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Verkehr

„Parke richtig“ - Falschparker müssen mit Folgen rechnen

Sie fahren einfach auf den Gehweg oder stellen sich quer in eine Parklücke - und behindern unter Umständen andere Verkehrsteilnehmer. Gefährlichem Parken wollen Aktivisten nun etwas entgegensetzen. Was Autofahrer wohl davon halten?
Von Gisela Gross, dpa

  • Radfahrer wollen während der Aktionswoche auf ihre Probleme mit Falschparkern aufmerksam machen. Foto: Alexander Heinl
  • Eine Aktivistin heftet einem Auto, dass auf einem Fußgängerübergang geparkt wurde, eine "Gelbe Karte" an. Foto: Britta Pedersen
  • Radfahrer wollen während der Aktionswoche auf ihre Probleme mit Falschparkern aufmerksam machen. Foto: Alexander Heinl
  • Aktivisten fahren auf der Karl-Marx-Straße in Berlin mit ihren Fahrrädern auf einem Radweg, durch Warnkegelen markiert ist. Foto: Britta Pedersen

Berlin.Gelbe Karten, Sprühsahne und Online-Pranger: Falschparker in Deutschland müssen in dieser Woche mit besonderen Reaktionen anderer Verkehrsteilnehmer rechnen. Der Verkehrsclub VCD und die Initiative Clevere Städte haben zu einer bundesweiten Aktionswoche aufgerufen.

Sie wollen auf Gefahren hinweisen, die durch zugeparkte Kreuzungen und Radspuren entstehen. Die Liste der vorgeschlagenen Aktionen reicht vom Gespräch mit Falschparkern über die Markierung der Seitenspiegel mit Luftballons bis hin zur Anzeige. Menschen könnten auch gemeinsam anpacken und das Auto aus dem Weg tragen, hieß es. Für Autobesitzer unangenehm dürfte die Idee sein, die Fahrbahnmarkierung mit Sprühsahne auf dem Auto nachzuzeichnen.

Vergleichsweise harmlos begann die Aktionswoche am Montag in Berlin-Neukölln, an einer von Radfahrern vielkritisierten Stelle. Einen kürzlich erst eröffneten Radstreifen auf der Karl-Marx-Straße nutzen viele Autofahrer zum Halten und Parken. Das zwingt Radfahrer zu teils riskantem Einfädeln in den fließenden Verkehr. Aktivisten steckten dort eine Not-Radspur mit rot-weißen Verkehrshütchen ab. An die Windschutzscheibe von Autos, die an Fußgängerüberwegen parkten, steckten sie gelbe Karten („Für ein faires Miteinander“).

Bei Twitter häuften sich Beiträge mit Fotos von Autos an Kreuzungen, auf Radstreifen und Gehwegen. Auch in anderen Städten wie Bonn, Münster, Hamburg, Köln, Hannover und Halle waren Aktionen angekündigt. Die Organisatoren fordern mehr Kontrollen - und dass Falschparken teurer wird.

Angesichts von Bußgeldern von 20 Euro und wenigen Kontrollen nähmen Autofahrer bislang das Risiko in Kauf, sagte der VCD-Bundesvorsitzende Wasilis von Rauch im RBB-Sender radioeins. Er forderte, das Bußgeld auf mindestens 60 Euro anzuheben. Im europäischen Schnitt würden dafür etwa 100 Euro fällig.

Auch außerhalb der Aktionswoche gibt es zum Beispiel in der Hauptstadt Privatleute, die sich das Fotografieren und teils auch das Melden solcher Fälle an die Behörden zur Aufgabe gemacht haben - auch in der Hoffnung auf den Abschleppwagen. Dafür gibt es eigens eine App („Wegeheld“). Der „Tagesspiegel“ in Berlin mischt bei dem Thema schon länger mit - und veröffentlicht auf seiner Webseite zum Beispiel Leser-Fotos von falsch geparkten Polizei-Autos.

Schon vor dem Start der Aktionswoche schien im Südwesten jemand ein Exempel statuieren zu wollen: Ein Falschparker erhielt einen „Strafzettel“, der ihm besonders wehtun dürfte. Wie die Polizei am Montag mitteilte, hatte ein Unbekannter dem Mann am Freitagabend einen etwa 20 Zentimeter langen Nagel in die Motorhaube gehauen. Daran haftete demnach ein Zettel mit der Aufschrift „Parke richtig“. Die Ermittler suchen nun Zeugen, die den - natürlich illegalen - Vorfall in Bad Schönborn bei Karlsruhe beobachtet haben. Der Schaden liegt demnach bei 100 Euro.

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