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Kneippen für die Jüngsten

Kneippen im Kindesalter soll auf einfache Weise die Gesundheit fördern. Schulen und Kitas sollten das Konzept aufgreifen.
Klaus Holetschek, Landtagsabgeordneter

Kindertageseinrichtungen und Schulen sind die Lebenswelten, in denen nahezu alle Kinder erreicht werden. Sie bieten ein ideales Setting, um Kinder und deren Familien mit einzubeziehen und das Wissen um eigenverantwortliche Gesundheitsförderung weiterzugeben. Grundsätzlich geschieht das in Schulen auch durch die Verankerung in den Lehrplänen.

Allerdings wissen wir nicht erst seit der KiGGS-Studie des Robert-Koch-Instituts zur gesundheitlichen Lage von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, dass trotz vieler medizinischer Erfolge ein erheblicher Teil von ihnen an gravierenden gesundheitlichen Problemen leidet.

Früh übt sich

Genau hier setzt das Kneipp-Gesundheitskonzept an, bei dem Kinder an eine gesunde Lebensführung und -einstellung nach dem Prinzip der Salutogenese herangeführt werden. Der Kneipp-Bund zertifiziert Kitas und Schulen, in denen das Kneippsche Gesundheitskonzept im Alltag umgesetzt wird.

„Kneipp-Anwendungen gehören zu den wissenschaftlich anerkannten Naturheilverfahren“

Das Personal wird in den fünf Kneippschen Elementen geschult, es arbeitet verantwortungsbewusst und denkt ganzheitlich. Konzeptionelle Anwendungen werden in den Alltag so integriert, dass für das Personal keine zusätzliche Arbeit anfällt und kaum zusätzliche Kosten entstehen. Kneipp-Anwendungen gehören zu den wissenschaftlich anerkannten Naturheilverfahren, die bei regelmäßiger Praxis nachweislich immunstärkend wirken.

Kitas, die täglich Kneipp-Anwendungen wie Trockenbürsten, Taulaufen, Güsse, Bäder, und Waschungen, durchführen, berichten von einer deutlichen Abnahme der Infektanfälligkeit und der Krankheitstage von Kindern. Zudem erfreuen sich Erzieher über die niedrigschwellige Implementierung des Konzeptes mit einer einfachen Handhabung und wirkungsvollen Weise. Schulen wird in wachsendem Maße empfohlen, Gesundheitsförderung in den Schulalltag einzubeziehen mit dem Ziel, Gesundheit in den Dienst des Bildungsauftrags der Schule zu stellen; auch um auf diese Weise zur Verbesserung der Bildungsqualität insgesamt beizutragen.

Gesundheitserziehung als pädagogische Aufgabe

Das Kneipp-Gesundheitskonzept ist ein vom „Landesprogramm für die gute gesunde Schule in Bayern“ empfohlenes Projekt. Dabei soll sich Gesundheitserziehung, die in ihrem ganzheitlichen Verständnis das körperliche, geistige, seelische und soziale Wohlbefinden einschließt, als Leitfaden durch die ganze pädagogische Arbeit ziehen.

Der Autor ist Präsident beim Kneipp-Bund e.V. Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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