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Mittwoch, 22. August 2018 32° 2

Weltraum

„Astro-Alex“ startet zur Raumstation ISS

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst ist wieder unterwegs ins All. Millionen hoffen auf neue Eindrücke von der Raumstation.

Alexander Gerst ist vier Jahre nach seiner ersten Mission mit einer Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur zu seiner zweiten Mission auf der ISS aufgebrochen. Foto: Shamil Zhumatov/REUTERS POOL/AP/dpa
Alexander Gerst ist vier Jahre nach seiner ersten Mission mit einer Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur zu seiner zweiten Mission auf der ISS aufgebrochen. Foto: Shamil Zhumatov/REUTERS POOL/AP/dpa

Baikonur.Der deutsche Astronaut Alexander Gerst ist zum zweiten Mal unterwegs zur Internationalen Raumstation (ISS). Mit einer Sojus-Rakete startete er am Mittwoch planmäßig vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan. „Nächster Halt #ISS in zwei Tagen wenn alles glatt geht. Passt auf euch auf meine Freunde!“, twitterte „Astro-Alex“ als letzte Botschaft vor dem Start.

„Es ist einfacher, wenn man zum zweiten Mal fliegt, denn man hat die großen Unbekannten nicht.“

Alexander Gerst

Danach steigt er gemeinsam mit dem russischen Kampfpiloten Sergej Prokopjew und der US-Ärztin Serena Auñón-Chancellor in die Rakete. „Ich habe die beste Crew, die ich mir vorstellen kann. Ich weiß, dass die beiden fantastisch sind und wissen, wie sie ihren Job machen“, hatte Gerst bei der Abschieds-Pressekonferenz am Dienstag gesagt. Für Prokopjew und Auñón-Chancellor ist es der erste Flug zur ISS.

Gerst fliegt zum zweiten Mal

Alexander Gerst grüßt nach einer Pressekonferenz im kasachischen Baikonur. Foto: Dmitri Lovetsky/AP
Alexander Gerst grüßt nach einer Pressekonferenz im kasachischen Baikonur. Foto: Dmitri Lovetsky/AP

Am Morgen, wenige Stunden vor dem Start, wirkte „Astro-Alex“ sichtlich glücklich und winkte entspannt in die Menge. „Wir freuen uns sehr, ihn nun zum zweiten Mal ins All fliegen zu sehen und wünschen ihm das Allerbeste“, teilte seine Familie der Deutschen Presse-Agentur mit. „Alexander war schon immer ein Forscher und Entdecker.“

„Der Planet ist meine Heimat“: Sonntagszeitungs-Redakteurin Angela Sonntag hat Alexander Gerst zum Interview getroffen.

Welche Kräfte wirken auf die Astronauten, wenn sie in den Weltraum fliegen? MZ-Reporter Philipp Froschhammer wagt den Selbsttest.

Gersts Heimatort Künzelsau in Baden-Württemberg feierte den Flug ihres Ehrenbürgers mit einem Stadtfest. In Berlin fieberten hunderte Kinder bei der zentralen Veranstaltung der Esa zum Start im Zeiss-Großplanetarium mit. Auch in vielen anderen Orten bundesweit gab es Live-Übertragungen.

Mit einer Sojus-Rakete startete Gerst planmäßig vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan. Den Start sehen Sie im Video:

«Astro-Alex» zur ISS gestartet

Gerst, promovierter Geophysiker, soll während der zweiten Hälfte seiner 188-tägigen Mission „Horizons“ Kommandant der Raumstation sein - als erster Deutscher überhaupt. Normalerweise ist der Posten den Hauptgeldgebern USA und Russland vorbehalten. „Ich habe den größten Respekt vor jenen, die dieses Projekt auf den Weg gebracht haben“, sagte Gerst vorm Start über das Raumlabor.

Lesen Sie hier einen Kommentar zum Thema:

Kommentar

Ein Glücksfall für die Raumfahrt

Gründlich durchgecheckt steht sie da und wartet auf den Start – alles klar!“ Dass Alexander Gerst kurz vor seinem Start mit einer Sojus-Rakete zur Internationalen...

Gerst erkundet künstliche Intelligenz

Teil seiner Mission sind etwa 300 Experimente, darunter 41 des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Auch ein auf Sprachbefehle hörender Roboter soll getestet werden – mit dem Projekt „Cimon“ erkundet das DLR künstliche Intelligenz. Gersts riesige Fangemeinde hofft auf viele neue Eindrücke und Bilder aus dem All – bei seiner ersten Mission vor vier Jahren hatte Gerst die Welt über Social-Media-Botschaften und Fotos ausgiebig an seinem Abenteuer teilhaben lassen.

Eine Crew am Boden sorgt die nächsten 6 Monate dafür, dass auf der ISS alles glatt geht. Die Redakteure unserer Sonntagszeitung haben das Columbus-Kontrollzentrum am DLR in Oberpfaffenhofen besucht.

Der Flug zur ISS rund 400 Kilometer über der Erde wird etwa zwei Tage dauern. Nach 34 Erdumrundungen soll die Sojus-Kapsel am Freitag an der ISS andocken. Zu tun gibt es während dieser Zeit nicht viel. Die ganze Zeit sitzen müssen die Raumfahrer aber nicht, auch gibt es im Orbitalblock, der rundlichen Kugel an der Spitze des Raumschiffes, eine Toilette. Windeln unterm Raumanzug seien daher nicht obligatorisch, sagte der belgische Ex-Astronaut Frank de Winne.

Die Ereignisse finden Sie hier in unserem NewsBlog zum Nachlesen:

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