („Station Eleven“), die den gleichnamigen Roman des in Japan lebenden Iren Colin O'Sullivan adaptierte. Die größte Stärke der Serie sind Qunciy Jones’ Tochter Rashida und auch Hidetoshi Nishijima („Dolls“). Das großartige und facettenreiche Spiel des in Rückblenden gezeigten Paares erdet eine manchmal etwas räuberpistolige Geschichte, die zwischen zwei Polen schwankt: seriösen Drama-Stoffen wie „Lost in Translation“ oder auch den kürzlich veröffentlichten starken Amerikaner-in-Asien-Serien „Tokyo Vice“ oder „Expats“ mit Nicole Kidman.
Apple TV+, ab 10. Juli

Sausage Party: Foodtopia




Mit „Sausage Party – Es geht um die Wurst“ schufen Seth Rogen und Evan Goldberg 2016 einen Animationsfilm für Erwachsene. Im Fokus stand Frank, ein Frankfurter Würstchen: Gemeinsam mit anderen Lebensmitteln, darunter das Hotdogbrötchen Brenda, hatte er sich zum Ziel gemacht, vom Menschen auserwählt und gekauft zu werden. Doch als er herausfand, was den Lebensmitteln nach dem Kauf droht, begann er einen Kampf gegen die Menschen - inklusive unzähliger definitiv nicht jugendfreier Witze.

Nun wird der derbe Spaß rund um sprechende Würstchen bei Prime Video als Serie fortgesetzt. In „Sausage Party: Foodtopia“ (acht Episoden, ab 11. Juli) wollen sich die Freunde um Brenda und Frank eine eigene Lebensmittelgesellschaft aufbauen: Foodtopia heißt der für Lebensmittel paradiesische Ort, der schließlich einer Flut zum Opfer fällt. Den sympathischen Protagonisten bleibt nichts anderes übrig, als sich widerwillig mit ihren alten Feinden, den Menschen, zu verbünden...

„Sausage Party: Foodtopia“ wurde ebenso wie der Vorgänger-Film von Seth Rogen und Evan Goldberg in Zusammenarbeit mit Conrad Vernon realisiert. Schlüpfrig, so verrät bereits der Trailer, wird der Humor auch dieses Mal.
Amazon Prime, ab 11. Juli

Spieleabend





„Möge der Beste gewinnen – und möge ich der Beste sein!“ – Wenn Jan (Dennis Mojen) das Motto der Spieleabend-Treffs seiner neuen Freundin Pia (Janina Uhse) im Vorfeld gekannt hätte, vielleicht hätte er noch einen Rückzieher gemacht. Bisher lief es in der taufrischen Liebe der beiden wie im Märchen. Sie eine Existenzgründerin als Fotografin, er betreibt mit Kumpel Alex (Edin Hasanovic) einen Fahrradladen in Berlin. Dass in der deutschen Netflix-Komödie „Spieleabend“ (ab 12. Juli) nicht alles auf rosa Wolken gebettet bleibt, gibt das Genre jedoch vor. Als Pia Jan kurzfristig bittet, ihn ins feine Grunewald zum Treff mit Jugendfreundin Karo (Anna Maria Mühe) und deren Mann Oliver (Axel Stein) zu begleiten, denkt sich Jan erst mal nichts Böses.

„Welche Spiele spielst du denn so?“, fragt der von Status und Leistung besessene Oliver den Neuen in der Runde. „Ich habe früher mal 'Die Siedler von Katar' gemocht“, fabuliert sich der Nichtabiturient zusammen. Spätestens von nun an ist Jan das Gespött der Besserverdiener und Besserwisser. Es ergänzen die Runde: Sheila (Taneshia Abt), die auf selbstzerstörerische Art ihrer Freundin hinterhertrauert, und Kurt (Max Bretschneider), der seltsame Mitbewohner von Karo und Oliver. Pias und Jans Endgegner klingelt aber erst später an der Tür: Zahnarzt Matthias (Stephan Luca), ebenfalls extrem wettbewerbsorientiert, ist Pias Ex-Verlobter.

Ensemblekomödien mit Kammerspielcharakter und eingeflochtener Gesellschaftskritik liegen hierzulande derzeit im Trend. Das bewiesen unter anderem Sönke Wortmanns Kinoerfolge „Der Vorname“ und „Der Nachname“. In beiden Fällen stammte das Drehbuch von Claudius Pläging, der nun auch „Spieleabend“ (Regie: Marco Petry, „Mein Freund, das Ekel“) zu Papier brachte. Im Haus der gutbetuchten Arschgeigen wartet auf Jan eine Eskalationsspirale zwischen RomCom und Katastrophenfilm. Alles, was schiefgehen kann, soll hier schiefgehen – sowohl auf sozialer wie auch auf Slapstick-Ebene.
Netflix, ab 12. Juli
„Ich bin Ben“, Apple TV+



Ganz so selbstbewusst wie der Titel der neuen Apple-Serie „Ich bin Ben“ (zehn Folgen, ab 12. Juli) suggeriert, fühlt sich der gleichnamige Titelheld noch nicht. Wie könnte er auch? Schließlich muss Ben Vasani (Lucian-River Chauhan) mit seinen gerade einmal zwölf Jahren gleich mit einer ganzen Reihe von Veränderungen in seinem Leben zurecht kommen: Da wäre zunächst der Schulwechsel von der Elementary auf die Middle School. Umgeben von lauter neuen und meist auch älteren Mitschülerinnen und Mitschülern muss sich der schüchterne Junge in einem neuen System zwischen Schulbällen, ersten romantischen Schwärmereien und fiesem Mobbing zurechtfinden. Auch zu Hause kann Ben auf keine Stabilität zurückgreifen, erwartet ihn dort doch eine komplett neue Familiensituation.

Als wäre das alles nicht genug, entdeckt Ben eines Tages eine weitere Veränderung in seinem Leben: Plötzlich ist er im Besitz von Superkräften, die es ihm erlauben, sein Äußeres zu verändern. Was soll er mit diesem doch eher ungewöhnlichen Talent anfangen - und vor allem: Warum besitzt er es überhaupt? Um das herauszufinden, begibt sich Ben, begleitet von seiner Stiefschwester Max (Abigail Pniowsky), auf eine Selbstfindungsreise sondergleichen und lernt dabei nicht nur sich selbst, sondern auch die geheimen Mysterien seiner Gemeinde besser kennen ...

− tsch

Apple TV+, ab 12. Juli