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Soziales

Mutter holt Töchter aus Tunesien zurück

Fast drei Jahre hält die Familie des Vaters Mädchen in einem Dorf fest. Gerichte sprechen der Mutter das Sorgerecht zu.

Die Mutter der zwei in Tunesien festgehaltenen Kinder, Katharina Schmidt, in Tunis. Foto: Simon Kremer
Die Mutter der zwei in Tunesien festgehaltenen Kinder, Katharina Schmidt, in Tunis. Foto: Simon Kremer

Hannover.Zwei Mädchen aus Hannover, die mehrere Jahre in Tunesien festgehalten wurden, sind mit ihrer Mutter nach Deutschland zurückgekehrt. Am Dienstag kamen sie auf dem Hauptbahnhof Hannover an.

Die Mutter sagte, dass sie sehr glücklich seien, aber nun erst einmal Ruhe benötigten. Die tunesischen Behörden hätten die Familie in der Nacht zu Dienstag ausreisen lassen, berichtete der NDR. Am frühen Morgen landeten sie demnach am Frankfurter Flughafen.

„Fix und fertig“ und „super happy“

Es sei am Ende alles gut gegangen, schrieb die Mutter vor der Ankunft an die Deutsche Presse-Agentur. Alle seien „wirklich fix und fertig“, aber „super happy“. Schon zwei Tage zuvor hatte die Mutter versucht, die beiden Kinder im Alter von neun und elf Jahren im Flugzeug mit nach Deutschland zu nehmen. Die Familie wurde aber trotz Ausreisegenehmigung zunächst am Flughafen in Tunis gestoppt.

Damit hatte sich der Fall, der sich seit Jahren hinzieht, am Wochenende dramatisch zugespitzt. Während eines Besuches der Mutter in der tunesischen Stadt Kasserine habe die ältere Tochter den Wunsch geäußert, nach Deutschland zurückzukehren, sagte die Tante der Kinder der dpa. Die Mutter habe die Mädchen kurzerhand im Auto mitgenommen und sei zur Deutschen Botschaft in die Hauptstadt Tunis gefahren, die umgehend Pässe für die Mädchen erstellt habe.

Vater sitzt in Deutschland im Gefängnis

Der Vater der Kinder sitzt seit zwei Jahren in Deutschland wegen Kindesentziehung im Gefängnis. Obwohl die Mutter aus Hannover sowohl von deutschen als auch tunesischen Gerichten das alleinige Sorgerecht zugesprochen bekommen hatte, weigerte sich die Familie in Tunesien, die Kinder nach Deutschland zurückkehren zu lassen.

Der Anwalt des inhaftierten Vaters, Michael Hahne, hofft, dass die Gefängnisstrafe seines Mandanten jetzt in eine Bewährungsstrafe umgewandelt wird. Er hatte gegen das jüngste Urteil im April Berufung eingelegt. „Es ist eine tolle Nachricht, dass die Kinder wieder in Deutschland sind“, sagte Hahne der Deutschen Presse-Agentur.

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