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Krankheiten

Coronavirus: Weiteres Kind infiziert

Das bayerische Gesundheitsministerium meldet insgesamt zehn Fälle in Bayern. Zwei Kinder sind darunter.

In Bayern ist ein zweites Kind am Coronavirus erkrankt. Foto: Ding Ting/Xinhua/dpa
In Bayern ist ein zweites Kind am Coronavirus erkrankt. Foto: Ding Ting/Xinhua/dpa

München.Bayern hat zwei weitere Coronavirus-Fälle: Es handelt sich zum einen um einen Mitarbeiter der Firma aus dem Landkreis Starnberg. Er befindet sich wie sechs weitere Fälle in der München Klinik Schwabing. Zum anderen handelt es sich um ein zweites Kind des Mannes aus dem Landkreis Traunstein, der vergangene Woche positiv getestet worden war, wie das Gesundheitsministerium am Montagabend mitteilte. Der Mann ist wie die anderen erwachsenen Infizierten Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto in Stockdorf im Landkreis Starnberg. Zunächst war eines seiner Kinder positiv auf die neuartige Lungenkrankheit getestet worden. Der Vater und beide Kinder seien wie die anderen Infizierten in „gesundheitlich stabilem Zustand“, erläuterte das Ministerium weiter. Sie müssen aber alle weiter im Krankenhaus bleiben.

„Es wird täglich mit einem Testverfahren geprüft, ob die Erreger bei den Patienten noch nachweisbar sind. Solange bei diesen Tests noch Coronaviren nachgewiesen werden können, bleiben die Patienten in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden in der Klinik“, sagte ein Ministeriumssprecher am Abend auf Anfrage. „Das entspricht dem derzeitigen Wissensstand über die Erkrankung. Klar ist: Das Ende der infektiösen Periode ist momentan nicht sicher anzugeben.“

Der Webasto-Firmensitz bleibt wegen der Krankheitsfälle weiter geschlossen. Die zunächst bis zum Dienstag geplante Regelung werde bis zum 11. Februar verlängert, teilte das Unternehmen mit. Ein Mitarbeiter hatte sich dort bei einer chinesischen Kollegin angesteckt, die inzwischen wieder in ihrer Heimat ist. Bei der Firma hatte es in der vergangenen Woche umfangreiche Tests für Mitarbeiter gegeben, bisher liegen laut Ministerium 143 Ergebnisse vor.

Homeoffice für die meisten Mitarbeiter

Der Großteil der Mitarbeiter sei nun weiter gebeten, im Homeoffice zu arbeiten, hieß es. „Wir haben daher beschlossen, dass ein Großteil der mehr als 1000 Mitarbeiter weitere neun Tage von zuhause arbeitet. Das sind dann seit unserer Schließung insgesamt zwei Wochen“, erläuterte Vorstandschef Holger Engelmann schriftlich. „Damit orientieren wir uns an der von Experten für den Virus angenommenen längsten Inkubationszeit von 14 Tagen.“

Nur rund 20 Mitarbeiter sollten am Dienstag trotz der allgemeinen Schließung ihre Tätigkeit in Stockdorf auf freiwilliger Basis wieder aufnehmen. Die Entscheidung sei nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt gemeinsam mit dem Betriebsrat getroffen worden. Bisher sei es durch das verstärkte mobile Arbeiten der Mitarbeiter des Verwaltungs- und Entwicklungszentrums in Stockdorf zu keinerlei Einschränkungen im laufenden Betrieb gekommen.

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Laut Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) sind bayerische Arztpraxen und Krankenhäuser gut auf eine mögliche Zunahme der Coronavirus-Infektionen vorbereitet. „Wir haben alle ambulanten Ärzte informiert und wir haben auch in den Krankenhäusern Bayerns, vor allem im südbayerischen Raum, nach Bettenkapazitäten gefragt, um hier eine gewisse Vorbereitung zu treffen, falls es notwendig sein sollte, mehrere Hundert Personen isolieren zu müssen“, sagte Huml dem Radiosender Bayern 2. Allerdings sei völlig offen, ob sich eine solche Notwendigkeit ergeben und wie sich die Lage entwickeln werde. „Das ist sehr, sehr schwer abzuschätzen. Wir tun alles, dass wir das möglichst eindämmen.“

Herkunft von Coronavirus nachverfolgbar

Huml sagte weiter, bisher sei es gelungen, die Herkunft der Fälle nachzuverfolgen. „Aber gleichzeitig ist es natürlich so, dass wir noch nicht die Sicherheit haben, dass man sagen kann „wir haben jetzt die Kette durchbrochen“.“

In Deutschland wurde der Virus außer bei den Betroffenen in Bayern auch bei zwei Deutschen nachgewiesen, die aus China ausgeflogen wurden. Ihnen ging es den Ärzten zufolge gut, sie seien symptomfrei. Allerdings müssten sie auf der Isolierstation bleiben, bis sie virenfrei seien. Sie waren mit rund 120 weiteren Deutschen und deren Angehörigen mit einem Bundeswehrflugzeug aus Wuhan nach Frankfurt am Main gebracht worden.

In China erhöhte sich unterdessen die Zahl der Toten auf mehr als 360, die Zahl der bestätigten Infektionen in China kletterte sprunghaft um knapp 3000 auf mehr als 17 000 Fälle.

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