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Unterkünfte

So findet man ein Studentenwohnheim

Welche Wohnheime gibt es in Regensburg? Wie bewerbe ich mich? Wir beantworten alle Fragen rund ums studentische Wohnen.
Von Selina Bayes, MZ

Im Melanchthonheim gibt es ein „Bierstüberl“, in dem wöchentlich Filmabende veranstaltet werden. Foto: Tino Lex
Im Melanchthonheim gibt es ein „Bierstüberl“, in dem wöchentlich Filmabende veranstaltet werden. Foto: Tino Lex

Regensburg.Mit rund 32 000 Studierenden ist Regensburg eine Region, in der viele junge Leute auf der Suche nach preisgünstigem Wohnraum sind. Infolgedessen gibt es aber auch zahlreiche Studentenwohnheime, die entweder Einzelappartements oder WG-Zimmer für den kleinen Geldbeutel anbieten. Im Durchschnitt liegt die Monatsmiete in den Wohnheimen bei 180 bis 250 Euro, ein Einzelzimmer kann aber auch mal mehr als 300 Euro kosten. Die meisten Studentenwohnheime werden vom Studentenwerk bereitgestellt und sind somit staatlich gefördert. Es gibt aber noch einige weitere Stiftungen und Organisationen wie das Diakonische Werk Regensburg oder die Protestantische Alumneumsstiftung, die Zimmer für Studierende anbieten.

1. Wie komme ich an ein Zimmer?

Bei Interesse an einer der Wohnanlagen des Studentenwerks muss man einen Online-Antrag ausfüllen. Dort kann man bis zu drei Studentenwohnheime und die bevorzugte Zimmerart angeben. Wichtig dabei ist, wie Doreen Steudte, die stellvertretende Geschäftsführerin des Studentenwerks, mitteilt, dass die Studenten die Bewerbungsfristen einhalten. Konkret bedeutet das, dass der Antrag für das Wintersemester bis spätestens 15. Juli und für das Sommersemester bis spätestens 1. Februar eingegangen sein muss.

Bei der Zimmervergabe spielen viele verschiedene Faktoren eine Rolle. Zunächst sollten sich nur Studenten im Erststudium, deren Heimatwohnort nicht im Einzugsbereich der öffentlichen Verkehrsbetriebe von Regensburg liegt, bewerben. Des Weiteren ist auch das Einkommen von Bedeutung. Dieses sollte geringer als der im BAföG festgelegte Bedarf für Studenten, die nicht bei ihren Eltern wohnen, sein. Muss die Bewerberzahl nach diesen Auswahlkriterien immer noch eingegrenzt werden, werden Studienanfänger, Studenten mit Kind und Hochschulortwechsler bevorzugt. Die Entfernung des Heimatwohnortes sowie die wirtschaftliche und soziale Situation der Familie werden auch beachtet.

Möchten sich die Studenten für ein Wohnheim des Katholischen Wohnungsbau- und Siedlungswerks der Diözese Regensburg bewerben, sollten sie BAföG-berechtigt sein. Nicht berücksichtigt werden Bewerber, die in einem Umkreis wohnen, der als Pendlerstrecke zumutbar wäre.

Für das Johann-Hiltner-Heim, deren Träger die Protestantische Alumneumsstiftung ist, braucht man neben einem Lebenslauf sogar ein Referenzschreiben, das zusammen mit einem Passbild und dem Bewerbungsformular bis zum 15. Januar beziehungsweise 15. Juli eingereicht werden muss. Ausgewählt werden Bewerber, die am besten zu den Bewohnern des Wohnheims oder des in Frage kommenden Stockwerks passen. Darüber hinaus sind Engagement für das Gemeinschaftsleben und soziale Kriterien von Bedeutung.

2. Wie sehen die Zimmer aus?

Grundsätzlich hat man in vielen Studentenwohnheimen die Möglichkeit in einem Voll-Appartement mit eigener Küchenecke und Nasszelle zu wohnen. Aber fast jede Anlage bietet auch Wohngemeinschaften, in denen man sich entweder Bad oder Küche, meistens aber beides teilt.

3. Sind Parkplätze vorhanden?

Einige Wohnheime bieten Parkmöglichkeiten für die Bewohner. Sehr günstig kann man im Wohnheim in der Plato-Wild-Straße und in der Vitusstraße für 7,50 Euro im Monat einen KfZ.-Außenstellplatz mieten. Letztere Wohnanlage bietet zusätzlich für monatliche 20 Euro Tiefgaragenstellplätze an. 12 Euro zahlt man in der Dr.-Gessler- und der Friedrich-Ebert-Straße für teilweise überdachte Parkplätze. Aber nicht nur das Studentenwerk stellt Parkmöglichkeiten zur Verfügung. Im Johann-Hiltner-Heim kostet es einmalig pro Semester nur 20 Euro, um den Parkplatz auf dem Heimgelände nutzen zu können.

