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Shakira hat endlich ihre Stimme zurück

Der Weltstar feierte in Hamburg ein grandioses Bühnen-Comeback. Damit startete die Tournee mit einem halben Jahr Verspätung.
Von Fabian Wegener, dpa

Shakira steht während des Auftaktkonzertes ihrer „El Dorado World Tour“ in der Barclaycard Arena auf der Bühne. Foto: Daniel Reinhardt/dpa
Shakira steht während des Auftaktkonzertes ihrer „El Dorado World Tour“ in der Barclaycard Arena auf der Bühne. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Hamburg.Eigentlich wollte Shakira schon 2017 im Rahmen ihrer Welttournee nach Deutschland kommen. Eine Stimmbandentzündung zwang den Popstar jedoch, die Tour zu verschieben. Nach Monaten der Ungewissheit feierte sie am Sonntag ihr Bühnen-Comeback.

Die Künstlerin bangte monatelang um ihre Stimme

Was machen Künstler, wenn sie plötzlich ihre Stimme verlieren? Eine albtraumhafte Vorstellung, die für Weltstars wie Art Garfunkel, Shania Twain oder Rod Stewart schon Wirklichkeit geworden ist. Plötzlich, teils ohne erkennbaren Grund, war die Stimme einfach weg – manchmal für mehrere Jahre. Auch Shakira musste monatelang um ihre Stimme bangen. Im November 2017, nur Tage vor dem geplanten Start ihrer „El Dorado“-Welttournee, diagnostizierten Ärzte bei der Kolumbianerin eine Stimmbandblutung.

„Ich hatte fast schon daran gezweifelt, jemals wieder hier bei euch sein zu können. Ich bin hier dank eurer Gebete, eurer Liebe, eurem Glauben– all das hat mich gestärkt.“

Sängerin Shakira

Umso bewegender gestaltete sich der Auftritt Shakiras, als sie am Sonntagabend mit knapp einem halben Jahr Verspätung den Start ihrer Tournee in Hamburg feierte. „Ich hatte fast schon daran gezweifelt, jemals wieder hier bei euch sein zu können. Ich bin hier dank eurer Gebete, eurer Liebe, eurem Glauben – all das hat mich gestärkt“, ruft die zwölffache Grammy-Gewinnerin ihren rund 12 000 Fans zu. Die Barclaycard Arena ist fast ausverkauft.

Wie zur Belohnung liefert die 41-Jährige im Anschluss ein rund zweistündiges Hit-Feuerwerk ab, dass wohl auch die letzten Zweifel am gelungenen Gesangs-Comeback ausräumen sollte. Schon beim ersten Song „Estoy aqui“ schießen Konfettisalven in die Luft, Shakira tanzt, springt und jubelt mit einer Dynamik und Inbrunst, die wohl manch 20-Jährige neidisch machen würde.

Trotz aller Energie merkt man es dem Weltstar zu Beginn jedoch an, dass sie ihre Stimme nach der langen Auszeit noch etwas schonen möchte. Leicht zaghaft klingen die ersten Lieder, der Sound zum gesanglich anspruchsvollen Hit „She Wolf“ scheint sogar vom Band zu kommen. Danach wirkt die zweifache Mutter jedoch wie befreit - und legt so richtig los.

Der Bauchtanz als unverkennbares Markenzeichen

Immer wieder vollführt sie zu rhythmischen Trommeln und exotischen Beats den Bauchtanz, der spätestens seit dem Musikvideo zu „Whenever, Wherever“ als unverkennbares Markenzeichen der Kolumbianerin gilt. Dabei jagt sie über die Bühne, spielt abwechselnd Gitarre, Keyboard und führt nebenbei mit einem fulminanten Schlagzeug-Solo einen Song zu Ende. Wer Shakira noch nie Live gesehen hat, versteht spätestens jetzt, was Literatur-Nobelpreisträger Gabriel García Márquez meinte, als er sagte: „Niemand kann singen und tanzen wie sie.“

Viele Fans sind extra angereist, um Shakira bei ihrer ersten Tour nach sieben Jahren zu unterstützen. „Mein erstes Konzert war von Shakira in Bogotá, da war ich 15 Jahre alt“, erzählt die 27 Jahre alte Kolumbianerin Estefanía Angarita, die am Vortag mit ihrem Freund aus Dänemark angereist ist. „Shakira repräsentiert all das Gute Kolumbiens: die Hoffnung, die Freude, das Glück“, erzählt sie. „Es macht mich sehr stolz, dass sie all das an ihre Fans überall in der Welt weitergibt.“

Und tatsächlich: Diese unglaublich lebensbejahende, positive Energie scheint auf die gesamte Halle überzugreifen. Auch die Fans, die vielleicht nicht jeden Song mitsingen können, reißt es früher oder später aus den Sitzen. Zum Ende hin setzt sich Shakira mit ihrer Band an das Ende des Steges, der in die Zuschauermenge führt. Hier kommt fast Lagerfeuer-Atmosphäre auf - und für einen Moment wirkt es so, als würde der Weltstar im heimischen Wohnzimmer spielen.

Auf der Gitarre ist ein Bild ihres Mannes und der Kinder zu sehen

Spätestens jetzt ist klar: Shakira ist endlich bereit für ihre Welttournee. Doch nicht nur die Frage nach ihrer Gesangsfähigkeit, auch die Frage nach ihrem Privatleben scheint nach diesem Abend beantwortet. Im Anschluss an den Song „Amarillo“ hält sie die Rückseite ihrer Gitarre in die Kamera, auf der ein Bild ihres Ehemannes Gerard Piqué mit den zwei Kindern zu sehen ist. Ein klares Statement in Zeiten, in denen in Klatschmedien immer wieder über eine mögliche Trennung der Beiden spekuliert wird.

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