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Film

Fatih Akin verfilmt den „Goldenen Handschuh“

Hätte das mit der Oscar-Nominierung geklappt, wäre Fatih Akin bis zur Verleihung im März wohl noch mehr auf seinen Film „Aus dem Nichts“ fokussiert. Jetzt ist er mitten im Casting für das nächste Werk und auf der Suche nach dem richtigen Mix aus „abstoßend und attraktiv“.

Fatih Akin bei der Premiere „Aus dem Nichts“ in Hamburg. Foto: Georg Wendt

Hamburg.Die Enttäuschung über die verpasste Oscar-Chance hat Regisseur Fatih Akin weggesteckt. Inzwischen ist längst mit den nächsten Projekten beschäftigt.

Noch in diesem Jahr will er mit den Dreharbeiten zu gleich zwei Literaturverfilmungen beginnen, wie der 44-Jährige der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg sagte. Heinz Strunks „Der goldene Handschuh“ und den türkischen Roman „Die Madonna im Pelzmantel“ von Sabahattin Ali will er für die Leinwand in Szene setzen und dabei Neues wagen: Mit der Geschichte über den St.-Pauli-Serienmörder Fritz Honka plant der Filmemacher aus Hamburg seinen ersten Ausflug ins Horrorgenre.

Strunks Roman über Honka, der seine Opfer im Viertel rund um die Reeperbahn und dort unter anderem in der Kneipe „Zum goldenen Handschuh“ fand, hatte 2016 Aufsehen erregt. Akin will mit den Dreharbeiten im Frühsommer beginnen. Derzeit sei er mitten im Casting. „Das ist sehr spannend, aber auch schwierig zu besetzen, weil man die richtige Mischung aus abstoßend und attraktiv finden muss. Ein paar Wochen brauchen wir wohl noch“, sagte der Regisseur, der in der Nähe der Tatorte aufwuchs. „Es ist zwar einerseits vertrautes Terrain, weil es in meiner Nachbarschaft spielt, aber es wird neu für mich, weil es viele Horrorelemente enthält. Das Horrorgenre möchte ich gerne mal ausprobieren.“

Bei der deutsch-türkischen Produktion „Die Madonna im Pelzmantel“ - die 1943 erschienene Geschichte spielt im Berlin der 20er Jahre - soll es sich dagegen um einen Liebesfilm handeln. Noch vor Ende des Jahres werde der Dreh dafür beginnen, kündigte Akin an. Darüber hinaus sei ein weiterer Stoff bereits in Vorbereitung: Mit Schauspielerin Diane Kruger, Hauptdarstellerin in seinem aktuellen Erfolgsfilm „Aus dem Nichts“ und für diese Rolle bei den Filmfestspielen in Cannes geehrt, plane er eine Mini-Serie über Schauspielerin und Sängerin Marlene Dietrich (1901-1992). „Wir werden uns dabei auf die Nazi-Zeit von 1933 bis 1945 konzentrieren“, sagte der Regisseur.

Nachdem es das NSU-Drama „Aus dem Nichts“ zwar unter die neun Beiträge der Oscar-Shortlist geschafft hatte, dann aber doch nicht in die Endrunde der fünf Nominierten, sei er schon enttäuscht gewesen, gestand Akin. Zumal sein Film zuvor in den USA den Golden Globe und den Critics' Choice Award bekommen hatte. „Danach haben alle Stimmen um mich herum gesagt: Das klappt, das klappt, das klappt“, erzählte er. „Ich fühlte mich wie ein aufgepumpter Luftballon, der plötzlich geplatzt ist, als es dann doch nichts wurde. Aber das gehört dazu und ist längst abgehakt.“

Preise bekommt sein Werk weiterhin: Bei der Verleihung der Satellite Awards in Los Angeles, die von der International Press Academy (IPA) vergeben werden, holte der Beitrag des Hamburgers die Trophäe für den besten fremdsprachigen Film. Kruger gewann neben Sally Hawkins („Shape Of Water“) einen der beiden Preise, die in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin jeweils für eine internationale und eine US-Produktion vergeben wurden. „Ich freue mich immer wieder besonders über Kritiker- und Publikumspreise“, sagte Akin. 2008 war er mit „Auf der anderen Seite“ schon einmal deutscher Oscar-Kandidat, aber bei der Vorauswahl aus dem Rennen.

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