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Angeschaut

„Dittsche“ ist wieder da

Olli Dittrich schlüpft wieder in seine berühmte Rolle und sucht nach Antworten auf spezielle Fragen.
Von Jonas-Erik Schmidt, dpa

Der wohl berühmteste deutsche Bademantel-Träger ist wieder da: Am Sonntag zeigt eine neue Folge „Dittsche“. Foto: WDR/Mathias Bothor
Der wohl berühmteste deutsche Bademantel-Träger ist wieder da: Am Sonntag zeigt eine neue Folge „Dittsche“. Foto: WDR/Mathias Bothor

Köln.Preisfrage: Wer trägt oder trug den berühmtesten Bademantel im deutschen Fernsehen? Gut, an Schlagersänger Udo Jürgens (1934-2014), verschwitzt bei der Zugabe, geht kein Weg vorbei. Direkt dahinter landet allerdings der komplette Gegenentwurf zu einem glamourösen Showstar am Konzert-Flügel: ein Arbeitsloser aus Hamburg, dessen Bühne eine fast menschenleere Imbissbude ist. Dittsche, Bademantel-Philosoph und gespielt von Komiker Olli Dittrich (61), hat es zu einer der bekanntesten Figuren im Fernsehen gebracht. Am Sonntag (23.30 Uhr) zieht er wieder los, um bei Imbisswirt Ingo über Gott und die Welt zu schwadronieren. Der WDR zeigt zwölf neue Folgen von „Dittsche – Das wirklich wahre Leben“.

Live und ohne Schnickschnack

Der bekannte Ablauf: Dittrich als Dittsche und Jon Flemming Olsen (53) als Ingo improvisieren in der „Eppendorfer Grillstation“ in Hamburg ein Gespräch, ein Drehbuch gibt es nicht. Der WDR überträgt das Geschehen live und ohne großen technischen Schnickschnack.

Dittsche hat in der Regel den deutlich größeren Redeanteil, da Ingo gedanklich erstmal hinterherkommen muss, wenn sein Stammgast thematisch mühelos plastikfressende Raupen und Ivanka Trump, die Tochter des US-Präsidenten, verbindet. Olli Dittrich verspricht für die Staffel allerdings auch ein paar Neuerungen. „Dittsche wird neben dem Reflektieren des aktuellen Weltgeschehens rückblickend berichten, was er so alles erlebt hat in der jüngeren Vergangenheit. Wir waren ja nun leider fast ein Jahr nicht mehr zu sehen“, sagt der Komiker. So sei Dittsche etwa im Ruhrgebiet gewesen.(„Der Rhein-Herne-Kanal ist die Südsee des kleinen Mannes“). Von dort bringt er eine neue Bekanntschaft mit, „den Berndchen“, gespielt von Hans Werner Olm. Der NRW-Bezug des Formats dürfte etwas deutlicher werden als bisher.

Was Dittsche so spannend macht

„Dittsche“ läuft mittlerweile seit 2004. Für ein Format dieser Machart – inhaltlich nur bedingt planbar, optisch braun und beige – ist das eine lange Zeit. Es funktioniert wegen Olli Dittrich. „Dittsche ist das Sprachrohr des typischen „kleinen Mannes“, der sein kleines Glück im Schwadronieren findet“, sagt er. „Weil er Antworten findet, wo andere die Fragen nicht einmal mehr verstehen.“ Ein Welterklärer wie Helmut Schmidt – nur im Bademantel und aus der Imbissbude. Der „kleine Mann“ und seine Ansichten erscheinen im Jahr 2018 allerdings in einem anderen Licht als noch 2004. Damals gab es noch keinen US-Präsidenten Trump, keinen starken Rechtspopulismus in Deutschland. Das macht die Figur Dittsche ziemlich spannend. Eigentlich. Andererseits ist Dittsche mit seinen aus gefährlichem Halbwissen gedrechselten Ideen oft so weit ab vom Schuss, dass selbst der beste Verschwörungstheoretiker nicht mehr mitkommt.

Umbesetzung auf dem Barhocker

  • Tod:

    Auf dem Barhocker im Imbiss wird es eine Umbesetzung geben. Viele Jahre war dieser Platz reserviert für den zumeist völlig stummen Gast Schildkröte. Doch Darsteller Franz Jarnach starb überraschend im Januar 2017.

  • Nachfolge:

    Seinen Platz wird nun sein Sohn, der Krötensohn, fest einnehmen – gespielt von Jens Lindschau. Bei der Frage, ob der Sprössling gesprächiger als der Papa sein wird, hält sich Olli Dittrich bedeckt: „Man wird sehen. Der Apfel fällt ja nicht weit vom Stamm.“

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