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Prozesse

Mord im U-Boot: Lebenslang für Madsen

Peter Madsen hat die Journalistin Kim Wall in einem U-Boot gefoltert und ermordet. Das Urteil ist für Dänemark ungewöhnlich.

Mitarbeiter der Spurensicherung untersuchen das U-Boot „Nautilus“. Foto: Jacob Ehrbahn/Ritzau Foto
Mitarbeiter der Spurensicherung untersuchen das U-Boot „Nautilus“. Foto: Jacob Ehrbahn/Ritzau Foto

Kopenhagen.Der dänische Erfinder Peter Madsen ist für den Mord an der Journalistin Kim Wall in seinem U-Boot zur Höchststrafe verurteilt worden. Das Kopenhagener Gericht schickte ihn am Mittwoch lebenslang ins Gefängnis.

Im spektakulären Mordprozess um den Tod einer Journalistin in einem U-Boot fiel heute in Dänemark das Urteil. Madsen soll die Schwedin Kim Wall an Bord erst gefoltert, dann getötet, schließlich die Leiche zerstückelt und ins Meer geworfen zu haben. Dabei soll er eine Sex-Fantasie ausgelebt haben. Spektakulär war der Prozess nicht nur wegen des ungewöhnlichen Tatorts in einem selbstgebauten U-Boot.

Während der Verhandlung kamen auch grausige Details über den in Dänemark als exzentrischen Erfinder bekannten Madsen zu Tage. So zeigte die Staatsanwaltschaft Videos echter Hinrichtungen, die Madsen auf einer Festplatte gespeichert hatte. Zeugen sagten aus, der 47-Jährige habe vom perfekten Verbrechen geträumt.

Madsen bestreitet die Vorwürfe

Madsen selbst bestreitet allerdings sowohl den Mord als auch sexuellen Missbrauch. Der Tod der 30-Jährigen sei ein tragischer Unfall gewesen, sagte er. Am letzten Prozesstag betonte er, alles, was geschehen sei, tue ihm „sehr, sehr leid“.

Experten haben Madsens Erklärung vor Gericht als unwahrscheinlich eingeschätzt. Auch Psychologen halten ihn für extrem unglaubwürdig und schwer gestört, jedoch nicht für krank.

„Kein normaler Mensch“

Die Staatsanwaltschaft forderte deshalb lebenslange Haft, die Höchststrafe im dänischen Rechtssystem. Diese werde zwar normalerweise nicht für einen einzelnen Mord verhängt, sagte Staatsanwalt Jakob Buch-Jepsen in seinem Plädoyer. Doch Madsen sei auch kein normaler Mensch.

Die Verteidigung will dagegen einen Freispruch vom Mord- und Missbrauchsvorwurf. Es gebe keine Beweise, argumentieren Madsens Anwälte. Die Richter dürften sich nicht auf ein Bauchgefühl verlassen. Die Richter entschieden trotzdem gegen ihn und schicken ihn lebenslang ins Gefängnis.

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