4. Welche Freizeitaktivitäten bieten die Wohnheime?

Freizeit kommt in keinem Wohnheim zu kurz. Foto: Zissler
Freizeit kommt in keinem Wohnheim zu kurz. Foto: Zissler

In den meisten Wohnanlagen befindet sich mindestens ein Raum, der für gemeinschaftliche Treffen genutzt werden kann. Das Wohnheim in der Dr.-Gessler-Straße stellt sogar ein ganzes Gemeinschaftshaus für Freizeitaktivitäten zur Verfügung. Musiker kommen vor allem im Melanchthon-, im Erzbischof-Buchberger- und im J.-M.-Sailer-Studentenwohnheim auf ihre Kosten. Dort können die Bewohner in einem Musikraum mit Klavier ihrem Hobby nachgehen. Beide Wohnheime sind ebenfalls mit einem Fitnessstudio ausgestattet. Das Erzbischof-Buchberger-Heim überzeugt außerdem mit einem Volleyball- und Badmintonfeld. Neben diesem sollten Sportbegeisterte aber auch das Melanchthon- oder Hiltnerheim ins Auge fassen. Alle drei bieten ein wöchentliches Sportprogramm und haben eine eigene Fußballmannschaft zusammengestellt. Das Hiltnerheim bietet generell ein sehr vielfältiges Freizeitprogramm, das Filmabende, Tanzen, Kochen und sogar einen eigenen Chor umfasst. Aber auch im Melanchthonheim können die Bewohner im „Bierstüberl“ Filme anschauen oder draußen grillen. Das Oberpfalzwohnheim stellt neben einem Sportraum sogar noch eine Sauna bereit.

5. Wofür sind die Tutoren zuständig?

In jedem Wohnheim des Studentenwerks gibt es Tutoren, die sich um Freizeitaktivitäten kümmern und Veranstaltungen organisieren. „Es gibt ein staatlich gefördertes Tutorenprogramm, bei dem sich die Bewohner ehrenamtlich betätigen können“, bestätigt auch Doreen Steudte. Die Tutoren sind für die Studenten Ansprechpartner für alle Angelegenheiten rund ums Heimleben und bekommen dafür auch eine Aufwandsentschädigung.

Aber auch im Erzbischof-Buchberger-, im J.M.-Sailer-, im Melanchthon- und im Hiltnerheim engagieren sich jedes Semester neue Tutoren, um ein vielseitiges Freizeitprogramm zu gestalten. Nicht fehlen darf da auch der „Barabend“, der in vielen Wohnheimen schon fester Bestandteil jeder Woche ist.

6. Kommt in den Wohnungen jemand zum Putzen?

Ihr Bad müssen die meisten Studenten selber putzen. Nur im Melanchthonheim übernimmt das ein Reinigungsdienst. Foto: Silvia Marks
Ihr Bad müssen die meisten Studenten selber putzen. Nur im Melanchthonheim übernimmt das ein Reinigungsdienst. Foto: Silvia Marks

Die Gemeinschaftsflächen werden im Großteil aller Heime, so auch in denen des Studentenwerks, von einem Reinigungsdienst gesäubert. Im Melanchthonheim gibt es zusätzlich die Möglichkeit, sein eigenes Bad wöchentlich reinigen zu lassen.

7. Wie findet man als Erasmus-Student am besten einen Platz?

Die Universität Regensburg empfängt jährlich rund 300 Studierende aus dem europäischen Ausland. Da es für Erasmus-Studenten sehr schwierig wäre, ein Zimmer für einen so kurzen Zeitraum zu finden, wird in den Wohnheimen des Studentenwerks jedes Semester ein bestimmtes Kontingent an Zimmern für sie freigehalten. Laut Doreen Steudte handelt es sich dabei meist um 10 bis 30 Prozent. Die Studenten müssten sich aber nicht regulär auf ein Zimmer bewerben, sondern werden von der Hochschule zugeteilt.

8. Wie läuft das ab, wenn man ausziehen möchte?

Grundsätzlich beläuft sich die maximale Mietdauer bei Wohnungen des Studentenwerks auf acht Semester. Dabei gelten die klassischen Mietrechtsregelungen. „Es handelt sich um befristete Verträge“, berichtet Doreen Steudte. „Man wird an das Auslaufen der Verträge erinnert und kann diese dann bei Bedarf verlängern.“ Will man am Ende eines Semesters ausziehen, muss man den Vertrag somit nur auslaufen lassen. Möchte man seine Wohnung jedoch zu „irregulären“ Zeiten, also unter dem Semester, verlassen, ist eine schriftliche Kündigung nötig. Entweder man kümmert sich dann selbst um einen passenden Nachmieter oder wartet die Kündigungsfrist ab und zieht dann aus.

Alle Regensburger Studentenwohnheime in einer Karte finden Sie hier:

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