MyMz

Traumatische Erlebnisse

Ich bin seit zirka 20 Jahren Pflegemutter und entsetzt über die Handlungsweise der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) im Fall „Fatma“. Natürlich leben wir als Pflegeeltern in den ersten beiden Jahren der Unterbringung immer mit der Option „Rückführung“. Aber eine Rückführung ist an Bedingungen für die leiblichen Eltern geknüpft und geschieht in der Regel durch das Jugendamt gut vorbereitet und begleitet, damit die Kinder möglichst ohne Traumatisierung in die leibliche Familie zurückkommen. In diesem Fall aber war ja an eine Rückführung überhaupt nicht gedacht, da die Mutter ja als „erziehungsunfähig“ eingestuft wurde. Wer aus der Bindungsforschung weiß, wie wichtig gerade die ersten drei Entwicklungsjahre für ein Kleinkind sind und dass traumatische Erlebnisse in dieser Zeit kaum mehr ausgeglichen werden können bzw. ein Leben lang mit sich herumgetragen werden, muss sich fragen, warum die KJF nicht alle Hebel in Bewegung setzt, Fatma zurückzuholen. Denn traumatisiert ist die Kleine auf jeden Fall schon – ohne Eltern in einem fremden Land bei fremden Leuten und ohne die Sprache richtig zu verstehen. Kein Erwachsener würde sich das so ohne weiteres gefallen lassen. Hoffentlich überlegt sich die KJF, was sie diesem Kind antut, es ist bestimmt nicht „zum Wohl des Kindes“.

Gabriele Lingl, Regensburg

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht