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Auschwitz

DOSB-Entschuldigung am Gedenktag

Der deutsche Sport will seine Rolle im Nationalsozialismus aufarbeiten. Der DOSB-Chef warnt vor gefährlichen Tendenzen.
Von Andreas Schirmer

Reinhard Rauball (l), früherer DFL-Präsident, wird von Alfons Hörmann, Präsident des DOSB, beim Neujahrsempfang des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) im Kaisersaal des Frankfurter Römers mit der DOSB-Ehrennadel ausgezeichnet. Foto: Arne Dedert/dpa
Reinhard Rauball (l), früherer DFL-Präsident, wird von Alfons Hörmann, Präsident des DOSB, beim Neujahrsempfang des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) im Kaisersaal des Frankfurter Römers mit der DOSB-Ehrennadel ausgezeichnet. Foto: Arne Dedert/dpa

Frankfurt.Der Deutsche Olympischen Sportbund will sich noch einmal mit dem Kapitel Nationalsozialismus und Sport auseinandersetzen - und nimmt seine Mitgliedsverbände in die Pflicht. Zugleich entschuldigte sich DOSB-Präsident Alfons Hörmann am 75. Jahrestag der Befreiung des deutschen Konzentrationslagers Auschwitz für das zu lange Schweigen des deutschen Sports.

„Wir haben uns zu wenig mit diesem beschämenden Teil unserer Geschichte beschäftigt“, sagte der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes am Montag beim Neujahrsempfang in Frankfurt. „Dafür möchte ich mich als Präsident stellvertretend in aller Form entschuldigen. Auch wir im Sport tragen große historische Schuld.“

Gedenken

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In Auschwitz starben über eine Millionen Menschen

Am 27. Januar 1945 hatten Einheiten der sowjetischen Roten Armee das Konzentrations- und Vernichtungslager im von der Wehrmacht besetzten Polen erreicht. Sie befreiten mehr als 7000 überlebende Häftlinge. Allein in Auschwitz brachten die Nationalsozialisten mehr als eine Million Menschen um, zumeist Juden.

Hörmann gab das persönlichen Versprechen, diesen Teil der Geschichte zukünftig weder „verbitten noch verstecken“ zu wollen. „Wir werden eben keinen Schlussstrich darunter ziehen, sondern unserer Verantwortung nachkommen und uns intensiv mit der Vergangenheit auseinandersetzen.“ Er appellierte an die Mitgliedsorganisationen, dies ebenso zu tun. „Das sind wir allen Sportlern schuldig, die diese Zeit durchlebt und teilweise mit ihren Leben bezahlt haben.“

Sport muss Schuld auf sich nehmen

75 Jahre nach Auschwitz sei der richtige Zeitpunkt dafür. „Wenn wir selbstkritisch zurückblicken, bleibt festzuhalten, dass auch der Sport Schuld auf sich genommen hat“, sagte Hörmann. Über Jahrzehnte sei nicht in der Offenheit, Klarheit und Transparenz damit umgegangen worden. „Deshalb werden wir uns mit diesem Kapitel aus Sicht des DOSB noch einmal intensiv beschäftigten“, betonte er, „weil wir in einer Zeit leben, in der Tendenzen erkennbar sind, die gefährlich werden.“

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Worte von Hass und Häme könnten zur Grundlage für Straf- und Gräueltaten von morgen werden. „Deshalb gilt es Haltung zu bewahren. Wir wollen allen Mut machen, niemals wegzuschauen“, sagte Hörmann und forderte, „energisch gegen Antisemitismus, Islamophobie, Rassismus und Faschismus einzuschreiten“. Alle seien aufgefordert, die Stimme für eine weltoffene, tolerante und freiheitliche Gesellschaft zu erheben - „auch und gerade im Sport“.

Fairplay im Sport besonders wichtig

Mehr denn je würden die Werte des Sports und das Fairplay in einem Olympia-Jahr gelten. „Bei aller großen Vorfreude auf die Sommerspiele und Paralympics in Tokio sollten wir das Gestern immer mit uns tragen“, verlangte Hörmann. Der DOSB wolle keine Erfolge um jeden Preis und die Athleten nicht zu sehr unter Erfolgsdruck setzen. „In der Vergangenheit wurde viel darüber diskutiert, ob Zielvorgaben Soll-Definitionen und Wünsche der Funktionäre eher helfen oder schaden“, sagte der DOSB-Chef. „Deshalb helfen wir den Athleten viel mehr, wenn wir mit großer Gelassenheit und Vorfreude da rangehen.“

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