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Serienmörder in der Drogenszene

„Der Kriminalist“ zeigt diesmal ungewöhnlich viele Gefühle – und entdeckt Zusammenhänge, die andere nicht sehen wollen.

Christian Berkel ist „Der Kriminalist“. Foto: Tomas Moll/dpa

Berlin.In der ersten Szene geht ein junger Drogenabhängiger mit einem Mann nach Hause, der ihm etwas Warmes zu essen verspricht. In der nächsten liegt der Junge tot am Berliner Landwehrkanal. „Keine Hinweise auf Fremdeinwirkung“, sagt der Pathologe nach der Leichenschau. Trotzdem will Hauptkommissar Bruno Schumann (Christian Berkel) vom Berliner Landeskriminalamt die Sache nicht auf sich beruhen lassen. Und als herauskommt, dass schon ein anderer junger Junkie auf gleiche Weise gestorben ist, wird er erst recht misstrauisch. Vollkommen zu recht.

Berkel glaubt an einen Serienmörder

Berkel in seiner Rolle als „Der Kriminalist“ lässt sich in seinem neuen Fall „Die offene Tür“ auch nicht beirren, als etliche andere wie sein Kollege Jan Michalski (Timo Jacobs) ihn warnen, er sehe Gespenster. „Junkies halt? Klappe zu, Affe tot?“, fragt er wütend. „Ich will wissen, wer die waren!“ Und spätestens nach dem dritten toten Jugendlichen mit einer deutlichen Menge Metamphetamin im Blut, sieht Schumann einen klaren Zusammenhang. Bei dem vierten fürchtet er einen Serienmörder. Das ZDF zeigt die spannende neue Folge aus seiner Krimireihe an diesem Freitag um 20.15 Uhr.

Schumann findet bald raus, dass alle Jugendlichen gemeinsam in einem Jugendheim im Stadtteil Wedding rausgeflogen sind, weil sie mit Heroin gedealt haben. Und alle sind der Einladung eines Mannes gefolgt, der für sie kocht und ihnen anbietet, bei ihnen zu übernachten: Ulli Grützke, auf fast beängstigende Weise glaubhaft gespielt von Ulrich Noethen.

Ulrich Noethen verkörpert die Rolle des Verdächtigen, Ulli Grützke. Foto: Tobias Hase/dpa

Grützke, ein schweigsamer Einzelgänger, wirkt geradezu unheimlich, wie er immer wieder Schuberts „Winterreise“ hört, ständig den Wackelpudding im Kühlschrank kontrolliert und kurz danach die Pistole in seiner Küchenschublade.

Noch mehr als sonst spielt „Der Kriminalist“ diesmal rund ums Kottbusser Tor, wo Bruno Schumanns Schreibtisch beim LKA steht. Und wo Drogenkriminalität auch in der rauen Wirklichkeit dieses noch nicht durchgentrifizierten Teils von Kreuzberg Alltag ist. Der „Kotti“ ist längst gleichermaßen Mythos und Klischee. Drehbuchautor Christoph Darnstädt überstrapaziert das aber nicht und liefert eine solide Grundlage für einen überdurchschnittlichen spannenden Berlinkrimi unter der Regie von Züli Aladag.

Schumann zeigt bei diesem Fall Gefühle

Hauptkommissar Schumann, sonst Inbegriff des abgebrühten und unterkühlten Hauptstadtbullen, lässt diesmal Gefühle durchscheinen, nicht nur angesichts der Ignoranz gegenüber den toten Junkies, für deren Schicksal sich keiner interessiert. Er empfindet auch zunehmend Empathie mit Max, einem weiteren Jugendlichen vom „Kotti“, der selbst abhängig ist und selbst dealt. Leonard Kurz spielt diese Rolle ausgesprochen eindrucksvoll.

Am Schluss kommt dann doch alles ganz anders, als viele wahrscheinlich bis dahin vermutet haben. Christoph Darnstädt hat auf hohem Niveau falsche Fährten gelegt und die Spannung dadurch nur noch erhöht.

Der Mörder und der, den die Zuschauer dafür gehalten hatten, landen dann zusammen im Knast. Und ein Drogenboss noch im Leichenschauhaus – mit zwei Kugeln in Bauch und Brust. Inken Schott (Henriette Müller), die coole Leiterin der Drogenfahndung, muss zugeben, dass Schumann mal wieder früh einiges durchschaut hat, was andere nicht wahrhaben wollten, ein echter Kriminalist eben. (dpa)

Die neue Folge von „Der Kriminalist“ wird an diesem Freitag, den 29. Dezember, um 20.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt.

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