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Panorama
Donnerstag, 19. Juli 2018 29° 6

Schulen

Durchsichtige Rucksäcke gegen Attentate

Nach einer Schießerei an einer US-Schule müssen die Schüler besondere Ranzen tragen. So sollen Waffen entdeckt werden.

Die Schüler der Marjorie Stoneman Douglas High sind seit Wochenbeginn verpflichtet, durchsichtige Rücksäcke zu tragen. Foto: John Mccall/South Florida Sun-Sentinel/AP
Die Schüler der Marjorie Stoneman Douglas High sind seit Wochenbeginn verpflichtet, durchsichtige Rücksäcke zu tragen. Foto: John Mccall/South Florida Sun-Sentinel/AP

Parkland.Nach dem Massaker an einer High School in Parkland im US-Bundesstaat Florida stoßen neue Sicherheitsmaßnahmen bei vielen Schülern auf wenig Gegenliebe. Die 3000 Schüler der Marjorie Stoneman Douglas High School in Parkland sind seit Wochenbeginn verpflichtet, durchsichtige Rucksäcke zu tragen. So sollen mitgeführte Waffen schneller erkannt werden können. Ein Ex-Schüler hatte am 14. Februar 17 Menschen an der High School erschossen.

„Verletzung der Privatsphäre“, twitterte eine Schülerin zu den neuen Rucksäcken. Eine andere schrieb ironisch, das Plastik sei fast so transparent wie die Politik der Waffenlobby NRA. Zur Pflicht, diese Rucksäcke zu tragen, kommen weitere Maßnahmen wie Taschenkontrollen und ein sichtbar zu tragender Ausweis. Außerdem wird über Metalldetektoren nachgedacht. Der Schulbezirk Broward hat die Maßnahmen durchgesetzt. Sie gelten nicht im ganzen Bundesstaat.

Schüler schrieben in sozialen Netzwerken unter Anspielung auf die laxen Waffengesetze, diese Maßnahmen seien ja gut und schön – man solle sich aber besser auf das Wesentliche konzentrieren, statt Schulen in Gefängnisse zu verwandeln. „Meine Lunch-Papiertüte wurde kontrolliert“, schrieb Schülerin Christy Ma. „Eine Frau hat mein Sandwich gecheckt und festgestellt: keine Bedrohung.“ Seit der Attacke auf die Schule hat sich in den USA eine breite Schülerbewegung formiert, die sich für ein schärferes Waffenrecht einsetzt. Geschehen ist bisher so gut wie nichts.

Lesen Sie zum Thema auch einen Kommentar unseres US-Korrespondenten Thomas Spang:

Kommentar

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