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Nicht nachvollziehbar

In der Sicherheit und Geborgenheit einer Pflegefamilie sollte die kleine Fatma aufwachsen, mit regelmäßigen geordneten Kontakten zum leiblichen Vater und einem für ihr Wohl sorgenden Vormund. Doch alles konnte Fatma nicht schützen vor der plötzlichen Entführung durch die psychisch kranke Mutter und einer Odyssee durch Osteuropa, um letztlich vom Vater in seiner türkischen Heimat bei Verwandten zurück gelassen zu werden.

Einen so unvorbereiteten Bindungsabbruch zuzulassen und in der Folge dem nicht entschieden entgegenzutreten und die Rückführung des Kindes in seinen geschützten und vertrauten Lebensraum zu betreiben, sind für uns nicht nachvollziehbar.

Besonders betroffen sind wir von der Aussage von Herrn Eibl, dass jedes Kind, das in einer Pflegefamilie liebevoll betreut und gefördert wird, stets für eine Rückführung in die Herkunftsfamilie bereit sein muss. Ungeachtet von neu gewachsenen Bindungen und sozialer Elternschaft soll ein Kind oder Jugendlicher bis zu 18 Jahren auf Abruf leben. Dies widerspricht allen wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Pflegekinder brauchen Beziehungskontinuität als verlässliche Orientierung und eine Klärung ihrer Perspektiven. Pflegeeltern sind keine Dienstleister, die lediglich für die Ernährung sorgen und ein Dach über dem Kopf bieten. Pflegeeltern nehmen Kinder und Jugendliche in schwierigsten Situationen in ihre Familie auf und begleiten sie eine Zeit lang oder bieten als Dauerpflegeeltern einen neuen verlässlichen Lebensraum. Sehr richtig stellt die KJF Regensburg in ihrem eigenen Leitbild fest: „Erziehung ist keine Dienstleistung.“

Wir fordern auch für Fatma eine sorgfältige Prüfung mit der Beachtung von Bindungen und Zukunftsperspektiven und ein entschiedenes Handeln.

Dagmar Trautner, Aichach

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