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Wer worauf am besten spielt

PC, Konsole oder Smartphone: Spiele laufen heute auf unzähligen Geräten. Alle Varianten haben eigene Stärken und Schwächen.
Von Tobias Hanraths, dpa

Intensivzocker legen Wert auf eine Spitzengrafik. Ein leistungsfähiger PC ist dafür ideal.
Intensivzocker legen Wert auf eine Spitzengrafik. Ein leistungsfähiger PC ist dafür ideal. Foto: dpa

Gelegenheitsspieler: Smartphone ist immer dabei

Wer nur ein paar Minuten Ablenkung sucht, muss nicht 300 Euro oder mehr für eine neue Konsole ausgeben. „Das Smartphone ist für Gelegenheitsspieler das perfekte Gerät, weil ich es ohnehin immer dabei habe“, sagt Niklas Wilke von der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC). Beim Stöbern in den App-Stores findet sich neben viel uninspirierter Massenware auch die eine oder andere Perle. Ein guter Einstieg sind Store-Empfehlungen, die oft Geheimtipps ins Rampenlicht heben.

Intensivzocker:PC oder Konsole

„Die Spieler, die mehrere Stunden pro Woche oder sogar jeden Tag spielen, wollen meistens auch aufwendige virtuelle Welten und Spitzengrafik“, sagt Wilke. Solche Spiele laufen nach wie vor nur auf aktuellen Konsolen und dem PC. Welches dieser Geräte die richtige Wahl ist, hängt von den Vorlieben ab, so der Experte: „Spiele ich lieber mit Tastatur und Maus oder mit dem Controller, lieber auf dem Sofa oder am Schreibtisch?“ Preislich ist der Unterschied kleiner als gedacht: Ein leistungsfähiger PC kostet zwar mehr als eine Konsole, dafür seien die PC-Spiele oft viel günstiger.

Neueinsteiger: Vorgänger-Generation reicht

Blutige Anfänger in der Welt der Videospiele müssen nicht unbedingt mit der aktuellen Gerätegeneration anfangen. Schließlich haben sie in den vergangenen 20 Jahren jede Menge Hits verpasst, die auch heute noch Spaß machen und inzwischen viel günstiger sind. Spiele für Xbox 360, Playstation (PS) 3 und Wii gibt es im Handel zum Beispiel noch reichlich. Auch die Konsolen dazu werden noch verkauft - und zwar für deutlich weniger Geld als die Nachfolger. Oft noch günstiger sind PC-Spiele aus der gleichen Generation, die auch auf Mittelklasse-Rechnern problemlos laufen.

Retro-Zocker: Die Klassiker gibt‘s im Netz

„Die alten Kamellen sind noch immer die besten!“ Wer so denkt, braucht keine teure Konsole. Denn auf PS 4 und Xbox One gibt es zwar viele Remakes, oft sind die Originale selbst aber nur ein paar Jahre alt. Beste Anlaufstelle für echte Klassiker ist nach wie vor der PC. Im Netz gibt es alte Spiele zum Beispiel massenhaft bei Steam, extrem günstig beim Humble Bundle oder liebevoll aufbereitet bei GOG. Selbst auf Tablets haben alte Schätze aus Reihen wie „Final Fantasy“ und „Monkey Island“ ein neues Zuhause gefunden.

Familien: Wii U als erste Wahl

Für Familien, die gelegentlich gemeinsam oder gegeneinander zocken wollen, ist die Plattformauswahl groß. Sogar für Tablets gibt es Umsetzungen beliebter Brettspiele wie „Carcassone“. Unter den Konsolen empfiehlt Daniel Heinz vom Spieleratgeber NRW bei der Fachstelle für Jugendmedienkultur Nordrhein-Westfalen vor allem Nintendos Wii U: „Da gibt es einfach ein großes Portfolio an entsprechenden Titeln.“ Spiele mit einem sogenannten lokalen Multiplayer bieten auch andere Konsolen – so bunt und familienfreundlich wie in „Mario Kart 8“ oder „Super Mario 3D World“ geht es da aber oft nicht zu.

