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Samstag, 22. September 2018 19° 3

WM-Eröffnung

Robbie Williams zeigt den Mittelfinger

Der britische Popstar schickt bei der WM-Eröffnungsfeier eine beleidigende Botschaft in die Welt. Wer ist gemeint?

Der britische Popstar Robbie Williams gilt als fußballaffin. Er singt bei der WM-Eröffnungsfeier in Moskau. Foto: Alexander Nemenov/afp
Der britische Popstar Robbie Williams gilt als fußballaffin. Er singt bei der WM-Eröffnungsfeier in Moskau. Foto: Alexander Nemenov/afp

Moskau.Der britische Popstar Robbie Williams hat seinen Auftritt bei der WM-Eröffnungsfeier im Moskauer Luschniki-Stadion mit einer unsportlichen Geste beendet. Bei der Liedzeile „I did this for free“ („Ich habe dies umsonst gemacht“) streckte Williams am Donnerstag demonstrativ den Mittelfinger seiner linken Hand in die Kamera. Es blieb zunächst unklar, welche Botschaft der Musiker damit an wen übermitteln wollte.

In den sozialen Netzwerken wurde spekuliert, der britische Künstler könne auf Kritik aus der Heimat an seinem Auftritt in Russland reagiert haben. Das russische Internetportal „lenta.ru“ vermutete dagegen, Williams habe den Russen den Finger gezeigt. Die Eröffnungsfeier war weltweit live übertragen worden.

Ein Handkuss von Robbie Williams für die russische Opernsängerin Aida Garifullina. Foto: Victor Caivano/dpa
Ein Handkuss von Robbie Williams für die russische Opernsängerin Aida Garifullina. Foto: Victor Caivano/dpa

Anfang der Woche hatte Robbie Williams mitgeteilt, es sei für ihn ein Jugendtraum, eine Fußball-Weltmeisterschaft vor 80 000 Fans im Stadion zu eröffnen. Er versprach seinen Fans eine „unvergessliche Show“. Der 44-Jährige trat zusammen mit der russischen Sopranistin Aida Garifullina auf. Das Duo sang Williams‘ Hitsong „Angels“. Der Sänger hatte bereits vor zwei Jahren für eine Kontroverse in Russland gesorgt, weil er mit seinem Lied „Party like a Russian“ (Feier wie ein Russe) Klischees bediente.

Der prominente Kreml-Kritiker Bill Browder hatte Williams im Vorfeld für dessen Auftritt in Moskau scharf kritisiert. „Es gibt viele Wege Geld zu verdienen, Robbie Williams, aber seine Seele an einen Diktator zu verkaufen, sollte keiner davon sein. Schäm Dich!“, schrieb Browder auf Twitter als Reaktion auf Williams‘ Ankündigung, in Moskau aufzutreten.

Browder zählte mit seiner Fondsgesellschaft einst zu den größten Investoren in Russland. Der gebürtige US-Amerikaner mit britischer Staatsbürgerschaft hatte vor einigen Jahren durch die Enthüllung eines Finanzskandals internationale Sanktionen gegen Moskau auf den Weg gebracht. Browder selbst bezeichnet sich als „Staatsfeind Nummer eins“ für Russlands Präsidenten Wladimir Putin.

Auch Englands diskutierfreudiger Ex-Fußballstar Gary Lineker ging auf die provokante Geste des Popstars ein, wollte sich aber nicht an den Spekulationen über die Motive beteiligen. „Diese WM-Eröffnungsfeier war genauso Müll wie alle anderen. Fangt mit dem Fußball an“, schrieb Lineker auf Twitter. (dpa/afp)

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