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Unglück

Basketball-Legende Kobe Bryant ist tot

Trauer um Ex-Basketballstar Kobe Bryant: Er und seine Tochter kamen am Sonntag bei einem Hubschrauberunglück ums Leben.

US-Basketball-Legende Kobe Bryant ist unter den Opfern eines Helikopter-Absturzes. Foto: EPA/MICHAEL NELSON CORBIS OUT
US-Basketball-Legende Kobe Bryant ist unter den Opfern eines Helikopter-Absturzes. Foto: EPA/MICHAEL NELSON CORBIS OUT

Los Angeles.Die Sportwelt steht unter Schock. Der ehemalige Basketball-Superstar Kobe Bryant ist am Sonntag bei einem Hubschrauberabsturz in Kalifornien tödlich verunglückt. Der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti, bestätigte am Mittag (Ortszeit) das Helikopter-Unglück nahe Los Angeles. „LA trauert mit der Familie Bryant“, twitterte er. Die Polizei teilte in einer Pressekonferenz mit, dass neun Menschen ums Leben gekommen sind, nannte aber keine Namen. Laut Angaben des Bürgermeisters war auch Bryants 13 Jahre alte Tochter Gianna unter den Opfern.

„Das sind schreckliche Nachrichten“, twitterte US-Präsident Donald Trump. Die nordamerikanische Profiliga NBA würdigte Bryant als „einen der außergewöhnlichsten Spieler“ der Basketball-Geschichte. Die NBA-Familie sei „am Boden zerstört“, dass Bryant und dessen Tochter Gianna tragisch gestorben seien, teilte Liga-Commissioner Adam Silver mit. Zunächst hatte das US-Klatschportal TMZ über den Tod des 41-jährigen ehemaligen Topstars der Los Angeles Lakers berichtet.

Bryant war mit seiner Tochter und weiteren Passagieren laut Angaben mehreren US-Medien auf dem Weg zu einem Basketball-Turnier in dem Ort Calabasas unweit von Los Angeles. Der ehemalige Spieler der LA Lakers gilt als einer der größten Basketballer der Sportgeschichte. Er war verheiratet und hatte vier Töchter. „Unwirklich. Kobe tot mit 41. Gebete gehen an die Familien aller fünf Opfer“, schrieb der frühere deutsche NBA-Profi Detlef Schrempf bei Twitter.

Feuer erschwert Rettungskräften den Weg

Bei nebligem Wetter war die Maschine vom Typ Sikorsky S-76 am Morgen (Ortszeit) abgestürzt und in Flammen aufgegangen. Dieses Feuer habe es den Rettungskräften erschwert, zum Unglücksort zu gelangen, berichtete die „Los Angeles Times“ unter Berufung auf einen Sprecher. Die Zeitung zitiert weitere Quellen, wonach der Hubschrauber in Orange County gestartet war, dem Wohnort Bryants im Südosten von Los Angeles, Calabasas liegt etwa 30 Kilometer westlich von der Stadt.

Zahlreiche Fans versammelten sich noch am Vormittag vor dem Staples Center, der Heimat der Lakers, und trauerten um Bryant und legten Kränze nieder. In der Halle sollten am Abend die Grammys verliehen werden. Die San Antonio Spurs und Meister Toronto Raptors ehrten Bryant in ihrem Spiel, in dem sie bei den ersten Angriffen die 24 erlaubten Sekunden ohne Aktion verstreichen ließen. In seiner Zeit bei den Lakers war die 24 seine Rückennummer.

Bryant war einer der erfolgreichsten und einflussreichsten Profis der Basketball-Geschichte. „Kobe bedeutet so viel für die Liga, für den Basketball weltweit“, schwärmte auch die deutsche Legende Dirk Nowitzki, als Bryant seine Karriere im April 2016 nach 20 Jahren in der NBA beendete. „Er war der Michael Jordan unserer Generation.“

Hollywoodreifer Abschluss mit 37 Jahren

Fünf Titel holte Bryant mit seinen Los Angeles Lakers, wurde 15-mal ins beste Team der NBA gewählt – keinem gelang dies häufiger. 81 Punkte erzielte der knapp zwei Meter große Shooting Guard einmal in einer Partie 2006. Seine 33 643 Zähler in regulären Saisonspielen werden nur von Kareem Abdul-Jabbar, Karl Malone und LeBron James übertroffen – Letzterer zog erst am Samstag (Ortszeit) an Bryant auf Platz drei der Bestenliste vorbei.

2004 wurde ein Prozess gegen ihn wegen des Verdachts der Vergewaltigung einer 19 Jahre alten Hotelangestellten eingestellt. Die Staatsanwaltschaft ließ die Anklage fallen, nachdem die Frau nicht mehr am Prozess teilnehmen wollte. Bryant hatte stets gesagt, dass es mit ihrem Einverständnis zu sexuellen Handlungen gekommen sei.

Auch wenn Bryant gegen Ende seiner Laufbahn nicht mehr an seine Glanzzeiten anknüpfen konnte und mit LA immer wieder die Playoffs verpasste, gelang ihm doch ein hollywoodreifer Abschluss. Im Alter von 37 trumpfte er in seinem letzten Spiel noch einmal mit 60 Punkten auf und ließ sich im goldenen Konfettiregen von Stars wie Lakers-Edelfan Jack Nicholson, Jay-Z und David Beckham feiern.

Eltern benannten Bryant nach Kobe-Steak

Bryant wuchs als Sohn des damaligen NBA-Spielers Joe Bryant auf und zog mit seiner Familie in seiner Kindheit und Jugend zeitweise nach Italien, als sein Vater dort aktiv war. Seine Eltern benannten ihn nach dem Kobe-Steak, das sie laut offizieller NBA-Biografie auf einer Speisekarte gesehen hatten. 1996 kam Bryant in die NBA, ohne zuvor ein College besucht zu haben. Die Lakers sicherten sich die Rechte an dem großen Talent, nachdem sie ein folgenreiches Tauschgeschäft mit den Charlotte Hornets einfädelten.

Schon früh in seiner Karriere nahm sich Bryant den besten Basketballer der Geschichte, Michael Jordan, als Maßstab, strebte mit unbändigem Ehrgeiz nach seiner Größe. An der Seite des imposanten Centers Shaquille O’Neal gewann Bryant von 2000 bis 2002 seine ersten drei NBA-Meisterschaften, sein Co-Star wurde jedoch jedes Mal als wertvollster Spieler der Finalserie ausgezeichnet.

Seine Verabschiedung nach seinem letzten Spiel, als er mit Bezug auf seinen Spitzennamen die Worte „Mamba Out“ sprach und das Hallenmikrofon niederlegte, erreichten ikonischen Status und wurden selbst vom damaligen US-Präsidenten Barack Obama imitiert. Nun sorgte die Nachricht von Bryants Tod für einen Schock, der weit über die Basketballwelt hinausging.

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