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Adel

Meghan-Mania im Vereinigten Königreich

Prinz Harry kommt noch in diesem Jahr unter die Haube – und die meisten Briten sind begeistert von seiner großen Liebe.
Von Silvia Kusidlo, dpa

Kennengelernt haben sich Meghan Markle und Prinz Harry bei einem von einer Freundin eingefädelten Blind Date. Foto: Yui Mok/PA Wire/dpa
Kennengelernt haben sich Meghan Markle und Prinz Harry bei einem von einer Freundin eingefädelten Blind Date. Foto: Yui Mok/PA Wire/dpa

Windsor.Wenn sich Prinz Harry und Meghan Markle am 19. Mai auf Schloss Windsor das Jawort geben, dann werden Millionen Menschen gerührt vor den Fernsehern sitzen. Allerdings: Die Braut ist für royale Verhältnisse ziemlich ungewöhnlich. Denn Meghan stammt nicht aus britischem Adelsgeschlecht, sondern ist eine Bürgerliche aus den USA mit afroamerikanischen Wurzeln. Sie ist geschieden und eine eher mittelmäßig bekannte Schauspielerin. Die 36-Jährige ist weit davon entfernt, „posh“ (vornehm) zu sein. Doch gerade weil ihr diese, oft arrogant wirkende Art der britischen Elite fehlt, fliegen ihr die Herzen zu.

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Ausnahmezustand in Windsor

Der britische Prinz Harry und seine Verlobte Meghan Markle sind auf Tassen und anderen Werbeartikeln zu sehen. Foto: Ray Tang/ZUMA Wire/dpa
Der britische Prinz Harry und seine Verlobte Meghan Markle sind auf Tassen und anderen Werbeartikeln zu sehen. Foto: Ray Tang/ZUMA Wire/dpa

In Großbritannien herrscht „Meghan-Mania“ und in Windsor bereits Ausnahmezustand. Binnen Minuten nach der Verkündung des Hochzeitstermins waren fast alle Hotels in dem hübschen Städtchen westlich von London ausgebucht. Noch am selben Tag stellten Souvenir-Hersteller ihre Produktion um und brachten Bilder von Harry (33) und seiner Verlobten samt Herzchen auf Becher und Schlüsselanhänger. „Vor allem die Amerikaner reißen uns das aus den Händen. Die kaufen immer viel, aber jetzt noch mehr als zuvor“, sagt Andenkenverkäufer Jon Aujla.

In Großbritannien wird es bald wieder eine Märchenhochzeit geben. Prinz Harry hat um Meghan Markles Hand angehalten.

Der Erzbischof von Canterbury wird das Paar in der spätgotischen St.-Georgs-Kapelle aus dem 15. Jahrhundert auf dem Gelände von Schloss Windsor trauen. Es ist von hohen dicken Mauern umgeben – das ist gut für die Sicherheit, aber ein Blick auf das Brautpaar somit eigentlich unmöglich. Doch Prinz Harry und Meghan planen direkt nach der Trauung eine etwa drei Kilometer lange Kutschfahrt durch Windsor, um dem Volk eine Möglichkeit zu bieten, „die Atmosphäre dieses besonderen Tages zu genießen“, teilte der Buckingham-Palast mit.

Traumhochzeit mit einem Haken

  • Meghan ist sich nicht

    mit allen Verwandten grün. Zu ihrer Mutter Doria hat sie ein inniges Verhältnis. Ihr Vater Thomas lebt zurückgezogen in Mexiko. Seine Tochter Samantha aus erster Ehe zog in Interviews aber über ihre Halbschwester her.

  • Sie plant sogar

    ein Buch über die Familie: „The Diary of Princess Pushy’s Sister“– zu Deutsch etwa: Tagebuch der Schwester von Prinzessin Aufdringlich. Eine Einladung zur Hochzeit halten britische Medien für ausgeschlossen.

„Meghan bringt frischen Wind“

Die US-Amerikanerin bekommt wegen ihrer dunklen Hautfarbe auch rassistische Sprüche und Drohungen ab. Die meisten Briten haben sie jedoch längst in ihr Herz geschlossen; vor allem ihre offene und herzliche Art kommt gut an. „Prinz Harry ist ein modernes Mitglied der Royals und Meghan bringt frischen Wind in die Königsfamilie“, schwärmt eine Verkäuferin aus Stoke-on-Trent südlich von Manchester.

Prinz Harry posiert am 2012 nach dem London Marathon neben den Siegern Mary Keitany und Wilson Kipsang aus Kenia. Foto: Facundo Arrizabalaga/EPA/dpa
Prinz Harry posiert am 2012 nach dem London Marathon neben den Siegern Mary Keitany und Wilson Kipsang aus Kenia. Foto: Facundo Arrizabalaga/EPA/dpa

Auch Harry lieben die Briten wegen seiner unkomplizierten und fröhlichen Art, zum Beispiel wenn er beim Marathon in London verdutzte Läufer umarmt und mit Kindern bei Festen herumtobt. Seine wilden Zeiten, in denen er nackt mit Frauen in einem Hotel in den USA feierte oder im Nazikostüm bei einer Kostümparty auftauchte, sind vorbei. Heute gilt er als gereifter Prinz, der sich wie einst seine Mutter Diana sehr stark sozial engagiert.

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