MyMz

Schlussstriche ziehen

Zum zweiten Mal binnen weniger Wochen gerät die Stadtverwaltung heftig ins Kreuzfeuer der Kritik. Und in beiden Fällen wird nach Beleuchtung der Fakten immer unverständlicher, wie es zu gewissen Entscheidungen kommen konnte. Ist beim „Bunten Haus“ an der Drehergasse vergleichsweise einfach festzustellen, dass die zuständige Behörde weit übers Ziel hinaus geschossen ist – und sich nun umso schwerer tut zurückzurudern, so ist der Fall Ferdinand Schmacks, der seit Jahren um Baurecht in der Von-Brettreich-Straße kämpft, zu kompliziert, als dass ein Urteil auf die Schnelle möglich wäre. Auf den ersten Blick scheint die Argumentation der Stadt logisch, ja klug, in einem Teilbereich eines riesigen Planungsgebiets nichts zu genehmigen, was später hinderlich sein könnte. Bei genauerer Analyse stößt aber auf, dass sich die Stadt offensichtlich davor drückt, ein Gerichtsurteil anzuerkennen, das in entscheidenden Punkten zugunsten ihres Kontrahenten ausgefallen ist. Nachdem Schmack die sachlichen Argumente der Stadt plausibel widerlegen kann, bleibt nur der Verdacht, dass die Verwaltung Order hat, einen gewissen Investor mit allen Mitteln zu ärgern. Das geht natürlich nicht. Zum einen verfestigt sich dadurch in der Bevölkerung das seit langem existierende Vorurteil, dass es mit der Gleichbehandlung auch in Regensburg nicht so weit her ist. Zum anderen läuft die Kommune Gefahr, bei berechtigten Schadenersatzforderungen Steuergelder in den Sand zu setzen. Kurzum: Sowohl beim Bunten Haus, als auch im Falle Schmack täte die Stadt gut daran, Schlussstriche zu ziehen. Den Entscheidungsträgern fiele kein Zacken aus der Krone, ja sie könnten Schaden abwenden und Sympathien gewinnen.

von Thomas Rieke, MZ

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht