Bis Freitag um 22 Uhr
Bundesweiter Lokführer-Streik im Personenverkehr begonnen – Zahlreiche Ausfälle

08.12.2023 | Stand 08.12.2023, 17:29 Uhr

Eine rote Ampel leuchtet. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat ihre Mitglieder für den Zeitraum von Donnerstagabend bis Freitagabend zu einem Warnstreik bei der Deutschen Bahn aufgerufen.  − Symbolbild: Julian Stratenschulte/dpa

Bundesweit hat am Donnerstagabend ein Warnstreik der Lokomotivführer im Personenverkehr begonnen. Zu dem Ausstand aufgerufen hat die Lokführergewerkschaft GDL, er soll 24 Stunden lang bis Freitag 22 Uhr dauern.



Im Güterverkehr begann der Warnstreik bereits um 18 Uhr. Die Bahn erstellte einen Notfahrplan, geht aber von etlichen Zugausfällen und Verspätungen im Nah- und Fernverkehr aus. Insbesondere in Bayern, wo die Bahn weiter mit den Auswirkungen des Schneechaos zu tun hat, dürfte kaum ein Zug unterwegs sein, hieß es.

Bei der Südostbayernbahn werde fast gar kein Zug mehr fahren. Hingegen sie die Waldbahn vom Streik nicht betroffen. Die Länderbahn, die die alex-Züge und die oberpfalzbahn einsetzt, hat auf den Strecken Regensburg bis München und Cham bis Lam bzw. bis Waldmünchen vereinzelt Züge im Einsatz. Sämtliche Verbindungen zwischen Regensburg und Schwandorf müssten jedoch entfallen, so das Unternehmen. Die Privatbahn Agilis kündigte an, dass es im Landkreis Kelheim keine Streiks geben werde.

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Bahnreisende sollen Reisen verschieben



Das Unternehmen rief Reisende dazu auf, für Freitag geplante Reisen wenn möglich zu verschieben. Für betroffene Tickets wurde die Zugbindung aufgehoben, um Verschiebungen zu erlauben. Die Tarifrunde zwischen Bahn und GDL hatte offiziell Anfang November begonnen. Knackpunkt ist die GDL-Forderung nach einer 35-Stunden-Woche im Schichtdienst - derzeit sind es 38 Stunden. Die Bahn lehnt Verhandlungen darüber ab und hält die Forderung angesichts des Fachkräftemangels für nicht umsetzbar. Die Gewerkschaft begründete ihren erneuten Warnstreik mit der Weigerung der Arbeitgeberseite, über die Kernforderung einer Arbeitszeitabsenkung zu verhandeln.

Beendet werden soll die Arbeitsniederlegung an diesem Freitagabend um 22 Uhr.

Gewerkschaft: Letzter Streik in diesem Jahr



Nach Angaben der Gewerkschaft ist es aber ihr letzter Arbeitskampf in diesem Jahr. Auch bis zum 7. Januar soll es demnach keinen weiteren Arbeitskampf geben. Die Bahn begrüßte den Weihnachtsfrieden grundsätzlich, kritisierte die kurzfristige Streikankündigung aber scharf und rief die GDL auf, wieder zu verhandeln.

− afp/dpa