Kinder: Auf Tablets klappt‘s ohne Lesen

Natürlich will der Nachwuchs nicht immer mit den Eltern, sondern auch mal alleine spielen. Theoretisch können das sogar schon die Jüngsten, so Heinz: „Für Kinder bis sechs Jahre, die noch nicht lesen können, sind Tablets klar das beste Spielemedium.“ Hier gibt es auch viele Edutainment-Titel, mit denen Kinder spielerisch lesen oder rechnen lernen können. Aufpassen müssen Eltern aber bei Free-to-Play-Spielen, die gelegentlich auch Geld verlangen: Gerade mobile Spiele für etwas Ältere gehen dabei nicht immer seriös vor.

Jugendliche: Mehr Freiheit als Kontrolle

Für Kinder sind die Nintendo-Geräte Wii und Wii U tendenziell die besten Konsolen. Schließlich legen die Japaner viel Wert auf sichere Onlinekommunikation und jugendfreie Inhalte. „Etwas Ältere empfinden das aber schnell als Kinderkram oder Beschneidung ihrer Freiheiten“, warnt Heinz. Eine andere Plattform muss also her. Nur welche? „Das hängt stark vom Lieblingsspiel ab“, sagt Heinz. Wer gerne in „Minecraft“ mit virtuellen Bausteinen hantiert, bevorzugt zum Beispiel vermutlich den PC. Die beliebte Fußballsimulation „Fifa“ ist dagegen ein klassischer Playstation- und Xbox-Titel.

Ästheten: Spitzen-Grafik auf dem PC

Die beste Grafik bieten Playstation 4, Xbox One und der PC – in Abstufungen. Tests von Profis wie „Digital Foundry“ oder der „Gamestar“ zeigen, dass leistungsstarke, teure Windows-Rechner bei anspruchsvollen Titeln wie „The Witcher 3“ oft noch etwas besser abschneiden als Playstation 4 und Xbox One. Auflösungen jenseits von 1080p (1920 mal 1080 Pixel) kann zum Beispiel nur der PC darstellen, auch bei hohen Bildwiederholraten und der lebensechten Darstellung von Nebel oder Haaren müssen Konsolen oft passen.

Indie-Fans: Gnadenbrot für den Alt-Rechner

Genau wie in der Musik gibt es inzwischen auch in der Spielewelt eine rege Indie-Szene. Titel wie die Spieleparodie „The Stanley Parable“, das finstere Rollenspiel „Darkest Dungeon“ oder die Retro-Ballerei „Axiom Verge“ machen vieles anders als der Mainstream – und gerade darum machen sie oft auch mehr Spaß. Mehr als 15 Euro müssen Spieler dafür selten ausgeben. Die mit Abstand größte Auswahl an Indies gibt es für PC, der wegen der Retrografik vieler Titel noch nicht einmal besonders schnell sein muss. Dahinter folgen die Playstation 4 und überraschenderweise Sonys Handheld Playstation Vita.

Pendler und Reisende: Handheld als Auslaufmodell

Für das Zocken im Bus oder in der U-Bahn greifen die meisten Spieler zum Smartphone. „Tablets sind ja doch eher etwas für den Heimgebrauch“, sagt Niklas Wilke. Allerdings kann das dauernde Spielen den Handy-Akku schnell leersaugen. Die Alternative sind Handhelds wie der Nintendo 3DS und die Playstation Vita. Durch den Siegeszug des Smartphones sind solche Geräte fast in Vergessenheit geraten – eher spärlicher Spielenachschub ist die Folge. „Handhelds sind eher ein Relikt aus der Vergangenheit“, so Wilke. Interessant seien sie vor allem für Kinder, die kein Smartphone haben.

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