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Dienstag, 22. Mai 2018 25° 2

Theater

Ruhrtriennale beginnt dreijährige „Zwischenzeit“

Auch 2018 mischen bei der Ruhrtriennale die Künstler die Genres. Heraus kommen „Kreationen“ - mit Musik, Schauspiel und Tanz. Bis 2020 will das Kulturfestival das Lebensgefühl einer „Zwischenzeit“ erkunden.

  • Christoph Marthaler, „Artiste associé“ der Ruhrtriennale. Foto: Marcel Kusch
  • Die neue Ruhrtriennale-Intendantin Stefanie Carp. Foto: Marcel Kusch

Essen.Die Veränderung von Lebensumständen etwa durch Krieg und Flucht ist zentrales Thema der neuen Ruhrtriennale von 2018 bis 2020. Die neue Intendantin Stefanie Carp (62) hat das Programm für die drei Jahre unter ihrer Leitung mit dem Titel „Zwischenzeit“ überschrieben.

Im ersten Jahr (9. August bis 23. September 2018) sind 33 Produktionen und Projekte mit insgesamt 120 Aufführungen geplant. Unter den Spielorten sind wieder stillgelegte Industrieanlagen im Ruhrgebiet wie etwa ein Stahlwerk oder eine Steinkohlenzeche.

Der Regisseur Christoph Marthaler (66) ist in diesem Jahr „Artiste associé“ der Ruhrtriennale. Seine Produktion „Universe, Incomplete“ wird am 17. August in der Jahrhunderthalle Bochum uraufgeführt. Der „Musiktheater-Kreation“ liegt ein unvollendetes Werk des amerikanischen Komponisten Charles Ives (1874-1954) zu Grunde. „Es ist ein gewaltiges Experiment“, sagte Marthaler. Geplant seien auch Szenen mit Schauspielern und Tänzern. Das Bühnenbild gestaltet Anna Viebrock.

Eröffnet wird das Festival in der Kraftzentrale Duisburg mit „The Head and the Load“ von William Kentridge, auch dies eine für die Triennale typische „Kreation“ aus Musiktheater, Tanz und Bildender Kunst. Der südafrikanische Regisseur setzt sich mit der Rolle Afrikas im Ersten Weltkrieg auseinander: „Zwischen 1914 und 1918 wurden mehr als zwei Millionen Menschen aus dem afrikanischen Kontinent von den Kolonialmächten gezwungen, für sie in den Krieg zu ziehen“, heißt es im Programmheft. Kentridge widme diesem kaum erforschten Kapitel der Geschichte eine installative und szenische Arbeit.

Etwa sechs Stunden müssen Zuschauer für das Schauspiel „Diamante. Die Geschichte einer Free Private City“ ebenfalls in der Kraftzentrale mitbringen (24. August Uraufführung). Dazu hat der argentinische Theatermacher Mariano Pensotti einen Teil der Privatstadt Diamante nachgebaut, die vor 100 Jahren von einem deutschen Industriellen mitten im argentinischen Dschungel errichtet wurde.

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