MyMz

Streit

Ruine sorgte für Zerwürfnis im Dorf

Seit dem Teilabriss des alten Pfarrheims sind die Fronten verhärtet. Mit 10:7 Stimmen lehnt der Gemeinderat den Zuschuss ab.

So wie 2010 steht die Ruine in Hohengebraching bis heute da.
So wie 2010 steht die Ruine in Hohengebraching bis heute da. Foto: lhl

Hohengebraching.„Pfarrheim: Stillstand nach dem Teilabriss“, so titelte die MZ im November 2010. Die Überschrift stimmt immer noch. Denn noch heute verunstaltet eine Ruine den Platz bei der Kirche. Das nicht vorhandene Pfarrheim ist ein heißes Eisen in Hohengebraching, und dieses heiße Eisen fängt auch dann zu glühen an, wenn es eigentlich um etwas ganz anderes geht, wie das Theaterstück von Joseph Berlinger.

Denn Berlingers Stück soll im Alten Schloss spielen und wird vom Verein „KULTURvorORT“ veranstaltet, dessen Vorsitzender Hermann Zitzelsberger ist. Und der ist, gemeinsam mit dem früheren Pfarrer Andreas Giehrl, Hauptdarsteller in der Tragödie um die Ruine von Hohengebraching.

Die Vorgeschichte hat mehrere Akte. Am Anfang stand der Wunsch der Kirchengemeinde nach einem neuen Pfarr- und Jugendheim. Dafür wollte sie das alte Gebäude abreißen. Dagegen hatte Nachbar Hermann Zitzelsberger Einwände, denn das Gebäude stehe unter Denkmalschutz. Trotzdem wurde mit dem Abriss begonnen, der dann eingestellt, wieder weitergeführt und wieder eingestellt wurde. Der Stillstand und auch das Zerwürfnis im Dorf waren perfekt.

Seit 2013 ist Pfarrer Giehrl nicht mehr in Hohengebraching. Doch eine Entspannung gibt es trotzdem nicht. Im September 2014 teilte Bürgermeisterin Barbara Wilhelm mit, dass das Landratsamt nun die Baugenehmigung für das Pfarr- und Jugendheim erteilt habe. Es wäre genau an der Stelle und in der Art des alten Gebäudes errichtet worden. Doch Hermann Zitzelsberger klagte, und nun liegt die Sache beim Verwaltungsgericht, das demnächst den Ort des Zerwürfnisses besichtigen wird.

Jetzt hätte Zitzelsbergers Verein gerne Unterstützung für das Theaterprojekt im Schloss. Doch im Pentlinger Gemeinderat hält sich die Begeisterung in Grenzen. Nur drei Räte kamen zur Vorstellung des Projekts und nur sieben sprachen sich jetzt bei der Gemeinderatssitzung für die Gewährung eines Zuschusses aus. Weder 2000, noch abgespeckt 1000 Euro, wird die Gemeinde zu dem Event beisteuern.

Projektleiterin Daniela Bittl-Meinelt und Zitzelsberger hatten zu Beginn der Sitzung vom Rederecht der Bürger Gebrauch gemacht. Zitzelsberger sagte, man solle das Projekt und die Ruine trennen. Dann machte er so etwas wie ein vages Versprechen: „Es sind bauliche Sachen da, die zu lösen sind, dann geht es in diesem Bereich auch weiter.“

Bürgermeisterin Barbara Wilhelm sagte, dass die Gemeinde bisher noch nie kulturelle Projekte gefördert habe, sich demnächst aber grundsätzlich Gedanken über eine solche Förderung machen solle. Nach kurzer Diskussion stimmte die Mehrheit von zehn Gremiumsmitgliedern aus den Reihen der FW-UWG und der CSU gegen eine Förderung des Theaterprojekts im Alten Schloss. (lhl)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht