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Die Mutter-Kind-Beziehung in Filmen

Sie kann die beste Freundin oder eine erbitterte Gegenspielerin sein: die Mama. Das inspirierte so manchen Filmemacher.
Von Aliki Nassoufis, dpa

In „Mamma Mia!“ ist die Beziehung zwischen der lebenslustigen Mutter und ihrer braven, heiratswilligen Tochter harmonisch. Foto: -/Universal Pictures /dpa -
In „Mamma Mia!“ ist die Beziehung zwischen der lebenslustigen Mutter und ihrer braven, heiratswilligen Tochter harmonisch. Foto: -/Universal Pictures /dpa -

Berlin.Sie können uns zur Weißglut treiben und sind doch oft eine unserer engsten Vertrauten: unsere Mütter. Egal, wie alt wir selbst sind – die Beziehung zu diesem Elternteil ist eine ganz besondere. Mal ist die Mutter die beste Freundin, mal genügt nur eine einzige Bemerkung von ihr und wir sind zutiefst verletzt. Kein Wunder, dass diese so einzigartige wie komplizierte Verbindung schon so einige Filmemacher inspirierte.

Legendär ist etwa „Herbstsonate“ von Ingmar Bergman. Selten wurden die Spannungen zwischen Mutter und Tochter wohl auf so drastische Weise gezeigt wie bei dem schwedischen Regisseur. Die dreifache Oscar-Preisträgerin Ingrid Bergman spielt hier Charlotte, eine erfolgreiche Konzertpianistin, die ihre Tochter Eva (Liv Ullmann) besucht. Die beiden haben sich seit Jahren nicht gesehen und hoffen nun auf eine Annäherung. Doch dann brechen alte Konflikte wieder auf, mit voller Wucht entladen sich die Verletzungen. Dieses beklemmende Drama von 1978 kriecht auch heute beim Zuschauen unter die Haut und lässt einen so schnell nicht wieder los.

Realität liegt zwischen „Herbstsonate“ und „Mamma Mia!“

Dagegen wirkt „Mamma Mia!“ wie ein geradezu idealistischer Gegenentwurf. Schließlich verkörpert Meryl Streep in dem Musical so etwas wie die verständnisvolle, hippieske Traum-Mutter. Das liegt auch an ihrer eigenen wilden Vergangenheit. Immerhin weiß diese Donna nicht so genau, wer von ihren drei ehemaligen Liebhabern – so charmante Männer wie Pierce Brosnan, Colin Firth und Stellan Skarsgård – der Vater ihrer Tochter ist. Diese Sophie (Amanda Seyfried) will nun in dem Aussteigerparadies ihrer Mutter auf einer griechischen Insel heiraten. Überhaupt scheint in dieser Mutter-Tochter-Beziehung so einiges auf den Kopf gestellt: Gegen die lebenslustige Mutter in Latzhose wirkt die brave, heiratswillige Tochter fast schon bieder.

Soziales

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So harmonisch ist es aber wahrscheinlich nur in den wenigsten Beziehungen. In den meisten Fällen liegt die Realität wohl irgendwo zwischen diesen beiden Extremen von „Herbstsonate“ und „Mamma Mia!“ – und ähnelt in der Dynamik möglicherweise eher „Magnolien aus Stahl“. In dem herzzerreißenden Drama macht sich die fürsorgliche Sally Field ständig Sorgen um ihre kranke und selbst eher unbeschwerte Tochter (Julia Roberts). Noch realitätsnaher wirkt „La Boum – Die Fete“, wo die junge Sophie Marceau als Teenager wegen Partys und Ausgehverboten immer wieder mit ihrer Mutter aneinandergerät und ihre Grenzen austestet.

In „Freaky Friday“ werden die Rollen getauscht

Doch wie viele aus eigener Erfahrung sicher ebenfalls bestätigen können: Es sind längst nicht nur Töchter, sondern auch Söhne, die durch ihre Mütter nachhaltig geprägt werden. In Filmen wird dieser besonderen Beziehung gefühlt zwar seltener ein Raum geboten, dennoch gibt es gerade aus den vergangenen Jahren einige bemerkenswerte Werke dazu. Ein Beispiel ist „Lara“ mit Tom Schilling und einer herausragenden Corinna Harfouch. In diesem Fall ist Sohn Viktor begnadeter Pianist. Im Mittelpunkt aber steht seine Mutter, die ihre eigenen Träume als Musikerin nicht verwirklichen konnte und dafür nun ihren Sohn antreibt – Regisseur Jan-Ole Gerster gelingt damit ein einfühlsames und vielschichtiges Porträt.

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Was aber geht überhaupt im Kopf von Müttern vor? Warum haben gerade Jugendliche so häufig den Eindruck, dass ihre Mütter immer wieder unentspannt und am Herumnörgeln sind? Das ärgert auch Lindsay Lohan in „Freaky Friday – Ein voll verrückter Freitag“ als Tochter von Jamie Lee Curtis maßlos. Dann jedoch passiert das zunächst Unerklärliche: Die beiden tauschen ihre Körper und müssen sich plötzlich im Leben der anderen durchschlagen. Die Mutter in der Schule, die Tochter als Therapeutin. Die Komödie von 2003 ist zwar schon die dritte Disney-Adaption dieser Geschichte, doch unterhaltsam ist sie allemal und könnte auch so manchen realen Familienkonflikt entschärfen. Denn manchmal hilft es eben, sich in die Lage der anderen zu versetzen!

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