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International

Viele Lebewesen im Viktoriasee vom Aussterben bedroht

Afrikas größter See ist für seine Artenvielfalt bekannt. Doch im Viktoriasee stehen etliche Tiere und Pflanzen kurz vorm Aussterben, warnt die Weltnaturschutzunion IUCN. Dies birgt auch große Gefahren für die Millionen von Menschen, die auf den See angewiesen sind.

  • Fischer auf dem See: Viele Arten sind hier vom Aussterben bedroht. Foto: Stephen Morrison, EPA
  • Fischer fahren auf dem Viktoriasee und holen ihre Netze ein. Foto: Stephen Morrison, EPA
  • Nilbarsche aus dem Viktoriasee liegen südlich von Kampala für den Abtransport zum Markt bereit. Foto: Henry Wasswa
  • Fischreste von Fischen aus dem Viktoriasee werden in der Sonne getrocknet. Foto: Stephen Morrison, EPA

Gland.Naturschützer warnen vor einem großen Artensterben im ostafrikanischen Viktoriasee. Etwa 20 Prozent der untersuchten Arten, die in und an dem größten See Afrikas leben, seien vom Aussterben bedroht.

Darunter sind Fische, Krabben, Libellen und Wasserpflanzen, berichtete die Weltnaturschutzunion IUCN in Gland. Dies sei auch eine große Gefahr für all die Menschen, deren Lebensgrundlage der See bilde.

Für ihren Report hatte die IUCN den weltweiten Gefährdungsstatus von 651 Arten analysiert, die alle auch im Viktoriasee-Becken vorkommen. 204 davon seien sogar einzig nur dort zu finden. Sie sind somit endemisch für diese Region. Von diesen seien sogar 76 Prozent vom Aussterben bedroht.

Im Viktoriasee gebe es zudem Hunderte Arten von Lebewesen, die bislang noch nicht beschrieben worden seien, sagte Mitautorin Catherine Sayer.

„Das Viktoriasee-Becken ist unglaublich reich an einzigartigen Arten, die nirgendwo anders auf der Welt zu finden sind“, sagte Will Darwall, Mitautor der Studie. Allerdings werde die Artenvielfalt des Sees zerstört. Die Auswirkungen auf die Gemeinden, deren Lebensgrundlage der See bilde, könnten desaströs sein.

Die Lebewesen im See sind aus unterschiedlichen Gründen bedroht. Zum einen verschmutzen der Studie zufolge Fabriken und Landwirtschaft den See. Auch Überfischung und sogenannte invasive Arten sind Schuld. Dies sind Tiere und Pflanzen, die mit ihrer Ausbreitung, andere Arten und Ökosysteme beeinträchtigen. Im Viktoriasee ist etwa die Dickstielige Wasserhyazinthe eine Bedrohung, die in den 1980er Jahren aus Versehen in den See gelangte und einst fast zehn Prozent der Wasseroberfläche bedeckte, wie die IUCN erklärt.

Viele der Lebewesen sind der IUCN zufolge für die Menschen rund um den See nicht nur eine Quelle für Nahrungsmittel, sondern auch für Medizin und Baumaterial. Auch der Handel etwa von Fischen ist demnach wichtig für die lokale Wirtschaft. Nach Angaben der Weltbank sind rund 40 Millionen Menschen direkt oder indirekt auf den See angewiesen. Demnach ist allein das Fischen auf dem Viktoriasee die Lebensgrundlage für etwa drei Millionen Menschen.

Der Viktoriasee ist mit einer Oberfläche von knapp 70 000 Quadratkilometer etwa so groß wie Bayern. Er liegt in den Ländern Uganda, Tansania und Kenia.

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