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Panorama
Montag, 16. Juli 2018 29° 8

Karneval

Pferde gingen bei Faschingsumzug durch

Hunderttausende Narren haben am Rosenmontag in Deutschland gefeiert. In Köln trübte ein Unglück die Stimmung.

Kostümierte Karnevalisten säumten wie hier beim Umzug in Köln den Straßenrand. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Kostümierte Karnevalisten säumten wie hier beim Umzug in Köln den Straßenrand. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Köln.Hunderttausende dick vermummte Narren haben in den rheinischen Karnevalshochburgen die Rosenmontagszüge bejubelt. In Köln wurde der Zug jedoch von einem Unglück überschattet: Dort ging eine Pferdekutsche durch. Der Kutschführer, drei weitere Personen aus der Kutsche und eine Zuschauerin wurden nach Polizei-Angaben „leicht bis mittelschwer“ verletzt.

Alle fünf kamen ins Krankenhaus. Tierärzte kümmerten sich um die beiden Pferde. Die Polizei prüft, ob ein Flaschenwurf die Tiere in Panik versetzt haben könnte. Im vergangen Jahr war in Köln auch schon ein Pferd kollabiert. Der Deutsche Tierschutzbund fordert seit längerem ein Tierverbot bei Karnevalszügen. Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) sprach sich am Montag jedoch gegen ein Verbot von Pferden aus. „Ein Zug ohne Pferde ist Mist“, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

„Ein Zug ohne Pferde ist Mist“

Herbert Reul, Innenminister von Nordrhein-Westfalen

Abgesehen von dem Kutschunglück äußerte sich die Polizei in Köln, Düsseldorf und Mainz zunächst zufrieden mit dem Verlauf der großen Karnevalszüge.

Viele Witze über Donald Trump

Donald Trump als Dampfwalze in Köln Foto: Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Donald Trump als Dampfwalze in Köln Foto: Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Auf den Persiflagewagen wurde wie jedes Jahr die Politik aufs Korn genommen. Eine beliebte Zielscheibe des Spotts blieb Donald Trump: In Köln fuhr eine Pappmaché-Ausgabe des US-Präsidenten als Dampfwalze mit, in Düsseldorf lastete die Russland-Affäre in Gestalt eines dicken Bären auf ihm, und in Mainz drosch er mit einem Golfschläger auf das Klimaabkommen ein.

Auch in Ostbayern war viel los zum Faschingsendspurt. Hier haben wir alle Artikel aus der Region für Sie gesammelt.

Die traurigste Figur gab der Noch-SPD-Vorsitzende Martin Schulz ab: Er wurde in Düsseldorf durch den Fleischwolf gedreht. Seine anvisierte Nachfolgerin Andrea Nahles gab derweil die Parole aus: „Genossen, das ENDE ist NAHles!“ FDP-Chef Christian Lindner nahm als Hasenfuß Reißaus vor der Regierungsverantwortung.

Merkel als Schwarze Witwe

In Düsseldorf wurde Bundeskanzlerin Angela Merkel als Schwarze Witwe dargestellt. Foto: Ina Fassbender/dpa
In Düsseldorf wurde Bundeskanzlerin Angela Merkel als Schwarze Witwe dargestellt. Foto: Ina Fassbender/dpa

Kanzlerin Angela Merkel thronte in Düsseldorf als Schwarze Witwe über den Schädeln lang verblichener Polit-Größen. In Mainz schlüpfte die Langzeit-Kanzlerin in einen anderen Tierkörper: Als Schildkröte nickte sie in alle Richtungen. Andere schwankende Pappkameraden waren die britische Premierministerin Theresa May und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Nicht von Pappe waren dagegen die Toten Hosen, die leibhaftig in Düsseldorf mitfuhren.

Allein in Köln hatte der Zug 300 Tonnen Süßigkeiten geladen, darunter 700 000 Schokoladentafeln und 220 000 Schachteln Pralinen. Das diesjährige Motto des Kölner Karnevals lautete: „Mer Kölsche danze us der Reih“ („Wir Kölner tanzen aus der Reihe“). Die Düsseldorfer feierten nach der Devise „Jeck erst recht“.

Das Wetter hielt sich besser als erwartet: Immer wieder kam die Sonne durch. Am Nachmittag gab es in Köln allerdings auch einen heftigen Schneeschauer. Auch die Narren in Baden-Württemberg mussten dem Schnee trotzen. Einer der Höhepunkte war dort der Narrensprung in Rottweil.

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