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Binnenschiffe für das Klima

Der „nasse Verkehrsträger“ verfügt noch über ungenutzte Potenziale und kann künftig weitaus mehr Tonnage übernehmen.
Von Fabian Spiess, Referent beim Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB)

Der Autor ist Referent beim Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) mit Sitz in Duisburg.
Der Autor ist Referent beim Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) mit Sitz in Duisburg.

Regensburg.Rund 220 Mio. Tonnen Güter werden jährlich über die deutschen Wasserstraßen befördert. Damit leistet die Binnenschifffahrt schon heute einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung des Güteraufkommens und trägt maßgeblich zur Rohstoffversorgung der großen deutschen Industriestandorte bei. Dennoch verfügt der „nasse Verkehrsträger“ noch über ungenutzte Potenziale und kann künftig weitaus mehr Tonnage übernehmen. Dies wäre auch klimapolitisch sinnvoll, da der Transport per Binnenschiff eine vorbildliche Ökobilanz aufweist.

Laut aktueller Zahlen des Umweltbundesamtes verursacht ein Binnenschiff pro Tonnenkilometer 34 Gramm Treibhausgasemissionen und damit deutlich weniger als ein Lkw (112 g/tkm). Führt man sich vor Augen, dass der Anteil des Straßengüterverkehrs an der Verkehrsleistung im deutschen Güterverkehr bei über 70 Prozent liegt, lassen sich die enormen Möglichkeiten für einen deutlich CO2-sparsameren Güterverkehr erkennen, wenn eine vermehrte Verlagerung auf die Wasserstraßen gelingt. Nebenbei würde auch das Straßennetz vom stetig zunehmenden Lkw-Verkehr signifikant entlastet. Immerhin ersetzt ein modernes Binnenschiff rund 150 Lkw!

Im Mai 2019 stellte Verkehrsminister Scheuer den „Masterplan Binnenschifffahrt“ vor, ein Maßnahmenpaket zur Stärkung der Binnenschifffahrt, das mit Unterstützung der Branchenverbände ausgearbeitet wurde. Mit den Worten „Schiff statt Stau, H20 statt CO2“ fasste der Minister das Ziel zusammen, den Modal Split der Binnenschifffahrt von derzeit acht Prozent auf zwölf Prozent bis 2030 zu erhöhen. Damit dies gelingt, muss der Bund die Maßnahmen aus dem Masterplan nun schnellstmöglich umsetzen und für einen Personalaufwuchs in der zuständigen Wasserstraßenverwaltung sorgen. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Haushaltsmittel für die Bundeswasserstraßen vollständig „verbaut“ werden können, damit störanfällige Schleusen und Engpässe im Netz endlich der Vergangenheit angehören. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Binnenschifffahrt entscheidend zu einem „grüneren“ Gütertransport beitragen kann und damit auch bei der Erreichung der ambitionierten Klimaziele der Bundesregierung eine wichtige Rolle spielt.

Der Autor ist Referent beim Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) mit Sitz in Duisburg.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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