MyMz

Gesundheit

Der Hype um ein „Wundermittel“

Immer mehr Menschen nehmen Vitamin D in der dunklen Jahreszeit prophylaktisch ein, Fachleute kritisieren das.
Von Heike Sigel

Soll man Vitamin D einnehmen? Die wissenschaftlichen Aussagen dazu sind nicht eindeutig. Foto: ExQuisine-AdobeStock
Soll man Vitamin D einnehmen? Die wissenschaftlichen Aussagen dazu sind nicht eindeutig. Foto: ExQuisine-AdobeStock

Regensburg.Gehören sie auch zu den Menschen, die zumindest in der dunklen Jahreszeit vorsorglich Vitamin-D-Tabletten einnehmen? Ja? Dann sind sie damit nicht allein. Um das sogenannte Sonnenvitamin ist in den letzten Jahren ein regelrechter Hype entstanden. Ausgelöst durch diverse Studien und Medienberichte, die das Vitamin fast als ein Allheilmittel dastehen ließen.

So soll es nicht nur, wie bereits seit längerem bekannt, gegen Osteoporose, sondern auch gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen, Burn-out, Erkältungen, Diabetes, Kopfschmerzen und sogar Krebs helfen. Im unübersichtlichen Dschungel medizinischer Studien verlieren nicht nur medizinische Laien den Überblick. Zwar sind in den letzten Jahren viele Funktionen von Vitamin D neu erforscht und beschrieben, aber eben teilweise noch nicht hundertprozentig wissenschaftlich belegt worden. „Fix ist nix“, könnte diesbezüglich ein zwar saloppes, aber durchaus zutreffendes Fazit lauten.

Einige Studien zeigen positive Auswirkungen des Mittels

Josef Kammermeier, Apotheker aus Regensburg und stellvertretender Vorsitzender des Bayerischen Apothekerverbandes, drückt es so aus: „Viele Studien stellen zwar wichtige Mosaiksteinchen bei der Erforschung des Vitamin D dar, aber zu einem gesicherten Gesamtbild setzen sie sich noch nicht zusammen.“ Und auch die Diplom-Ökotrophologin und AOK-Ernährungsberaterin Karin Germann-Bauer sagt: „Es gab in den letzten Jahren viele Studien, die sich mit dem Einfluss der Vitamin-D-Versorgung auf die Prävention von Sturzrisiko und Knochenbrüchen im höheren Lebensalter, aber auch mit dem Einfluss auf Krebserkrankungen und Diabetes beschäftigt haben.

Da sich bei einigen Studien ein sehr positiver Zusammenhang zeigte, wurde dies in den Medien natürlich entsprechend verbreitet und von der Bevölkerung wahrgenommen. Das ist ja auch sehr sinnvoll. Leider fallen hier aber oft die Studien unter den Tisch, die diesen Zusammenhang nicht zeigen.“ So sei zum Beispiel eine Risikosenkung für Krebserkrankungen, Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Diabetes mellitus Typ 2 durch Vitamin D nicht eindeutig belegt. Die Fachfrau bestätigt den Eindruck eines regelrechten Hypes um das Sonnenvitamin. Die Bereitschaft, Vitamin-D-Tabletten einzunehmen, sei quer durch alle Bevölkerungsschichten signifikant angestiegen. „Auch dann, wenn gar kein Mangel festgestellt wurde.“

Gerade bei hoch dosierten Präparaten ist Vorsicht angebracht

Die Bestimmung des Vitamin-D-Wertes im Blut muss, soweit keine eindeutige medizinische Indikation vorliegt, im Regelfall vom Patienten selbst bezahlt werden. Die Kosten hierfür liegen zwischen 30 und 45 Euro. „Natürlich ist es wünschenswert, den Vitamin-D-Status eines Kunden zu wissen. Denn wenn wir als Apotheker den Status nicht kennen, müssen wir mit Empfehlungen selbstverständlich entsprechend zurückhaltend sein“, stellt Josef Kammermeier klar.

„Gynäkologen, Orthopäden oder Kardiologen setzen Vitamin D wegen seiner positiven Wirkung bei entsprechenden Indikationen als höher dosiertes Therapeutikum ein – und als solches muss es auch unbedingt vom Arzt verschrieben werden. “

Josef Kammermeier, stellvertretender Vorsitzender des Bayerischen Apothekerverbandes

Er ist seit über 30 Jahren Apotheker und noch nie hat er eine so große Nachfrage nach Vitamin-D-Präparaten festgestellt wie in letzter Zeit. Nicht nur seine Kunden wünschen sich eine detaillierte Beratung zum Thema, sondern auch immer mehr Ärzte verordnen Vitamin-D-Tabletten. „Gynäkologen, Orthopäden oder Kardiologen setzen Vitamin D wegen seiner positiven Wirkung bei entsprechenden Indikationen als höher dosiertes Therapeutikum ein – und als solches muss es auch unbedingt vom Arzt verschrieben werden“, sagt er.

In Deutschland sind Vitamin-D-haltige Präparate ab einer Tagesdosis von mehr als 1000 Internationalen Einheiten (IE) verschreibungspflichtig. Als Schätzwert für eine angemessene Zufuhr geben sowohl die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) als auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) für Kinder und Erwachsene 20 Mikrogramm Vitamin D pro Tag an, was 800 IE entspricht.

Hoch dosierte Vitamin-D-Präparate sind verschreibungspflichtig

Die Verschreibungspflicht für hoch dosierte Vitamin-D-Präparate kommt nicht von ungefähr, denn: Die Präparate sind mit Vorsicht zu genießen! Eine Vitamin-D-Vergiftung ist zwar weder durch übliche Lebensmittel noch durch UV-B-Strahlung, wohl aber mit hoch dosierten Ergänzungsmitteln möglich. Die Folgen können im Extremfall dramatisch sein und zu schweren Nierenschäden führen. „Viel hilft in diesem Fall also keinesfalls viel“, sagen nicht nur Josef Kammermeier und Karin Germann-Bauer. Auch die Regensburger Allgemeinärztin Dr. Susanne Meyer (siehe auch Interview auf Seite 3) rät in puncto Nahrungsergänzungsmittel generell zur Vorsicht: „Sie können auch schaden und sogar Allergien auslösen. Deshalb sollte man lieber eine Verbesserung der Vitamin-D-Versorgung durch die körpereigene Bildung anstreben.“

Viel Wind um nichts?

Also viel Wind um nichts beim Thema Vitamin D? Nicht ganz. Unbestritten ist, dass in Deutschland – vor allem in den Wintermonaten – rund 60 Prozent der Bevölkerung einen mehr oder weniger ausgeprägten Vitamin-D-Mangel aufweist. Das haben repräsentative Studien des Robert-Koch-Instituts nachweislich festgestellt. Schwere Mangelzustände waren dabei aber extrem selten. Josef Kammermeier spricht bei der Mehrheit der Deutschen von einer „suboptimalen Vitamin-D-Versorgung“. „Die meisten leiden an einem relativen Mangel, bei dem aber in der Regel noch keine Mangelerscheinungen auftreten“, sagt er. Bestimmten Risikogruppen wie zum Beispiel alten, gebrechlichen Menschen, die sich nur selten im Freien aufhalten, werde dennoch oft zur Einnahme von Tabletten geraten.

„Was in puncto Hautkrebsprävention sehr empfehlenswert ist, erweist sich als kontraproduktiv für die Versorgung mit Vitamin D.“

Ärztin Dr. Susanne Meyer

Und warum sollten auch Babys Vitamin D bekommen? Karin Germann-Bauer: „Weil Babys generell nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden dürfen. Da der hauteigene Schutzmechanismus noch nicht ausgereift ist, stellen sie eine Risikogruppe für eine Unterversorgung dar. Muttermilch oder eine industriell hergestellte Säuglingsnahrung enthalten einen sehr geringen Gehalt an Vitamin D, weshalb für Babys ab der zweiten Lebenswoche bis zum zweiten Lebensjahr eine Vitamin- D-Gabe von 400 bis 500 IE pro Tag, für Frühgeborene sogar eine höhere Dosierung empfohlen wird.“

Bei Zweifeln: Status bestimmen lassen und mit dem Arzt sprechen

Für die meisten Menschen gilt aber: Bevor man sich „auf Verdacht“ Vitamin-D-Tabletten besorgt, lieber mit dem Hausarzt sprechen. Oder, noch besser: Jetzt, im Frühling, wenn die Tage endlich wieder länger und sonniger werden, für eine natürliche Auffüllung der Vitamin-D-Speicher im Körper sorgen! Dabei genügt es schon, für rund zwanzig Minuten pro Tag ins Freie zu gehen und Gesicht und Arme möglichst unbedeckt und uneingecremt zu lassen. Denn: Vitamin D kann vom Körper mithilfe von Sonnenlicht (UV-B-Strahlen) selbst gebildet und auch für einige Monate gespeichert werden. Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 20 dagegen blockt rund 95 Prozent der UV-Strahlung ab.

Ein Dilemma? „Was in puncto Hautkrebsprävention sehr empfehlenswert ist, erweist sich als kontraproduktiv für die Versorgung mit Vitamin D“, räumt Dr. Susanne Meyer ein. Ergo: Zwar auf eine regelmäßige, aber auch moderate Sonnenbestrahlung der Haut achten – und vor allem nicht hypochondrisch werden. Denn Vitamin D ist zwar wichtig, aber ,laut Josef Kammermeier, „kein Wundervitamin, das das ewige Leben garantiert.“

Interview: Dr. Susanne Meyer sieht Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln kritisch

Allgemeinärztin Dr. Susanne Mayer aus Regensburg: „Auf jeden Fall ist es zunächst besser, viel ins Freie zu gehen und sich gut zu ernähren.“ Foto: Alexander Mansyreff Fotografie
Allgemeinärztin Dr. Susanne Mayer aus Regensburg: „Auf jeden Fall ist es zunächst besser, viel ins Freie zu gehen und sich gut zu ernähren.“ Foto: Alexander Mansyreff Fotografie

Die Regensburger Allgemeinärztin Dr. Susanne Meyer steht der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln grundsätzlich skeptisch gegenüber. Jeder unkontrollierte Eingriff von außen in den Körper könne schaden, sagt sie. Das gelte vor allem auch für die wahllose Einnahme von Vitamin-D-Tabletten. Wir haben mit der Medizinerin über das vermeintliche „Wundermittel“ der Stunde gesprochen.

Im Moment scheint die zusätzliche Einnahme von Vitamin D in Tablettenform relativ häufig zu sein. Täuscht dieser Eindruck?


Nein, der Eindruck täuscht nicht. Vitamin-D-Mangel ist in aller Munde. Ich beobachte in meiner Praxis seit einigen Jahren ein gesteigertes Interesse der Patienten diesbezüglich.

Leiden bei uns tatsächlich so viele Menschen an einem Vitamin-D-Mangel? Und wenn ja, woran liegt das?

Obwohl leiden hier vielleicht nicht der richtige Ausdruck ist, wird tatsächlich bei vielen Menschen ein erniedrigter Vitamin-D-Spiegel nachgewiesen. Die meisten Menschen haben aber keinen ernsten oder spürbaren Mangel. Menschen, die sich aus verschiedenen Gründen nicht ausreichend dem Licht aussetzen können, sind aber tatsächlich stärker durch einen Vitamin-D-Mangel gefährdet. Der Körper stellt das aktive Vitamin selbst her, er braucht hierfür aber eine ausreichende Sonnenlichteinstrahlung. Wegen des zunehmenden Bewusstseins der Schädlichkeit des UV-Lichts bezüglich des Auslösens von Hautkrebs setzen sich die Menschen bewusst immer seltener der Sonnenstrahlung aus oder wenn, dann nur mit hohem Lichtschutzfaktor. Dies wirkt der körpereigenen Vitamin-D-Synthese entgegen. Was in puncto Hautkrebsprävention sehr empfehlenswert ist, erweist sich als kontraproduktiv für die Versorgung mit Vitamin D.

Ab wann spricht man überhaupt von einem Mangel?

Als geeignete Messgröße hat sich der 25-Hydroxyvitamin-D-Serumwert etabliert. Eine unzureichende Versorgung besteht bei weniger als 30 Nanogramm pro Milliliter Blut, ein Mangel bei weniger als 20 ng/ml, ein schwerer Mangel bei weniger als zehn ng/ml. Werte zwischen 40 und 60 ng/ml gelten als ideal, der toxische, also ernsthaft schädliche, Bereich liegt bei mehr als 150 ng/ml.

Und welche Folgen kann ein ernsthafter Vitamin-D-Mangel haben?

Wie gesagt: Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D ist vor allem für die älteren Menschen von großer Bedeutung. Die Syntheseleistung der Haut nimmt im Alter zum einen ab, zum anderen halten sich ältere Menschen in der Regel weniger im Freien auf als jüngere. Durch einen Vitamin-D-Mangel kann es zu einer Störung des Knochenstoffwechsels kommen, da Vitamin D für die Aufnahme von Calcium aus dem Darm und den Einbau in die Knochen wichtig ist. Neben älteren Menschen sind auch Säuglinge und Kinder vor einer Unterversorgung zu schützen, da sonst die Knochen weich bleiben und sich verformen können. Dieses Krankheitsbild, eine Rachitis, habe ich allerdings in meiner Praxis noch nie gesehen.

Das Vitamin ist also vor allem für die Knochengesundheit wichtig?

Genau. Die Knochengesundheit ist im Alter wichtiger denn je, da die Gefahr von Stürzen und Knochenbrüchen mit den Lebensjahren ansteigt. Stürze und Frakturen setzen oft eine Abwärtsspirale in Gang und kosten viele Senioren ein selbstständiges Leben. Weiterhin kann ein schwerer Mangel zu Muskelschmerzen und Gangstörungen führen. Außerdem scheint es so, dass eine optimale Vitamin-D-Versorgung auch einen günstigen Einfluss auf das Immunsystem sowie eine vorbeugende Wirkung gegen Herz-Kreislauferkrankungen oder Diabetes haben kann.

Was ist eigentlich das Besondere am sogenannten „Sonnenvitamin“ D?

Vitamin D nimmt eine Sonderstellung ein, da es im Unterschied zu den anderen Vitaminen nicht zwingend mit der Nahrung zugeführt werden muss, sondern im Körper selbst aus Vorstufen hergestellt werden kann. Etwa 80 Prozent der Vitamin-D-Versorgung erfolgt durch die Bildung in der Haut. Die Zufuhr mit der Nahrung ist bei regelmäßigen Aufenthalten im Freien untergeordnet. Um die Versorgung nur über die Nahrung zu gewährleisten, müsste man täglich etwa 200 Gramm fetten Fisch wie zum Beispiel Hering oder Lachs verspeisen.

Was regelt und bewirkt Vitamin D im Körper?

Vitamin D regelt den Calcium-und Phosphathaushalt im Körper und fördert die Härtung des Knochens. Es ist auch an weiteren Stoffwechselprozessen beteiligt und hat Einfluss auf die Muskelkraft.

Macht es Sinn, einfach „auf Verdacht“ Tabletten zu nehmen, oder sollte besser beim Arzt der tatsächliche Vitamin-D-Status, beziehungsweise -bedarf abgeklärt werden?

Beim Großteil der gesunden oder, besser gesagt, gesund lebenden Bevölkerung ist nicht von einem Vitamin-D-Mangel auszugehen, daher sollte die Bestimmung des Wertes nur bei begründetem Verdacht auf eine Mangelsituation oder bei Risikopersonen erfolgen. Die Einnahme von Vitamin D „auf Verdacht“ kann ich nicht empfehlen. Vielmehr sollte man die Verbesserung der Versorgung durch die körpereigne Bildung anstreben. Erst wenn diese Maßnahmen und die erhöhte Zufuhr durch die Nahrung nicht zur Verbesserung eines nachgewiesenen Mangels führen, sollte Vitamin D ergänzend eingenommen werden.

Gibt es auch Risiken, wenn man sich sozusagen selbst mit Vitamin D-Tabletten „therapiert“?

Bei einem Blutwert von mehr als 150 ng/ml bewegen wir uns im sogenannten toxischen, also „giftigen“ Bereich. Gefährdet ist man hier insbesondere durch einen erhöhten Calciumwert im Blut, der unter anderem zu Nierensteinbildung oder auch zu gefährlichen Herzrhythmusstörungen führen kann. Einen derartigen Wert kann man nur durch eine erhöhte Zufuhr von mehr als 100 Mikrogramm/Tag, das entspricht in etwa 4000 Internationalen Einheiten (IE), über die orale Aufnahme über längere Zeit erreichen, aber nicht indem man sich exzessiv der Sonne aussetzt.

Gibt es Risikogruppen, bei denen besonders häufig ein Mangel diagnostiziert wird? Oder gibt es Patienten, die per se einen erhöhten Bedarf an Vitamin D haben?

Wie erwähnt, sind grundsätzlich alle Personen, die sich unzureichend dem Sonnenlicht aussetzen, gefährdet. Hierzu zählen ältere, mobilitätseingeschränkte, dunkelhäutige Menschen oder diejenigen, die aus kulturellen oder religiösen Gründen nur mit gänzlich bedecktem Körper nach draußen gehen und natürlich Säuglinge, die grundsätzlich nicht der direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden sollen.

Kann auch ein Besuch im Solarium helfen, einem Mangel entgegenzuwirken?

Hier gibt es eine klare Empfehlung: nein! Zwanzig Fachorganisationen wie zum Beispiel die Deutsche Dermatologische Gesellschaft, der Deutsche Hausärzteverband oder das Robert-Koch-Institut sagen, dass Solarienbesuche nicht empfehlenswert sind, um die Vitamin-D-Versorgung zu verbessern, da diese das Hautkrebsrisiko erhöhen.

Also reicht es, einfach genug ins Freie zu gehen?

Auf jeden Fall ist es zunächst besser, viel ins Freie zu gehen und sich gut zu ernähren.

Wie lange muss man sich täglich der Sonne aussetzen, um dahingehend „auf der sicheren Seite“ zu sein?

Eine Sonnenlichtexposition von Händen, Teilen von Armen und Beinen und Gesicht, also etwa einem Viertel der Körperoberfläche, über fünf bis 25 Minuten pro Tag reicht, je nach Hauttyp, zumindest in den Sommermonaten in Deutschland aus. Aufgrund der geografischen Lage wird bei uns aber die mittlere Bestrahlungsstärke im Winter unterschritten, so dass eine ausreichende Synthese nicht mehr gesichert ist. Vitamin D kann aber im Körper gut gespeichert werden. Von diesem Speicher kann man im Winter zehren. Die körperliche Aktivität im Freien sowie Sport stärken jedenfalls Sommer wie Winter Muskeln und Knochen. Zusätzlich wird bezüglich der Ernährung zwei bis dreimal die Woche der Verzehr von fettem Seefisch empfohlen.

Der Text ist eine Leseprobe aus der Sonntagszeitung, die die Mittelbayerische exklusiv für ePaper-Kunden auf den Markt gebracht hat. Ein Angebot für ein Testabo der Sonntagszeitung finden Sie in unserem Aboshop.

Weitere Nachrichten aus dem Vermischten lesen Sie hier.

Was genau ist Vitamin D?

  • Vitamin D

    ist ein fettlösliches Vitamin, das beim Menschen unter dem Einfluss von Sonnenlicht in der Haut gebildet wird. Die beiden wichtigsten Formen sind Vitamin D3, genannt Cholecalciferol, und Vitamin D2, Ergocalciferol. Vitamin D3 wird in der Haut gebildet oder über tierische Lebensmittel aufgenommen. Dagegen gelangt Vitamin D2 über pflanzliche Lebensmittel in den Körper. Vitamin D wird in der Leber zunächst in 25-Hydroxyvitamin-D umgewandelt.

  • In der Niere

    wird schließlich die aktive Form, 1,25-Dihydroxyvitamin-D, gebildet. Diese wirkt im Körper wie ein Hormon und reguliert dort zahlreiche wichtige zelluläre Vorgänge. Am längsten bekannt ist die Regulation des Kalzium- und Mineralstoffwechsels, so sorgt Vitamin D beispielsweise für die Aufnahme von Kalzium aus dem Dünndarm in das Blut.

  • (Quelle: Robert-Koch-Institut)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht