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Leserbriefe Zur Müllverbrennungsanlage

Heißes Thema Müllverbrennung

Zum Leserbrief von Anton Oswald aus Wackersdorf (MZ vom 20. 6. 2009)

„Ich hoffe ebenso wie Herr Oswald, dass die Nabaltec als Nachfolger der VAW in Schwandorf, die Arbeits- und Ausbildungsplätze erhalten kann und das Unternehmen weiter ausgebaut wird. Im Gegensatz zu Herrn Oswald und den Befürwortern des Bürgerentscheids weiß ich, dass dies ohne gesicherte zusätzliche Strom- und Dampferzeugung nicht möglich ist.

Als früherer Betriebsratsvorsitzender und Mitglied des Aufsichtsrats der VAW habe ich mich mit aller Kraft dafür eingesetzt, dass das Müllkraftwerk in Schwandorf gebaut wurde. Das war erforderlich, weil auch das Nabwerk der VAW Strom und Dampf billiger beziehen musste, um konkurrenzfähig zu bleiben und die Schließung des Werkes und den Verlust aller Arbeitsplätze zu vermeiden. Nur durch den Bau des Müllkraftwerkes konnte das Nabwerk erhalten bleiben und die Nabaltec daraus entstehen.

Schon damals hatten wir mit den Kollegen der „Grünen“ ständige Auseinandersetzungen. Wenn es nach diesen gegangen wäre, gäbe es die Arbeitsplätze der Nabaltec nicht. Das Müllkraftwerk ersetzt seitdem das Kohlekraftwerk und beliefert die Nabaltec AG mit Strom und Dampf. Dabei sollte auch nicht verkannt werden, dass im Vergleich der durch ein Kohlekraftwerk erzeugten Immissionen und Umweltbelastungen das Müllkraftwerk in allen Parametern, ob C02, S02 oder Staub, weit unter den Werten vergleichbarer Kohlekraftwerke liegt.

Da die Nabaltec für ihren Betrieb vor allen Dingen Dampf benötigt, ist es für mich unausweichlich, dass die benötigte Energiemenge in einem eigenen Kraftwerk erzeugt werden muss, wenn das Müllkraftwerk die zusätzliche Energie nicht erzeugen kann.

Gerade dies wird mit dem Bürgerentscheid angestrebt. Darum sollte man auch jedem klar und deutlich sagen, wenn man den Erhalt von Arbeits- und Ausbildungsplätzen der Nabaltec will, muss die erforderliche Energiemenge zur Verfügung gestellt werden. Da der Betrieb des Müllkraftwerkes im Vergleich zu anderer Energieerzeugung die weitaus geringsten Immissionen verursacht, z. B. im Vergleich zu einem Kohlekraftwerk, kann man das Bürgerbegehren nicht befürworten, denn dessen Auswirkung wäre der Bau eines Kohlekraftwerks zu weitaus schlechteren Umweltbedingungen als die Erhöhung der Verbrennungsmenge im Müllkraftwerk. Ich hoffe im Interesse der Kolleginnen und Kollegen in der Nabaltec, dass sich jeder, der am Bürgerentscheid teilnimmt, dieser Konsequenz bewusst ist.“

Albert Reißmann

Nagelschmiedgasse 7

Schwandorf

„Säbelrasseln“

Zur Erklärung von Nabaltec-Geschäftsführer Witzany (MZ vom 18. 6. 2009)

„Das Bürgerbegehren gegen die Erhöhung der Müllverbrennungsmenge im

Müllkraftwerk des ZMS ist zulässig. Dies wurde von kompetenter Seite geprüft und vom Stadtrat in seiner öffentlichen Sitzung am 15. Juni einstimmig beschlossen.

Bei diesem Entschluss handelt es sich nicht um eine willkürliche, „bösartige“ Entscheidung des Stadtrates gegen die Fa. Nabaltec, sondern um einen ganz normalen demokratischen Prozess, der im Gesetz verankert und rechtens ist.

Dies hat auch Herr Witzany zu akzeptieren. Deshalb ist für mich völlig unverständlich, warum Herr Witzany den Stadtratsbeschluss als persönlichen Angriff wertet, via Pressemitteilung eine derartige Drohkulisse aufbaut, und anscheinend den Bürgerinnen und Bürgern, die sich seit ca. 25 Jahren mit der Fa. Nabaltec solidarisch zeigen, das Recht auf freie Meinungsbildung und Meinungsäußerung abspricht. Dieses Auftreten nach „Gutsherrenart“ kann seiner Sache nicht dienlich sein und kostet viele Sympathien bei der Schwandorfer Bevölkerung.

Das Spiel mit der Angst um Arbeitsplätze ist gerade in diesen Zeiten mehr als bedenklich. Ich hoffe, dass sich die Schwandorfer Bürger trotz des Drohgebarens des Herrn Witzany nicht einschüchtern und beeinflussen lassen und ihre Meinung am 26. Juli per Kreuz frei äußern.“

Christoph Riedhammer

Augustinstraße 27

92421 Schwandorf

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