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Kardinal Müller: Kritik an Corona-Brief

Mehrere Bischöfe sorgen mit einem Schreiben gegen Corona-Regeln für Aufsehen. Die Bischofskonferenz distanziert sich.

Kardinal Gerhard Ludwig Müller kritisierte das Gottesdienstverbot in der Coronakrise. Foto: Andreas Arnold/dpa
Kardinal Gerhard Ludwig Müller kritisierte das Gottesdienstverbot in der Coronakrise. Foto: Andreas Arnold/dpa

Berlin.Die Deutsche Bischofskonferenz hat sich deutlich von einem Schreiben gegen die Corona-Beschränkungen distanziert, das auch von mehreren Bischöfen unterzeichnet worden ist. „Die Deutsche Bischofskonferenz kommentiert grundsätzlich keine Aufrufe einzelner Bischöfe außerhalb Deutschlands. Allerdings füge ich hinzu, dass sich die Bewertung der Corona-Pandemie durch die Deutsche Bischofskonferenz grundlegend von dem gestern veröffentlichten Aufruf unterscheidet“, erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, der Deutschen Presse-Agentur.

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In dem Schreiben mit dem Titel „Ein Aufruf für die Kirche und für die Welt – an Katholiken und alle Menschen guten Willens“ werden die Corona-Maßnahmen scharf kritisiert. „Es sind Tatsachen, dass unter dem Vorwand der Covid-19-Epidemie in vielen Fällen unveräußerliche Rechte der Bürger verletzt und ihre Grundfreiheiten unverhältnismäßig und ungerechtfertigt eingeschränkt wurden, einschließlich des Rechts auf Religionsfreiheit, freie Meinungsäußerung und Freizügigkeit“, heißt es unter anderem. Und weiter: Man habe Grund zu der Annahme, „dass es Kräfte gibt, die daran interessiert sind, in der Bevölkerung Panik zu erzeugen“. Auf diese Weise wollten sie dauerhaft „Formen inakzeptabler Freiheitsbegrenzung und der damit verbundenen Kontrolle über Personen und der Verfolgung all ihrer Bewegungen“ durchsetzen. „Diese illiberalen Steuerungsversuche sind der beunruhigende Auftakt zur Schaffung einer Weltregierung, die sich jeder Kontrolle entzieht.“

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Der Aufruf ist eine Initiative des früheren Päpstlichen Botschafters in den USA, Erzbischof Carlo Maria Vigano. Zu den Unterzeichnern gehört neben anderen katholischen Geistlichen auch der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller, der von 2012 bis 2017 Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre war. Müller hatte sich zuletzt auch gegen Gottesdienstverbote in der Corona-Pandemie ausgesprochen. Im Februar hatte Müller die Entscheidungsfindung beim Synodalen Weg der katholischen Kirche mit dem Ermächtigungsgesetz der Nationalsozialisten verglichen und damit Empörung ausgelöst. (dpa)

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