mz_logo

Nachrichten
Donnerstag, 19. April 2018 26° 1

Wanderbare Region

Wandern durch „Bayerisch-China“

MZ-Autorin Andrea Potzler erkundet Dietfurt. Sie entdeckt chinesische Kultur und eine alte Mühle.
Von Andrea Potzler, MZ

  • Wanderbare Region: Dietfurt
  • Wanderbare Region: Dietfurt
  • Wanderbare Region: Dietfurt
  • Wanderbare Region: Dietfurt

Dietfurt. Ins schöne Dietfurt geht es für mich diesmal. Was für ein putziges, aber auch wirklich eigenwilliges Städtchen! Hier geht es überall um Chinesen: der Brunnen vor dem Rathaus und ein Chinesenfasching. Außerdem gibt es hier die einzige Mühle an der Altmühl, die noch in Betrieb ist. Sie ist zu einem Museum ausgebaut, das vor allem an die guten alten Zeiten erinnert. An einem Neckermannkatalog von anno dazumal kann ich mich kaum satt sehen und auch Skier, mit denen Luis Trenker durchs Gebirge gewandert hätte sein können, freuen mich. Nett ist auch der Ausblick auf die sieben Täler im obersten Stockwerk der Mühle. Aus einer Dachluke schaut man hier nach Dietfurt und in die Umgebung.

Wandertipps im Rathaus

Und schon bin ich wieder draußen und parke direkt vorm Rathaus, mitten in der Stadt. Ohne Parkschein und vor allem ohne Androhung irgendwelcher Strafen. Hier bleibt man doch gerne. Im Rathaus kann man Infobroschüren zum Wandern und der Region mitnehmen und gleich gegenüber des Brunnens stehen Wegweiser zu den Wanderwegen. Von hier ab werde ich den Schildern mit der Nummer eins, dem Kreuzbergweg, folgen. Ich gehe vorbei am Kloster und gönne mir noch einen kurzen Abstecher zur Wassertretanlage. Auf meinem Weg treffe ich auf zwei Damen mit ihren Hunden. Sie sehen meine Nordic Walking Stöcke und meinen, dass ich es mit Stöcken und ausreichender Fitness wohl in einer Viertelstunde auf den Kreuzberg schaffen sollte, dessen Gipfelkreuz mit goldenem Jesus ich schon in der Sonne strahlen sehe.

Dankesschilder für Marias Hilfe

Sofort bin ich mitten im Wald und folge den Schildern zu Mariengrotte und Kreuzberg. Zwischen den Bäumen wirft die Sonne lustige Flecken auf den Boden und ich merke schnell, dass es hier ordentlich bergauf geht. Die Mariengrotte ist mit vielen Schildern zum Dank für Marias Hilfe seitlich bestückt, sie erreiche ich über einige Betonstufen. Aber dann geht es auch schon wieder weiter auf kiesigen schmalen Pfaden, immer munter gen Gipfel. Am letzten Stück stoße ich auf den Kreuzweg und bin tatsächlich nach fünfzehn Minuten auf dem Gipfel und bei der Schutzhütte. Auf ihr steht eine Empfehlung, doch möglichst viele Wanderer hierher einzuladen. Dem komme ich doch gerne nach: Wanderer kommt! Dietfurt und seine Umgebung ist wirklich wunderschön gelegen! Was für ein Blick über Dietfurt! Nicht nur der Aufstieg hatte etwas Alpines, auch die weite Aussicht auf die umliegenden Hügel wirkt bombastisch. Da ich nun einmal allein hier auf dieser Gipfelwiese bin, beschließe ich kurz zu rasten und mir die Zeit mit Anton Bruckners majestätischer fünfter Sinfonie zu versüßen. Da ragen die umliegenden Mischwälder gleich noch höher auf, edle Tannen, stämmige Eichen und hohe Fichten – tatata! Auch der Blick in die Tiefe – überall Weite!

Durch den Wald Richtung Hainsberg

Aber ich vergesse mich, zurück auf den Weg, an der Infotafel vorbei weiter nach links, den Einsern nach und dem Schild Herzogstand. Von hier aus geht es durch den Wald Richtung des Ortes Hainsberg, den wir rechts liegen lassen und weiter den Einsern am Maisfeld entlang folgen.Von dort munter weiter auf einem Wirtschaftsweg. Nach einiger Zeit weist uns hier wieder ein Schild nach links direkt durch einen nassen Wiesenabschnitt zum Herzogstand. Auch wenn man denkt, der Weg sei zu schmal oder undurchsichtig – hier geht es gut ausgeschildert weiter. Nach kurzer Zeit steht man wieder zwischen den Fichten, umgeben von vielen, vielen herrlichen Walderdbeeren und blickt man nach links, sieht man erneut Dietfurt durch die Büsche lugen. Vor mir hebt ein großer Greifvogel ab und hinterlässt einen Haufen Federn eines kleineren Vogels – den Greifer hab ich wohl bei der Mahlzeit gestört. Bei seinem Flug erfreut mich wieder Bruckner aus dem Kopfhörer mit ein paar gewaltigen Takten. Ich biege von hier leicht rechts ab und schon bin ich am Herzogstand, wo mich eine Bank zum Blick aufs nordöstliche Dietfurt einlädt. Hier ist gut rasten und meditieren oder brotzeiten.

Ein kleines Stück verfolgt man von hier den Weg zurück, wieder der Beschilderung 1 folgend, der sich ab hier auch die Zweier anschließen. Ein Schild weist mit 2 km nach Dietfurt und ich folge den wieder schmalen Pfaden durch den Wald, bis ich schließlich unverhofft zwischen Häusern stehe. Hier sehe ich wieder die Stadtpfarrkirche, auf die ich schnurstracks entlang der Kellergasse durch ein Stadttor, das gerade restauriert wird, zuhalte. Zehn Minuten weiter bergab bin ich wieder vor dem Rathaus, wo ich bequem ins Auto einsteigen kann.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht