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Freitag, 21. September 2018 28° 3

Geld

Auf die Strategie kommt es an

Wenn Anleger mit speziellen Fonds arbeiten, sind die Chancen oft höher. Das Gleiche gilt allerdings auch für die Risiken.
Von Sabine Meuter, dpa

Anleger können ein breit aufgestelltes Depot mit Spezialstrategien ergänzen. Welche passt, muss aber jeder selbst entscheiden. Foto: Heinl/dpa
Anleger können ein breit aufgestelltes Depot mit Spezialstrategien ergänzen. Welche passt, muss aber jeder selbst entscheiden. Foto: Heinl/dpa

Nebenwerte unterliegen höheren Schwankungen

Grundsätzlich heißt es immer: Geldanlage breit streuen. Wer also zum Beispiel einen weltweit gemanagten Fonds oder einen sogenannten ETF auf den MSCI World Index kauft und das Ganze mit einem Rentenfonds ergänzt, macht vieles richtig. Ein Basisinvestment lässt sich aber auch ergänzen und erweitern. So bieten etwa Nebenwerte, also kleine (SmallCaps) beziehungsweise mittlere (MidCaps) börsenorientierte Unternehmen, durchaus Chancen. Allerdings unterliegen diese Aktien häufig höheren Schwankungen. „Auf der einen Seite können neue Aufträge oder eine positive Entwicklung schnell zu einer hohen Rendite führen“, sagt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Auf der anderen Seite haben Anleger ein entsprechend höheres Risiko, wenn es nicht so gut läuft wie geplant. Dirk Ulbricht, Direktor des Instituts für Finanzdienstleistungen (iff) in Hamburg, rät Kleinanlegern von einzelnen SmallCaps und MidCaps eher ab. „Bei den meisten liegen zu wenig Informationen vor, um sich einen vernünftigen Eindruck darüber zu verschaffen, ob sie etwa einen Rückschlag finanziell verkraften können“, erklärt Ulbricht.

Gold gilt als gute Krisenwährung. Foto: Sven Hoppe/dpa
Gold gilt als gute Krisenwährung. Foto: Sven Hoppe/dpa

Rohstoffe bieten viele Möglichkeiten zum Investieren

Ob Gold, Öl oder Gas – es gibt viele Möglichkeiten, in Rohstoffe zu investieren. „Möglich sind Kurs- und gegebenenfalls auch Währungsgewinne, falls der Rohstoff in einer anderen Währung wie etwa dem US-Dollar notiert ist“, betont Prof. Martin Weber von der Fakultät für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim. Lohnenswert kann zum Beispiel ein Investment in Gold sein. „Das Edelmetall ist eine Krisenwährung, deren Wert steigt, wenn alles andere fällt“, sagt Ulbricht. Das kann aus seiner Sicht ein Sicherheitsanker sein, falls es tatsächlich einmal zu einem Zusammenbruch des Finanzmarktes kommen sollte. Allerdings: „Häufig genug laufen Rohstoffpreise auch vollkommen unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung“, so Ulbricht. Dies könne für Anleger Chance und Risiko zugleich sein.

„Keinesfalls ist es ratsam, einen größeren Teil des Vermögens in nur ein Finanzprodukt zu stecken.“

Ralf Scherfling, Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

Auf Dividenden sollte man sich nicht verlassen

Aktiengesellschaften beteiligen Aktionäre an ihrem Gewinn. Allein in Deutschland schütten die Unternehmen in diesem Jahr rund 46 Milliarden Euro an Dividenden aus – so viel wie noch nie zuvor. Die Höhe der Dividende wird häufig als Indiz der wirtschaftlichen Stärke eines Unternehmens betrachtet. „Dividenden können im Vorfeld von Anlegern nicht sicher bei den eigenen Erträgen eingeplant werden“, gibt Scherfling zu bedenken. Denn wie hoch der Gewinn am Ende ausfällt, kann immer nur von Jahr zu Jahr geschätzt, nicht aber sicher vorhergesagt werden. Bei schlechter Geschäftslage kann die Ausschüttung auch gestrichen werden. „Insgesamt ist das Geschäftsmodell der entscheidende Faktor und nicht die Höhe der Dividende“, stellt Ulbricht klar. Investiert ein Unternehmen in einen erfolgreichen Wachstumskurs, statt Gewinne auszuschütten, dann ist das langfristig vorteilhafter.

In Branchen zu investieren kann sich lohnen

Egal ob Energie, Pharma oder künstliche Intelligenz – bestimmte Fonds bündeln Werte einer bestimmten Branche. Wer an die Zukunft einer bestimmten Branche glaubt, kann sein Geld so recht unkompliziert investieren. Allerdings ist auch hier das Risiko letztlich höher – nämlich dann, wenn der erwartete Boom doch nicht eintritt. „Zudem können konjunkturelle Entwicklungen, aber auch externe Ereignisse eine Branche positiv oder negativ beeinflussen – und damit auch die Rendite, die in diesem Markt erzielt werden kann“, sagt Scherfling. Ein Beispiel für ein externes Ereignis: das Unglück von Fukushima im März 2011 für den Energiemarkt.

Länderfonds sind grosse Chance und hohes Risiko zugleich

Für fast alle Staaten existieren auch Länderfonds. Wer in solche Fonds investiert, partizipiert an der Wertentwicklung eines ganz bestimmten Marktes. „Hier können Chance und Risiko höher sein als bei weltweit agierenden Fonds“, erklärt Weber. ETFs auf den Deutschen Aktienindex Dax, den MSCI Deutschland oder den FAZ-Index zum Beispiel haben sich in den vergangenen fünf Jahren gelohnt: Bei allen drei lag die Wertentwicklung bei rund neun Prozent pro Jahr. Wer aber nur auf einzelne Länder setzt, verzichtet zugleich auf die Vorteile, die die weltweite Anlagen zu bieten haben. Allgemein gilt: Wer auf spezielle Fonds setzen will, sollte ein wenig Erfahrung mitbringen. Auch sollten solche Anlagen eher nur eine Beimischung sein.

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