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Düsteres Familiengeheimnis in ZDF-Reihe

Wenn ein Kind verschwindet, ist das für die Eltern immer ein Schock. Noch schlimmer wird es, wenn es dann tot gefunden wird.
Von Klaus Braeuer, dpa

Kommissarin Jana Winter (Natalia Wörner) und ihr Kollege Matthias Hamm (Ralph Herforth) haben schon zehn Fälle zusammen gelöst. Foto: dpa

Berlin.Ein blonder Junge läuft durch den winterlichen Wald, dreht sich immer wieder um und stößt auf ein kleines Zelt. Darin sitzen seine Mama und ein paar Freunde, um dem kleinen Sascha überraschend zum Geburtstag zu gratulieren. Die Stimmung ist fröhlich, doch die Gruppe wird von einem Unbekannten beobachtet und fotografiert. Abends will der Junge jemanden im Garten gesehen haben, und am nächsten Morgen ist er spurlos verschwunden. So beginnt der zehnte Film aus der Reihe „Unter anderen Umständen“ mit dem Titel „Das verschwundene Kind“ (Montag, 20.15 Uhr, ZDF).

Toter Junge aus Dänemark

Kommissarin Jana Winter (Natalia Wörner) und ihr Kollege Matthias Hamm (Ralph Herforth) beginnen mit der Suche nach dem achtjährigen Jungen in einem Wildpark, wo sich Saschas Onkel, der Falkner Andreas Krohn (Thomas Loibl), sehr verdächtig benimmt. Als sie ihn verfolgen, kommen sie zur Wohnung von Saschas Vater, Jürgen Lohmann (Hinnerk Schönemann) – mit ihm war Janas angetrunkener Chef Arne Brauner (Martin Brambach) am Abend zuvor in einen Auffahrunfall verwickelt worden. Brauner verschweigt das zunächst, doch später gesteht er Jana, dass er den Tod seiner geschiedenen Frau nicht verwinden kann, von der er sich nicht verabschieden konnte.

Schließlich wird ausgerechnet auf einem Waldspielplatz eine Kindesleiche gefunden – aber es ist nicht Sascha, wie seine völlig verzweifelte Mutter Stefanie (Marie Leuenberger) bei der Identifizierung erleichtert feststellt. Der vorbestrafte Lohmann hatte seinen Sohn beobachtet und fotografiert, hat aber nichts mit seinem Verschwinden zu tun. Der tote Junge stammte aus Dänemark, und in den Fokus der Ermittler geraten der Jugendbetreuer Olli Werner (Barnaby Metschurat) und Saschas Bruder Marius (Bjarne Meisel).

Film entstand unter bewährtem Team

Das bewährte Team aus Regisseurin Judith Kennel, Schauspielerin Natalia Wörner und Produzentin Jutta Lieck-Klenke zeigte sich für alle bisherigen Filme der Reihe verantwortlich. Im ZDF-Interview erklärt Judith Kennel (56): „Viele der Fälle haben etwas mit dem Thema Familiengeheimnis zu tun und den daraus folgenden Konflikten in einer Familie, die sich zum Teil auch im Privatleben der Kommissarin spiegeln oder ihr eine persönliche Haltung abverlangen. Dadurch entsteht eine emotionale Brücke zum Zuschauer.“

Natalia Wörner (47) ergänzt: „Ein besonderes Merkmal ist, dass bei uns oft Kinder im Mittelpunkt stehen und deren Perspektive auf eine Welt erzählt wird, ohne dass die Kinder im Sinne der Dramaturgie instrumentalisiert werden. Es geht vielmehr darum, in eine Welt einzutauchen, die sich die Erwachsenen erarbeiten müssen.“ Und Jutta Lieck-Klenke (63) meint: „Jana hat ein echtes Interesse an den Menschen, die in Krisensituationen geraten. Sie urteilt nie moralisch, ist menschlich und warmherzig. Das macht sie zur Identifikationsfigur und schafft die besten Voraussetzungen für eine Kriminalkommissarin.“

Das mag so sein – das Trio hat jedenfalls einen weiteren spannenden und routinierten Film in Szene gesetzt, dessen Fall zwar nicht gerade neu ist, der aber ein langsames Erzähltempo und stimmungsvolle Bilder aus dem verschneiten Schleswig und der Landschaft an der Schlei bietet. Das Ende ähnelt leider einer Räuberpistole, doch als das ganze Ausmaß des Falles deutlich wird, sieht man sich einer ungeahnten Tragödie gegenüber. Im elften Film mit dem Arbeitstitel „Das Versprechen“ wird Jana Winter einen neuen Arbeitskollegen bekommen und einen neuen Lebensgefährten finden, so dass ihr Sohn Leon (der in den ersten acht Folgen tatsächlich von Natalia Wörners heute achtjährigem Sohn Jacob-Lee dargestellt wurde) vielleicht wieder einen Papa bekommt – keine schlechten Aussichten.

„Unter anderen Umständen“ läuft am 13. April um 20.15 Uhr im ZDF.

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