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Umwelt

Wohnoase: Vorbild in Sachen Ökologie

Das Tretzel-Projekt im Westen der Stadt wartet mit einem zukunftsträchtigen Konzept auf.

Die Wohnoase im Westen von Regensburg Foto: BTT

Regensburg. Einen Blick in künftiges Wohnen kann man schon jetzt im Regensburger Westen werfen. Dort hat das BTT Bauteam Tretzel am Hochweg auf dem Gelände des früheren Teppichwerks das Projekt „Wohnoase“ geschaffen, das mit zukunftsweisenden Details vor allem im Bereich der Ökologie aufwartet. Das Unternehmen selbst spricht von einem innovativen Konzept bei der Energieversorgung und der Kommunikationstechnik und ist in diesen Bereichen nahezu autark.

„Wir haben in dem Projekt Wohnoase erstmals auch die Versorgung der Wohnungen in die Hand genommen und können unseren Kunden Wärme, Strom, Telefon, Internet und Fernsehen jeweils um etwa ein Drittel günstiger liefern als die etablierten Anbieter“, betont Geschäftsführer Volker Tretzel gegenüber der MZ. Ein Teil dieser Einsparungen beruhe auf Mengen- und Skaleneffekten, ein weiterer Teil werde durch bessere Nutzung der Energie mit Hilfe von Blockheizkraftwerken erreicht.

Eine Besonderheit der „Wohnoase“ ist das Energiekonzept. Die Energieversorgung (Strom und Wärme) erfolgt durch ein eigenes Blockheizkraftwerk – Kraft-Wärme-Kopplung im Quartier. Der Wirkungsgrad liegt nach Angaben von BTT bei 92 Prozent, übliche Großkraftwerke erreichen nur knapp 40 Prozent. CO2-Emissionen würden durch die umweltschonende Energiegewinnung erheblich reduziert; das Unternehmen spricht von rund 1600 Tonnen Einsparung pro Jahr. Dafür erhielt Tretzel im Jahr 2008 den Umweltpreis der Stadt.

Durch das eigene Niederspannungsnetz und eigene Trafos verringern sich laut BTT auch die Nutzungsentgelte, die sonst mehr als ein Drittel der Stromkosten ausmachen würden. Anfallendes Regenwasser wird für die rund 7000 Quadratmeter Wasserflächen und die Gartenbewässerung genutzt. So wird die Kanalisation entlastet, das Wasser in den ökologischen Kreislauf zurückgeführt.

Das Projekt „Wohnoase“ gilt als zukunftsweisend. Aber wie wird sich die weitere Entwicklung im Wohnungsbau mit Blick auf Energieverbrauch, Nachhaltigkeit und altersgerechtes Wohnen darstellen? Für Tretzel liegt der naheliegende Weg in die Zukunft in der kontinuierlichen Verbesserung bei der Nutzung und dem Verbrauch der fossilen Brennstoffe. Erst wenn diese unbezahlbar sein werden, werde es sinnvoll sein, auf die alternativen Energieträger wie Wind und Sonne auszuweichen. „Dies jetzt schon zu tun, bedeutet nur eine unangemessene und unsinnige Belastung der Verbraucher“, argumentiert der BTT-Geschäftsführer.

Laut Tretzel besteht eine „gewisse Hoffnung“, dass sich die Energieprobleme der Menschheit eines Tages mit Hilfe der Kernfusion lösen lassen, die technisch höchst anspruchsvoll, aber wohl weniger katastrophenträchtig als die heute noch gebräuchliche Kernspaltung ist. „Wären die 100 Milliarden, die man für die Subvention von Sonnenkollektoren etc. verplempert, in die Entwicklung dieser Technologie investiert worden, dann wären wir einer dauerhaften Lösung der Energieprobleme vielleicht schon einen Schritt näher gekommen“, glaubt Volker Tretzel. (wn)

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