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Radioaktivität

Strahlende Erscheinungen

Längst aus der Produktion verbannt gab es viele radioaktive Utensilien. Rudolf Geipel aus Regenstauf kennt Beispiele.

Porzellanreh der Manufaktur Rosenthal mit Uranfarbe unter der Glasur. Foto: Rudolf Geipel
Porzellanreh der Manufaktur Rosenthal mit Uranfarbe unter der Glasur. Foto: Rudolf Geipel

Porzellanfigur mit Uranfarbe unter der Glasur

Das Reh der Porzellanmanufaktur Rosenthal verdankt seine harmonischen Farben der Beimischung von Uran – und zwar unter der Glasur. Uranfarben leuchten nach dem Brennvorgang warm in Rot, Braun und Beige. Mittlerweile werden Alternativen verwendet.

Porzellan mit Pechblende-Dekor

Porzellan mit Pechblende-Dekor. Foto: Rudolf Geipel
Porzellan mit Pechblende-Dekor. Foto: Rudolf Geipel

Pechblende ist ein Mineral, das neben Uran auch Radium und Polonium enthält. Fein gemahlen wurde es für tiefschwarze Drucke auf Porzellan – wie diesem böhmischen Service aus dem 19. Jahrhundert – verwendet. Die Arbeiter sind dabei wohl stark kontaminiert worden. Da Alphastrahlen messbar sind, muss die Pechblendenfarbe in oder auf der Glasur angebracht sein.

Dekorfliese mit Uranglasur

Dekorfliese mit Uranglasurfarbe (rot-orange). Foto: Rudolf Geipel
Dekorfliese mit Uranglasurfarbe (rot-orange). Foto: Rudolf Geipel

Die leuchtend roten Farbpunkte dieser Keramikfliese enthalten Uran. Fliesen mit uranhaltigen Glasuren waren bis in die frühen 80er Jahre im Handel. Bei großflächigem Einsatz in Wohnräumen kann sich eine bedenkliche Strahlung ergeben.

Glühstrümpfe und Elektroden mit Thorium

Glühstrümpfe und Wolfram-Elektroden mit Thorium (links unten). Foto Rudolf Geipel
Glühstrümpfe und Wolfram-Elektroden mit Thorium (links unten). Foto Rudolf Geipel

Glühstrümpfe wurden mit radioaktivem Thoriumnitrat getränkt, damit die Flamme ein weißliches Licht ergibt. Thorierte Wolfram-Elektroden zum Elektroschweißen haben einen stabileren Funken. Diese Produkte sind inzwischen weitgehend verboten.

Leuchtfarben mit Radium

Leuchtziffern mit Radium. Foto Rudolf Geipel
Leuchtziffern mit Radium. Foto Rudolf Geipel

Vor dem 2. Weltkrieg waren Leuchtfarben, denen Radium als Anreger für die Phosphoreszenz zugesetzt war, weit verbreitet. Es gab sogar Reparatur-Sets zur Erneuerung für den Hausgebrauch. Sie werden heute nicht mehr verwendet.

Rasierklingenschärfer aus Uranglas

Rasierklingenschärfer aus Uranglas. Foto: Rudolf Geipel
Rasierklingenschärfer aus Uranglas. Foto: Rudolf Geipel

Radium ist nicht enthalten, der Aufdruck sollte im damaligen Verständnis Qualität vermittlen. Die Rasierklinge wird in der Wölbung eines Uranglases hin- und herbewegt. Da Glas härter als Stahl ist, wird die Klinge an ihrer Schneide geschliffen.

Trinkbecher aus Uranglas

Detail eines Trinkbechers aus Uranglas. Foto: Rudolf Geipel
Detail eines Trinkbechers aus Uranglas. Foto: Rudolf Geipel

Uranoxidverbindungen färben Glas transparent hellgelb (Anna-Gelb) bis grün (Eleonoren-Grün). Im Schwarzlicht fluoresziert es. Durch das Glas dringt kaum Strahlung. Uranglas war vor allem im 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts beliebt.

Weitere Informationen: http://radioaktivitaet-zum-anfassen.com/

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