Terrorismus
RAF-Fahndung: Weitere Durchsuchung in Berlin

03.03.2024 | Stand 04.03.2024, 0:06 Uhr

Polizei durchsucht bei RAF-Fahndung Bauwagengelände - SEK-Beamte verlassen das Grundstück am Abend im Stadtteil Friedrichshain. - Foto: Paul Zinken/dpa

Die Suche nach zwei RAF-Terroristen hält Berlin seit Tagen in Atem. Nach dem Einsatz auf einem Bauwagengelände am Sonntagmorgen in Friedrichshain rücken am Abend vermummte Beamte zu einer Wohnung aus.

Bei der Fahndung nach zwei ehemaligen RAF-Terroristen durchsucht die Polizei eine weitere Wohnung in Berlin. Die Maßnahme am Abend im Stadtteil Friedrichshain stehe in Verbindung mit der Suche nach Ernst-Volker Staub (69) und Burkhard Garweg (55), sagte eine Sprecherin des federführenden Landeskriminalamts Niedersachsen der dpa. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet. An dem Einsatz waren auch Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) beteiligt.

Mehr Details nennt die Sprecherin auf Nachfrage zunächst nicht. Die Maßnahme in der Grünberger Straße laufe noch, sagte sie. Auf der Straße stehen vermummte Zivilpolizisten, wie ein dpa-Reporter beobachtete. Mehrere Dutzend Schaulustige versammeln sich auf der Straße, um die Vorgänge zu verfolgen. Auf der Straße stand ein gepanzertes Fahrzeug. 

Nur rund zwei Kilometer entfernt hatte die Polizei bei der RAF-Fahndung am Morgen bereits Teile eines links-alternativen Bauwagengeländes durchsucht. Ein Bauwagen-Container – laut niedersächsischem LKA eine mutmaßliche Unterkunft von Garweg – wurde beschlagnahmt und sollte abtransportiert und kriminaltechnisch untersucht werden.

Erst vor wenigen Tage war ebenfalls in Berlin die frühere RAF-Terroristin Daniela Klette festgenommen worden. Staub und Garweg waren wie Klette (65) vor über 30 Jahren untergetaucht. Alle drei gehörten der dritten Generation der früheren linksextremistischen Terrororganisation Rote Armee-Fraktion an.

Das war die RAF

Die RAF war über Jahrzehnte der Inbegriff von Terror und Mord in Deutschland. 1998 erklärte sie sich für aufgelöst. In der aktiven Terror-Zeit der dritten Generation wurden der damalige Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen (1989) und Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder (1991) ermordet. 

Gegen Klette, Staub und Garweg bestehen Haftbefehle wegen des Verdachts der Beteiligung an Terroranschlägen. Sie wurden beziehungsweise werden auch wegen mehrerer Raubüberfälle gesucht. Zwischen 1999 und 2016 sollen sie Geldtransporter und Supermärkte in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen überfallen haben. Ihnen wird auch versuchter Mord vorgeworfen, weil dabei geschossen wurde. 

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