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Die Queen ist der Fels in der Brandung

So richtig fröhlich ist bei der offiziellen Geburtstagsparade niemand. Doch die Briten wissen: Auf Elizabeth II. ist Verlass.
Von Jacqueline Rother und Gaby Mahlberg, dpa

Die Briten lieben es, wenn die Königin vom Balkon winkt. Doch Prinz George und Prinzessin Charlotte (rechts vorne) sind die heimlichen Stars. Fotos: dpa
Die Briten lieben es, wenn die Königin vom Balkon winkt. Doch Prinz George und Prinzessin Charlotte (rechts vorne) sind die heimlichen Stars. Fotos: dpa

London.Der Himmel über dem Buckingham-Palast ist an diesem Samstag strahlend blau. Doch die Stimmung bei der offiziellen Geburtstagsfeier von Queen Elizabeth II. ist getrübt. Die Ereignisse der vergangenen Wochen – zwei Terroranschläge und eine Brandkatastrophe – machen der Monarchin im zartblauen Kleid zu schaffen.

Es sei schwierig, der „sehr trüben Stimmung im Land zu entkommen“, sagt die 91-Jährige laut einer Mitteilung. Auch während der Militärparade „Trooping the Colour“ ist die Königin – wie viele Briten – noch mit ihrer Trauer beschäftigt. In diesen Zeiten ist sie für viele ihrer Untertanen ein Fels in der Brandung.

„Wenn man sich in diesem Land auf eines verlassen kann, dann die Queen“, sagt der 78 Jahre alte Dan. Sie sei Tradition und gebe den Briten Halt. Sein Enkel Daniel (12) ist zum ersten Mal bei der Parade dabei. Er ist begeistert, dass er die Queen aus der Nähe sehen kann.

Besuch bei den Brandopfern

Die andere wichtige Frau im Staat, Premierministerin Theresa May, hat dieses Jahr keine Zeit, zu den Feiern zu kommen. Sie trifft sich gerade um die Ecke in der Downing Street Nummer 10 mit Mitgliedern ihrer Regierung. Es geht um Hilfen für die Opfer der Brandkatastrophe am Grenfell Tower. Danach trifft sie sich mit Opfern und freiwilligen Helfern. Bei einem Besuch am Brandort war dafür am Donnerstag keine Zeit. Die Queen und ihr Enkel Prinz William aber waren da. Sie besuchten am Freitag eine Turnhalle, die den obdachlos gewordenen Einwohnern des 24 Stockwerke hohen Sozialbaus als Notunterkunft diente. Auf die Monarchin ist Verlass. Deswegen lieben sie die Briten.

Hitze machte Gardisten zu schaffen

  • Polizisten:

    Bei der offiziellen Geburtstagsfeier für Queen Elizabeth II. – ihr Geburtstag war bereits am 21. April – brannte die Sonne vom Himmel und brachte die dick eingepackten Polizisten ins Schwitzen.

  • Gardisten:

    Noch heißer war es für die Gardisten mit ihren Bärenfell-Mützen.

  • Mindestens fünf von ihnen fielen während der Militärparade „Trooping the Colour“ um. Das allerdings passiert regelmäßig. Deshalb stehen die Tragen jedes Mal schon bereit.

Jo Brown ist am Morgen ganz früh mit ihren Freundinnen aus dem Norden Londons gekommen, um einen guten Platz am Zugweg der Prachtstraße vor dem Buckingham-Palast zu bekommen. „Wir machen das schon im zweiten Jahr, weil wir die Royals und vor allem die Queen toll finden.“ Das Königshaus sei Tradition – nicht nur für Brown, auch für die Generation ihrer Tochter.

Runde Hüte und schwere Westen

Soldaten nehmen in London bei der farbenfrohen Parade „Trooping the Colour“ anlässlich des 91. Geburtstages der Queen die Prachtstraße „The Mall“ entlang teil. Foto: dpa
Soldaten nehmen in London bei der farbenfrohen Parade „Trooping the Colour“ anlässlich des 91. Geburtstages der Queen die Prachtstraße „The Mall“ entlang teil. Foto: dpa

„Ich glaube, es sind aber weniger Menschen hierher gekommen, als vergangenes Jahr. Ich kann mir vorstellen, dass das mit den Terroranschlägen zusammenhängt“, sagt Brown. Dafür sind mehr Polizisten da. Die britischen Bobbys mit ihren runden Hüten und schweren Westen stehen mit den Zuschauern in der prallen Sonne, als die Parade vorüberzieht.

Das Highlight – wie jedes Jahr – ist der Auftritt der Queen mit ihren Enkeln auf dem Balkon des Buckingham-Palastes am Ende der Zeremonie. Prinz George (3) und Prinzessin Charlotte (2) winken in diesem Jahr schon wie die Großen von der Balustrade. Sie sind die Zukunft der britischen Monarchie und jetzt schon die heimlichen Stars. Aber auf ihre Queen lassen die Briten nichts kommen.

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