Meisterkür einer besonderen Liga
Die blauen Bananenflanker jubeln auf dem Neupfarrplatz in Regensburg

01.08.2023 | Stand 13.09.2023, 1:49 Uhr

Stolzer geht‘s nicht: Das Team in Blau nahm den Siegerpokal in Empfang. Fotos: Christian Brüssel (3)

Regen? Egal! Es passte doch nur ins Bild: Bei den geistig beeinträchtigten jugendlichen Kickern des Teams Bananenflanke läuft ja längst auch nicht alles glatt im Leben.

Und so sorgte alles Wetter-Unbill auf dem Neupfarrplatz zwar für Spielplan-Improvisation mit verkürzten Spielzeiten und einem Wegfall des Spiels um Platz drei, aber keinesfalls für einen Mangel an Begeisterung, Leidenschaft und Kampfgeist. Nach sieben letzten und entscheidenden Saisonspielen stand fest: Blau, endlich mal wieder Blau war die Meisterfarbe – zum ersten Mal seit der Erstaustragung 2014.

Die Sortierung nach Farben hat Tradition von Beginn an in der Geschichte der Bananenflankenliga: Blau, Weiß, Schwarz, Gelb, Gelb, Orange und noch einmal Gelb hießen die Champions der sieben Austragungen zuvor. 2020 und 2021 musste ja Corona-Pause eingelegt werden.

In Neutraubling und zuletzt Hainsacker war der Grundstein für ein spannungsgeladenes drittes und letztes Saisonturnier gelegt worden: Alle vier Teams fanden sich in der Tabelle nur einen einzigen Sieg, also drei Punkte, auseinander wieder. Die vier fehlenden Hauptrundenspiele änderten zwar nichts an der Reihenfolge zuvor (Gelb vor Blau, Rot und Weiß), aber die Ergebnisse deuteten mit zwei Unentschieden und zwei Ein-Tore-Siegern schon an, dass es eng bleiben würde.

Es wurde sogar noch knapper: Alle drei K.o.-Spiele wurden erst nach Verlängerung entschieden und brachten Stimmung auf den Neupfarrplatz, die auch wieder zufällige Passanten packte. Die Leistungen der beeinträchtigten Kinder an öffentlichen Orten in den Blickpunkt zu rücken, ist ja ein zentraler Baustein der Banenenflanken-Idee, die sich von Regensburg aus an inzwischen rund 20 Standorte Deutschlands verbreitet hat und gelebt wird.

Alle K.o.-Spiele verlängert

Doch zurück zum Turnier und dem Halbfinale: Erst machten die Blues gegen die Reds einen 0:1-Rückstand wett – mit Siegtorschütze Florian Phan in der Verlängerung. Dann führte Titelverteidiger, Rekordgewinner und Hauptrundensieger Yellow sogar 2:0 – und zog doch gegen den Vierten, die Whites, noch mit 2:3 den Kürzeren. Auch hier war ein Florian der Matchwinner: Florian Staudinger hieß der Mann des 3:2 in Weiß, wieder in der Verlängerung. Nach einer neuerlichen Regenunterbrechung, in der die Parade des Regensburger Christopher-Street-Days vorbeizog, ging es auch im Endspiel munter hin und her. Außenseiter Weiß schien sich in Schwung gespielt zu haben, führte 2:0 und glich auch nach dem blauen Umschwung noch einmal zum 3:3 aus.

Johannes Böhm mit seinem dritten Treffer hintereinander aber machte die Blues mit dem 4:3 zum Meister – mit dem Anschuss der Verlängerung. Und Versicherungsmann Johannes Dorsch, einer der treuesten Unterstützer und blauer Brustsponsor, fiel ein Stein vom Herzen, als Kapitän Michael Eisenblätter, auch ein Bananenflankenspieler der ersten Stunde, den Meisterpokal bei der Siegerehrung in die Höhe stemmte. „Sieben Jahre hat es gedauert, nun ist es vollbracht.“

Weiß war am Boden, aber nicht lange. Und auch Gelb tröstete sich mit allen drei Auszeichnungen bei der Siegerehrung: Das Team stellte mit Martin Schirdewahn den Torschützenkönig, mit Lukas Sieber-Schläfer den besten Torwart und mit Simon Schick auch noch das Vorbild der Saison. „Er war bei jedem Training und dazu noch immer angemeldet“, hieß es zur Begründung. Zu den Helden der Saison wurde das Social-Media-Team mit Luisa Waltner, Lena Reinhart und Maxi Winter gekürt, das einen besonderen Erfolg verzeichnete: Das Video „Ich gebe den Ball weiter an“ verzeichnet inzwischen rund 600 000 Aufrufe.

Champions Day auf dem Schiff

So ließ sich auch am Tag darauf beim Champions Day auf dem Schiff und am Donaustrand schön feiern. Übrigens spielte wenigstens da das Wetter mit.

Die Ergebnisse

3. und letzter Spieltag auf dem Regensburger Neupfarrplatz: Vorrundenspiele: White – Red 0:1: Tor: 0:1 Kühn

Blue – Yellow 1:1: Tore: 1:0 Deckert, 1:1 Strauß

Red – Yellow 2:3: Tore: 1:0 Edon, 2:0 Kühn, 2:1, 2:2 und 2:3 Schirdewahn

White – Blue 2:2: Tore: 1:0 Smolarczyk, 1:1 Herold, 2:1 Guggenberger, 2:2 Deckert

Abschlusstabelle, Hauptrunde: 1. Team Yellow 16:11 Tore, 11 Punkte; 2. Team Blue 10:10, 9; 3. Team Red 10:10, 7; 4. Team White 8:13, 5

Halbfinale: Blue – Red 2:1 n. V. Tore: 0:1 Edon, 1:1 Johannes Böhm, 2:1 Phan

Yellow – White 2:3 n. V.. Tore: 1:0 Ksiazek, 2:0 Strauß, 2:1 Schwind, 2:2 Guggenberger, 2:3 Staudinger

Finale: Blue – White 4:3 n. V. Tore: 0:1 Smolarczyk, 0:2 Schwind, 1:2 Johannes Böhm, 2:2 Johannes Böhm, 3:2 Phan, 3:3 Schwind, 4:3 Johannes Böhm

Bester Torschütze: Martin Schirdewahn (Team Yellow)

Bester Torwart: Lukas Sieber-Schläfer (Team Yellow)

Vorbild der Saison: Simon Schick (Team Yellow)

Helden der Saison: Das Social-Media-Team mit Luisa Waltner, Lena Reinhart und Maxi Winter