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US-Bundesstaat Wyoming erlaubt Jagd auf Grizzlys

Grizzlys sind Nordamerikas ikonische Bären. Lange standen sie unter US-weitem Schutz. Jetzt, unter bundesstaatlicher Aufsicht, geht es ihnen wieder an den Kragen.

Grizzlys, die sich sehr langsam fortpflanzen, waren in den 1970er Jahren fast ausgerottet. Danach hatten sich die Bestände in Kontinentalamerika wieder auf rund 2000 Bären erholt. Foto: Wolfgang Thieme
Grizzlys, die sich sehr langsam fortpflanzen, waren in den 1970er Jahren fast ausgerottet. Danach hatten sich die Bestände in Kontinentalamerika wieder auf rund 2000 Bären erholt. Foto: Wolfgang Thieme

Cheyenne.Erstmals seit 44 Jahren erlaubt der US-Bundesstaat Wyoming im Herbst wieder die Jagd auf Grizzly-Bären.

Vor wenigen Tagen gab die zuständige Wildnisbehörde den Abschuss von bis zu 22 Bären frei - ein Jahr, nachdem die Grizzlys in und um den riesigen Yellowstone Nationalpark im Nordwesten der USA von der Liste der gefährdeten Arten genommen worden waren. Die US-Regierung hatte das Management der Bären damit in die Hände der Bundesstaaten gelegt. Im Park selbst dürfen die Bären jedoch nicht geschossen werden.

Während Jäger und viele ansässige Rancher sich über die Jagderlaubnis freuen, protestieren Tierschützer und amerikanische Ureinwohner, denen der mächtige Bär heilig ist. Eine Online-Petition sammelte in den ersten Tagen schon über 200.000 Unterschriften. Auch mehrere Gerichtsverfahren, deren Urteile die Jagderlaubnis in den nächsten Monaten noch stoppen könnten, laufen. Biologen der Wildnisbehörde sind jedoch der Auffassung, limitiertes Jagen gefährde den Bestand der Yellowstone-Grizzlys nicht.

„Die Trophäenjagd auf diese majestätischen Tiere zu erlauben ... so kurz nachdem sie ihren Schutzstatus verloren haben, hilft nicht das Vertrauen in das bundesstaatliche Management der Bären zu stärken“, monierte Tierschützerin Bonnie Rice vom Sierra Club in der „Washington Post“.

Grizzlys, die sich sehr langsam fortpflanzen, waren in den 1970er Jahren fast ausgerottet. Durch ein US-weites Abschussverbot hatten sich die Bestände in Kontinentalamerika auf wieder rund 2000 Bären erholt. Das hatte aber auch Probleme mit sich gebracht, weil sie auf Futtersuche auch Menschen nahe kamen. Durch Zusammenstöße mit Autos oder Konfrontationen mit Menschen, die dann aus Selbstschutz zur Waffe greifen, sterben jährlich viele Dutzend Grizzlys.

Die im Glacier National Park (Montana) entlang der kanadischen Grenze lebenden Grizzlys stehen derzeit noch unter Schutz. Viele weitere leben in Kanada und in Alaska, wo die Jagd erlaubt ist. Idaho, das ebenso wie Montana vom Yellowstone Park touchiert wird, hat vor kurzem den Abschuss eines männlichen Bären erlaubt.

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