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Aussenansicht

Ein Horror für die Tiere

Auch Tiere leiden unter der enormen Hitze im Sommer. Vor allem bei Tiertransporten sind die Umstände oft grausam.
Jan Pfeifer, Tierschützer

Jan Pfeifer ist Gründer des Deutschen Tierschutzbüros e. V.
Jan Pfeifer ist Gründer des Deutschen Tierschutzbüros e. V.

Wir alle haben in den vergangenen Wochen unter der enormen Hitze gelitten, das Thermometer zeigte vielerorts sogar über 40 Grad Celsius an. Ein Stau auf der Autobahn um die Mittagszeit, kaum vorstellbar ohne Klimaanlage. Doch die meisten Tiertransporter haben überhaupt keine Klimaanlage und so leiden vor allem die Tiere an der enormen Hitze.

All das, was wir den Tieren antun, ist grausam und unnötig, aber es bringt Geld und darum passiert es jeden Tag. Viel Geld bringt auch der Export der Tiere und darum werden hunderttausende von Tieren jedes Jahr ins Ausland transportiert, lebendig. Touren von 40 Stunden und mehr sind keine Seltenheit, angehalten wird nicht. Futter und Wasser gibt es meist auch nicht, es geht auch hier nur um den Profit. Alle verdienen daran, wenn Tiere transportiert werden. Die deutschen Bauern, die Spedition und der Schlachthof bzw. der Mastbetrieb im Ausland.

Die Politik und der Gesetzgeber handeln nicht und so werden selbst bei Temperaturen von 40 Grad Celsius oder mehr Schweine, Hühner und Rinder transportiert. Obwohl dies eigentlich laut EU-Verordnung verboten ist, wird in Deutschland dank Bauernverband und anderer Lobbyisten eben nicht durchgegriffen. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner findet Tiertransporte bei diesen hohen Temperaturen „nicht zumutbar“, doch verbieten will sie sie dennoch nicht – es hängen ja auch Arbeitsplätze daran.

Und so häufen sich Medienmeldungen von überhitzten Tiertransporten, die von der Polizei angehalten werden, die letztlich die durstenden Tiere mit Wasser versorgt. Allein letzte Woche gab es drei solcher Vorfälle, bei denen für einige der Tiere jede Hilfe zu spät kam. So wurde ein Transport bei Nürnberg gestoppt, einige der Ferkel waren schon verdurstet, andere mussten notgetötet werden. Der Transporter war von den Niederlanden nach Kroatien unterwegs, die transporteigene Wasserversorgung war leer. Nachgefüllt werden sollte erst in Österreich – auch hier ging es mal wieder nur um den Profit.

Solange Tiere aus Profitgründen transportiert werden, wird es solche Vorfälle geben. Jeder, der dieses System nicht weiter unterstützen will, sollte auf pflanzliche Alternativen ausweichen, denn nur so kann man dafür sorgen, dass dieser Horror aufhört. Tipps für eine vegane Lebensweise findet man unter www.twenty4VEGAN.de.

Jan Pfeifer, der Autor dieser Außenansicht, ist Tierschützer und hat das Deutsche Tierschutzbüro e. V. gegründet.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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