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Mittwoch, 15. August 2018 27° 6

Royals

Alle freuen sich auf Harrys Hochzeit

In Deutschland fiebern Royal-Fans der Vermählung entgegen. In der britischen Botschaft in Berlin gibt es eine Riesenparty.
Von Caroline Bock, dpa

Prinz Harry und seine Meghan treten am Samstag auf Schloss Windsor vor den Traualtar. Foto: Dominic Lipinski/PA Wire/dpa
Prinz Harry und seine Meghan treten am Samstag auf Schloss Windsor vor den Traualtar. Foto: Dominic Lipinski/PA Wire/dpa

Berlin.Auch in Deutschland heißt es am Samstag: Taschentücher raus! Prinz Harry und Meghan Markle heiraten auf Schloss Windsor. Ein Weltereignis. Es gibt auch hierzulande einige Partys und Fans vor den Fernsehern. Vielleicht wird es eine Nummer kleiner als bei Kate und William vor sieben Jahren. Aber Harry, der rothaarige Prinz mit der wilden Vergangenheit, ist beliebt, wohl nicht nur bei Lesern der Zeitschriften, die beim Friseur liegen.

Warum eigentlich? „Er ist ein ganz normaler junger Mann“, sagt Sebastian Wood, der britische Botschafter in Berlin, im Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Wir haben alle erlebt, wie seine Kindheit war, mit diesem sehr traurigen Ereignis, dass seine Mutter früh gestorben ist. Wir haben gesehen, wie er aufgewachsen ist. Jetzt ist er ein junger Mann, der die Liebe gesucht und die Liebe gefunden hat.“ Hach!

400 Gäste bei Party in Berlin

Laut einer YouGov-Umfrage wollen nur 14 Prozent der Befragten in Deutschland die Hochzeit gucken. Aber die deutschen Windsor-Fans sind im Fieber: Evelyn Marie Seidel, die Chefin des „Lady Di Clubs“, wollte extra aus dem niedersächsischen Hameln nach England reisen. In Städten wie Köln und Hannover sind Partys zum Fernsehgucken geplant.

Wie gut kennen Sie sich mit royalen Hochzeiten aus? Testen Sie Ihr Wissen.

In der britischen Botschaft nahe dem Brandenburger Tor wird am Samstag mit der BBC-Übertragung gefeiert. Dazu werden Pimm’s, der klassische Sommerdrink, Gurkensandwiches und Fish & Chips mit Essig serviert. Ein Aston Martin wird als Hochzeitsauto dekoriert.

Die 400 geladenen Gäste sind aus der deutsch-britischen Community oder engagieren sich ähnlich wie die Royals für den guten Zweck. Das Motto: „Love is great“. Auch eine Hochzeitstorte wird aufgetischt. Sie wird mit einem der gleichgeschlechtlichen Ehepaare angeschnitten, die in der Botschaft geheiratet haben, bevor dies in Deutschland mit allem Drum und Dran möglich war.

Besuch in der Botschaft wäre eine Ehre

Der britische Botschafter Sir Sebastian Wood freut sich auf die Hochzeitsparty in Berlin. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa
Der britische Botschafter Sir Sebastian Wood freut sich auf die Hochzeitsparty in Berlin. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Die Botschaft hat Übung mit Terminen im Zeichen der Krone. Der Geburtstag von Königin Elizabeth II. wird traditionell in der Residenz im Garten gefeiert. Die Queen (92) reiste 2015 zu ihrem fünften Staatsbesuch nach Deutschland. Zwei Jahre später waren Herzogin Kate (36) und Prinz William (35) da. Harry (33) besuchte 2010 in Berlin die Gala „Ein Herz für Kinder“. Wann kommt er nach der Hochzeit mit seiner Frau nach Deutschland? Natürlich hoffe er darauf, sagt Botschafter Wood. „Es wird sicher ein bisschen Konkurrenz geben von anderen Botschaften in unserem globalen Netzwerk. Natürlich war es ein großes Privileg letztes Jahr, dass William und Kate drei Tage in Deutschland verbracht haben. Sie haben drei Nächte bei uns in der Residenz übernachtet, mit ihren Kindern.“ Das habe gut funktioniert – auch mit Botschafter-Hund Albie, der zwar sehr groß, aber vielleicht der liebste Hund Berlins sei.

Die Hochzeit können Sie am Samstag in unserem NewsBlog live verfolgen.

Die jungen Royals interessierten sich für Deutschland, sagt Wood. „Es gibt enge Verbindungen zwischen der Königsfamilie und Deutschland.“ Wood trifft öfter bei Feiern in Deutschland Verwandte der Windsors. „Das passiert ständig.“

Zu den Schlagzeilen um Meghan Markles Familie und den wankelmütigen Vater sagt der Botschafter: „Man muss Verständnis dafür haben, dass es eine große Herausforderung ist, wenn eine Familie im Zentrum der Aufmerksamkeit steht. Ich weiß, dass das Paar darum gebeten hat, dass die Medien die Privatsphäre des Vaters respektieren.“

Der Nachwuchs ist ein gutes Vorbild

Bei den jungen Windsors beobachtet Wood ein starkes Pflichtgefühl. „Das habe ich beim Besuch von William und Kate gespürt. Sie arbeiten sehr diszipliniert daran, das Land zu vertreten und gute Botschafter im wahrsten Sinne des Wortes zu sein. Aber sie spiegeln auch das Gefühl der Gesellschaft, Großbritannien ist viel bunter und toleranter geworden.“

Wie wird Meghan Markle vor den Traualtar treten? Sehen Sie dazu das Video:

Royal Wedding: Was wird die Braut tragen?

Nach dem Vorbild ihrer Mutter Diana, die ihre Rolle als Prinzessin nutzen wollte, um Benachteiligten zu helfen, wollten ihre Söhne diese Tradition fortsetzen. Sie wollten zum Beispiel erreichen, dass psychischen Krankheiten kein Stigma mehr anhaftet. „Harry hat zugegeben, dass er nach dem Tod seiner Mutter selbst Therapie und Hilfe gesucht hat, um das schreckliche Erlebnis zu verarbeiten. Damit will er erreichen, dass andere weniger Hemmungen haben, Hilfe zu suchen.“

Ob man auch als Engländer bei der Hochzeit weinen darf? „Es ist ein Mythos, dass die Briten keine Emotionen zeigen“, sagt Wood. „Natürlich darf man bei der Hochzeit weinen, aber vielleicht nicht zu laut.“

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