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Alzheimer löst Angst aus

Die Krankheit ist nicht heilbar, aber Betroffene und Angehörige bekommen mittlerweile viel Unterstützung.
Dr. Klaus Gürtler, Diplom-Psychologe

Dr. Klaus Gürtler ist als Psychologe bei der Stiftung Alzheimer Demenz Pflege+Forschung tätig.
Dr. Klaus Gürtler ist als Psychologe bei der Stiftung Alzheimer Demenz Pflege+Forschung tätig.

Alzheimer und Demenz sind für viele zu Schreckensworten geworden. Sie lösen zunächst Betroffenheit aus und Angst, einmal selbst unter dieser „geistigen Krankheit“ leiden zu müssen. Das Altern erhält einen bitteren Beigeschmack.

Aber die Suche nach Antworten auf die ewigen Fragen nach dem wann, warum und weshalb führen nicht weiter. Was Menschen mit Demenz weiter hilft sind konkrete Unterstützungsmaßnahmen, und die gibt es mittlerweile jede Menge.

Alzheimer Gesellschaft Regensburg seit 1996

Das hat auch etwas mit der Deutsche Alzheimer Gesellschaft zu tun, die heuer ihr 30-jähriges Bestehen feiert. Eine erste regionale Gruppe gab es schon 1986 in München. In Regensburg gründete sich die Alzheimer Gesellschaft Oberpfalz 1996. Die Stiftung Alzheimer Demenz Pflege + Forschung folgte 2007.

Diese und noch viele andere Verbände und Initiativen helfen Menschen mit Demenz und auch ihren pflegenden Angehörigen. Letztere sind so unheimlich wichtig, denn wie die Deutsche Alzheimer Gesellschaft zum heutigen Welt-Alzheimertag mitteilt, werden rund zwei Drittel aller Menschen mit Demenz von ihren Angehörigen betreut und gepflegt.

Das Schreckgespenst kleiner machen

Diese Aufgabe bringt vielfältige Herausforderungen mit sich. Das betrifft häufig nicht nur den direkten Umgang mit den Erkrankten, sondern auch den Kontakt mit Behörden, Nachbarn und Freunden oder anderen Familienangehörigen. Pflegende Angehörige machen aber auch viele positive Erfahrungen und erleben sich selbst manchmal von einer ganz neuen Seite.

Dafür stehen in ganz Deutschland unter dem Dach der Deutschen Alzheimer Gesellschaft 136 regionale Alzheimer Gesellschaften mit Ehrenamtlichen und angestelltem Fachpersonal zur Verfügung. Ihre Expertise und ihr selbstloses Engagement erleichtern die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen.

In absehbarer Zeit wird es keine Heilung geben, aber um das Schreckensgespenst etwas kleiner zu machen und die Krankheit zu entdramatisieren: Von den rund 17,5 Millionen über 65-Jähriger in Deutschland haben 90 Prozent keine Demenz und selbst bei den 90-Jährigen sind es noch 60 Prozent, die geistig fit sind. Der Welt-Alzheimertag am 21. September erinnert an die Menschen mit Demenz und informiert über Vorbeugung, nahe Hilfsangebote und persönliche Unterstützung.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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