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Das sind die Corona-Regeln an Flughäfen

Abstand und Schutzmasken gehören dazu. Doch es gibt noch andere Mittel, die den Ablauf in Flughäfen stark beeinflussen.
Von Jule Zentek

In Corona-Zeiten müssen Passagiere und Personal viele Sicherheitsregeln beachten.
In Corona-Zeiten müssen Passagiere und Personal viele Sicherheitsregeln beachten. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn

Potsdam.Die Airlines fliegen wieder. Und für einige geht es doch noch in den Sommerurlaub ans Mittelmeer. Nachdem der internationale Flugverkehr wegen Corona viele Wochen nahezu vollständig ruhte, nimmt das Reiseaufkommen langsam wieder zu. Also alles wieder wie früher? Tatsächlich läuft an den deutschen Flughäfen noch einiges anders. Passagiere sollten die Regeln kennen. Eine Auswahl.

Abstand zu anderen Menschen zu halten, ist natürlich – wie an allen anderen öffentlichen Orten – auch am Flughafen sehr wichtig. Ob man sich nun an die „zwei Armlängen“ der Bundespolizei oder die übliche 1,5-Meter-Regel hält, bleibt jedem selbst überlassen. In Bereichen wie dem Check-in, der Sicherheitskontrolle und der Gepäckausgabe erinnern Hinweisschilder und Markierungen daran, Abstand zu halten.

Einen Mund-Nasen-Schutz müssen im Flugzeug und am Flughafen sowohl Flugbegleiter als auch die Reisenden tragen.
Einen Mund-Nasen-Schutz müssen im Flugzeug und am Flughafen sowohl Flugbegleiter als auch die Reisenden tragen. Foto: Marius Becker/dpa-tmn

Außerdem gibt es an den meisten Flughäfen eine Mund-Nasenschutz-Pflicht für den gesamten Abfertigungsbereich. Dazu zählen die Terminalanlagen, Geschäfte, Restaurants und Transportmittel wie Busse. Kinder unter sechs Jahren und Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen können, sind allerdings von der Pflicht ausgenommen.

Handgepäck wird reduziert

Die Zahl der kostenlos erlaubten Handgepäckstücke wurde in den vergangenen Jahren ohnehin reduziert – aber längst nicht alle. Bei vielen Airlines ist es eigentlich möglich, etwa einen Handgepäck-Trolley und eine zusätzliche kleine Tasche mitzunehmen. Derzeit ist das aber anders: Einige Flughäfen und Fluggesellschaften haben auf Anordnung der Bundespolizei das Handgepäck streng limitiert. Für alle Passagiere gilt: nur ein Gepäckstück pro Person. Dadurch sollen die Wartezeiten an der Sicherheitskontrolle und beim Boarding, wenn viele Menschen auf engem Raum zusammenstehen, so kurz wie möglich sein. „Das soll die Ansteckungsgefahr verringern“, erklärt Sandra Kraft, Sprecherin der Lufthansa.

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Bei manchen Airlines wie Lufthansa und Eurowings zum Beispiel kann ein weiteres Handgepäckstück jedoch kostenlos aufgegeben werden. „Es muss aber den Handgepäckregeln des jeweiligen Tarifs entsprechen“, sagt Jannah Baldus, Sprecherin von Eurowings.

Flugangebot wächst

  • Sitzplätze:

    Das Flugreiseangebot von deutschen Flughäfen kommt aus dem Corona-Tief. Verglichen mit Juli 2019 bieten die Fluggesellschaften nach einer Flugplananalyse des Branchenverbands BDL im Laufe des kommenden Monats bis zu 27 Prozent der Sitzplatz-Menge an. Im Juni waren es erst 15 Prozent gewesen.

  • Zielorte:

    64 Prozent der vorher üblichen Zielorte werden im Juli bereits wieder bedient, aber nicht so häufig wie zuvor. Jahreszeitgemäß liegen vor allem touristische Destinationen an der Spitze. (dpa)

Und falls man nicht ohne zwei Gepäckstücke kann? Am Düsseldorfer Flughafen darf das kleinere Gepäckstück zur Not auch im größeren verstaut werden, heißt es auf der Webseite des Flughafens.

An Flughäfen, an denen die Bundespolizei für die Fluggast- und Gepäckkontrolle verantwortlich ist, laufen die Kontrollen etwas lockerer ab. Dadurch soll der Körperkontakt zwischen Personal und Passagieren reduziert werden. „Während der Sicherheitskontrolle darf man zum Beispiel Schutzhandschuhe und Schutzmasken tragen“, sagt Verena Ballig, Sprecherin der Bundespolizei. Außerdem müssen Gürtel und Schuhe aktuell nicht mehr ausgezogen werden.

Ansonsten gilt: Kleine Gegenstände, die man regelmäßig angefasst hat, ins Handgepäck oder in die Jackentaschen packen. Außerdem kann es vorkommen, dass man sein Hab und Gut selbst in der Kontrollwanne verstauen muss. Die Wannen werden regelmäßig desinfiziert.

Shopping stark beeinträchtigt

Außerdem wichtig: Zeit einplanen. Durch die Schutzmaßnahmen können die Kontrollen momentan etwas länger dauern als normal üblich. Wer zu früh am Flughafen ist und die Zeit mit Shopping verbringen wollte, ist mitunter enttäuscht: Nicht alle Geschäfte haben wieder geöffnet. Außerdem haben manche der bereits geöffneten Läden ihre Öffnungszeiten verkürzt. Wer im Duty-free-Shop zuschlägt, sollte bargeldlos bezahlen. Essen und Trinken ist in den Terminals weiterhin erlaubt. Allerdings sind auch noch nicht alle Restaurants und Snackbars wieder offen.

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Auch Corona-Tests können mittlerweile an deutschen Flughäfen auf Wunsch durchgeführt werden. Am Frankfurter Flughafen können sich Passagiere bereits auf Corona testen lassen, um eine mögliche Quarantäne am Zielort zu vermeiden. Bis voraussichtlich Ende Juli 2021 soll der Test möglich sein.

Nach der Landung am Zielort und der Gepäckausgabe sollte man sich nicht länger als unbedingt nötig im Flughafen aufhalten. Darum bittet unter anderem die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg auf ihrer Webseite. Wer einen ankommenden Fluggast in Empfang nehmen möchte, soll draußen vor dem Terminalgebäude warten.

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