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Fernsehen

„Unter uns“ feiert 25. Geburtstag

Die RTL-Serie „Unter uns“ gibt es nun schon seit 25 Jahren. Der kleine Bruder grenzt sich von GZSZ ab.
Von Jonas-Erik Schmidt

Die Schauspieler Ben Ruedinger (Till Weigel), Milos Vukovic (Paco Weigel), Isabell Hertel (Ute Kiefer), Timothy Boldt (Richard Beckmann), Valea Scalabrino (Sina Hirschberger) und Kai Noll (Rufus Sturm, v. l.) feiern mit „Unter uns“ Jubiläum. Foto: Henning Kaiser/dpa
Die Schauspieler Ben Ruedinger (Till Weigel), Milos Vukovic (Paco Weigel), Isabell Hertel (Ute Kiefer), Timothy Boldt (Richard Beckmann), Valea Scalabrino (Sina Hirschberger) und Kai Noll (Rufus Sturm, v. l.) feiern mit „Unter uns“ Jubiläum. Foto: Henning Kaiser/dpa

Köln.Schauspielerin Isabell Hertel steht vor der Eckkneipe „Schiller“. Sie hat „hausgemachte Spaghetti Carbonara“ für 8,99 Euro auf der Speisekarte, „dazu frisch geriebener Parmesan“. Gegenüber hat sich die „Konditorei Weigel“ der Generation Greta angeschlossen. „Eigener Behälter? Gerne!“ verkündet sie auf einem Schild und will Müll vermeiden. „Das fühlt sich für mich wie Heimat an“, sagt Hertel.

„Ich habe hier allerdings jetzt auch über die Hälfte meines Lebens verbracht.“ Die 46-Jährige steht am Fernseh-Set der RTL-Serie „Unter uns“, das mit vielen Details suggeriert, man befinde sich in der gemütlichen „Schillerallee“ in Köln, denn dort spielt die Serie. Tatsächlich handelt es sich um einen Studiokomplex im Stadtteil Ossendorf, der alles ist, aber nicht gemütlich.

Es geht um die Charaktere

Hertel mimt hier seit 1995 die gute Seele Ute Kiefer, der das Leben immer wieder Knüppel zwischen die Beine wirft. „Unter uns“ selbst ist noch älter: Die erste Folge flimmerte am 28. November 1994 über die Bildschirme. Morgen feiert die Serie ihren 25. Geburtstag. Das Jubiläum wird schon seit Montag bei RTL mit einer ganzen „Jubiläumswoche“ und neuem Vorspann begangen.

Um zu verstehen, warum „Unter uns“ eine derart treue Fan-Gemeinde hat, muss man noch etwas weiter zurückgehen. 1992 hatte RTL „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ (GZSZ) etabliert. Die Serie wurde zum Erfolg, also schickte man zwei Jahre später die nächste tägliche Serie ins Rennen, die sich bewusst vom großen Bruder absetzte.

Realität und Fiktion

  • Bewerbungen:

    Die große Kontinuität führt dazu, dass Realität und Fiktion verschwimmen können. Für die Konditorei der Weigels gab es schon echte Bewerbungen.

  • Viertel:

    Dass hinter den Mauern des kleinen Viertels mitunter Sodom und Gomorra herrscht, scheint nicht abzuschrecken. Entführungen, vertauschte Babys, inzestuöse Anwandlungen – es ist viel passiert.

Das Verhältnis zwischen GZSZ und „Unter uns“ ist dabei anders, als bei vielen Geschwisterpaaren, bei denen der Erstgeborene ganz brav und der kleine Bruder der Aufmüpfige ist. GZSZ ist oft lauter und aufgekratzter, „Unter uns“ dagegen familiärer. „Unter uns“ macht tendenziell auch weniger Schlagzeilen. Es ist kein Zufall, dass GZSZ in Berlin und „Unter uns“ in Köln spielt.

„Bei Unter uns brauchen wir keine Titanic, die untergeht, und auch kein großes Feuerwerk“, umschreibt Schauspieler Ben Ruedinger, der seit 2000 Till Weigel spielt, den Geist der Sendung. „Es geht konsequent um die Charaktere.“ Die Serie sei verlässlich, sagt auch Katharina Katzenberger von RTL.

Ein bedeutender Ausstieg

„Deswegen feiern wir jedes Jahr Karneval, deswegen feiern wir konsequent Weihnachten, und es schneit im Hof. Das ist das, was man von zu Hause kennt: Rituale.“ Bei den Autoren wisse jeder, wann ein bestimmter Charakter Geburtstag hat. „Unter uns soll sich anfühlen, als ob man zu Freunden nach Hause kommt“, fasst Produzent Guido Reinhardt (UFA Serial Drama) zusammen. In der „Jubiläumswoche“ ist der Schocker, dass Irene von ihrer Reise nach Japan zurückkehrt – aber in einem Sarg. Schauspielerin Petra Blossey steigt nämlich aus. Sie war als Einzige des aktuellen Ensembles seit der ersten Folge dabei.

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